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Havelland Mann mietet Autos auf Firmenkosten – Bewährung
Lokales Havelland Mann mietet Autos auf Firmenkosten – Bewährung
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19:40 23.03.2018
Das Amtsgericht Nauen in der Paul-Jerchel-Straße. Quelle: Andreas Kaatz
Nauen

Die Liste der Anklagepunkte war lang. 29 Delikte wurden Daniel Krause* in der Verhandlung am Amtsgericht Nauen zur Last gelegt. In fast allen Fällen soll er seinen früheren Arbeitgeber, ein Falkenseer Fuhrunternehmen, um Geld erleichtert haben.

Und das vor allem, indem er Fahrzeuge zum privaten Gebrauch gemietet und diese der Firma in Rechnung gestellt hatte.

Darunter waren Kleintransporter, aber ebenso auch Pkws. Schnell kamen da mal 1000 oder 1300 Euro pro Rechnung zusammen. Doch auch Notebooks und Handys stehen auf der Anklageliste.

Nicht zuletzt soll er zweimal Auto gefahren sein, obwohl er zu dem Zeitpunkt keine Fahrerlaubnis besaß.

Das Gericht ging von Betrug aus

Am Ende hat ihn das Gericht zu elf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, die für drei Jahre gilt. Dabei hätte jede der Vermögenstaten theoretisch mit bis zu fünf Jahren Haft geahndet werden können. Denn das Gericht ging nicht mehr von Untreue aus, wie es in der Anklageschrift stand, sondern von Betrug.

Dass das Urteil trotz des langen Vorstrafenregisters von Daniel Krause so milde ausfiel, hat insbesondere damit zu tun, dass sich der Angeklagte geständig zeigte.

Die Taten, bei denen sich Krause bereichert haben soll, liegen mittlerweile länger zurück, ereigneten sich in den Jahren 2013/14. Der Angeklagte arbeitete teilweise in leitender Funktion in der Firma, die für einen Paketdienst tätig war.

Selbst äußerte sich der Angeklagte nicht

Selber äußerte sich der Mann aber nicht zu den Vorwürfen, ließ seinen Anwalt für sich sprechen. Zu den Beweggründen war aber trotzdem nichts zu erfahren. Zumindest schien Krause das Betrügen leicht gemacht worden zu sein.

Zu dieser Einschätzung könnte man angesichts der vielen Anklagepunkte kommen. Ansonsten hätte vermutlich schon eher etwas auffallen müssen, wenn Krause tatsächlich in allen Fällen rechtswidrig gehandelt haben sollte. Der geschädigte Firmeninhaber konnte aber bei der Verhandlung nichts zur Aufklärung beitragen, da er laut Gericht schwer erkrankt sei.

Die meisten Verfahren wurden eingestellt

Genau deshalb und weil in den meisten Fällen der Nachweis des Betruges schwer möglich schien, haben sich Staatsanwaltschaft und Verteidigung schon kurz nach Verhandlungsbeginn auf eine Verfahrensweise geeinigt. Letztlich wurden die meisten Verfahren eingestellt, bis auf zweimal Fahren ohne Fahrerlaubnis und fünf Betrugsfälle.

In Letzteren ging es ausschließlich um die Anmietung von Pkws, da man davon ausgehen konnte, dass dies mit dem damaligen Geschäftsfeld der Firma – Pakete zu transportieren – nicht zu tun hatte. Zumal Krause einige Fahrzeuge auch weitervermietet und die Einnahmen eingestrichen hat.

Bei den Kleintransportern ist es hingegen nicht ausgeschlossen, dass sie durchaus für Firmenzwecke genutzt worden sein könnten.

Angeklagter gab über seinen Anwalt ein Geständnis ab

Diese insgesamt sieben Fälle räumte der Angeklagte ein, nachdem der Staatsanwalt ein „umfassendes, von Reue getragenes Geständnis“ gefordert hatte. Für den Fall sollte die Gesamtstrafe mindestens neun und maximal zwölf Monate betragen.

Dass der heutige Berliner die Taten zugab, rechnete ihm der Staatsanwalt zu seinen Gunsten an: „Die Beweisaufnahme hätte sonst kein Ende gefunden, der Angeklagte hätte es darauf ankommen lassen können“, meinte er.

Zu Lasten des Angeklagten wertete er allerdings, dass die Taten in einer laufenden Bewährungszeit stattfanden. Krause war 2011 für eine Raubstraftat verurteilt worden.

Taten liegen lange zurück

Das Gericht konnte letztlich mit dieser Argumentation mitgehen. „Durch ihr Geständnis haben sie das Verfahren erheblich abgekürzt. Denn bei Vermögensstraftaten ist die Beweisführung schwierig, eine echte Puzzlearbeit. Außerdem liegen die Taten lange zurück“, sagte die Richterin in Richtung des Angeklagten.

Angesichts des Vorstrafenregisters mit 16 Eintragungen sah sie jedoch keine andere Möglichkeit als eine Freiheitsstrafe zu verhängen, aber wegen der positiven Sozialprognose noch einmal zur Bewährung.

„Wenn Sie allerdings den Auflagen nicht nachkommen oder eine neue Straftat hinzu kommt – egal welche – dann wird die Bewährung widerrufen“, kündigte sie vorsorglich an.

Schaden ist zu begleichen

Für das Fahren ohne Fahrerlaubnis erhielt Krause eine Geldstrafe. Zudem muss er den Schaden aus der Fahrzeugmietung begleichen: 3608,33 Euro. (* 

Von Andreas Kaatz

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