Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland Axtangriff auf Tochter geschah im Wahn
Lokales Havelland Axtangriff auf Tochter geschah im Wahn
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:03 22.10.2013
Quelle: dpa
Anzeige
Potsdam/Falkensee

In einem Sicherungsverfahren prüft die Strafkammer derzeit, ob sie zur Tatzeit schuldfähig war. Der Prozess hat zum Ziel, die Angeklagte in einem psychiatrischen Krankenhaus unterzubringen. Am ersten Verhandlungstag hatte die Angeklagte die Tat gestanden.

Vier Wochen vor dem Angriff hatte sie sich eine Axt besorgt, in der Küche versteckt und ihre Tochter im Schlaf angegriffen. Der Vater, der von Geräuschen erwacht war, konnte damals eingreifen und Schlimmeres verhindern. Das Mädchen wurde leicht verletzt. Die Mutter flüchtete nach der Tat und wurde Stunden später nahe der Wohnung von der Polizei festgenommen.

Ein Gutachter erklärte in dieser Woche vor Gericht, dass die Angeklagte an einer anhaltenden wahnhaften Störung leidet und empfahl die Unterbringung der Frau in der Psychiatrie. "Sie hat beteuert, dass sie kein böser Mensch ist", berichtete der Gutachter, der seiner Patientin eine eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit, geringes Selbstwertgefühl und starke Harmonisierungstendenzen attestierte. Er sprach zudem von einer überwältigenden Sehnsucht nach der Tochter und dem Wunsch der Mutter, das Schicksal des Mädchens zu kontrollieren. Die übertriebene Sorge um die Tochter habe sich an häufigen Arztbesuchen gezeigt. Die Mutter suchte aus Angst vor Verletzungsgefahren für das Kind den Spielplatz ab und nahm das Mädchen ohne Absprache mit der Familie ganz aus der Kita, schilderte der Gutachter. Mit Beginn der Pubertät und der Verselbstständigung der Tochter habe sich die psychische Störung bei der Mutter verstärkt.

Ihre Steuerungs- und Einsichtsfähigkeit seien zur Tatzeit aufgehoben gewesen. Die Beschuldigte soll gesagt haben: "Ich kann mir ein Leben meiner Tochter ohne mich nicht vorstellen." Der Gutachter versuchte das Motiv zu erklären: "Sie ist eine liebe Frau, nicht brutal, aber der Wahn besteht." Die Tat spiegele die Ausweglosigkeit beim Zusammenleben im Alltag wider. Die Angeklagte befindet sich seit der Tat in einem psychiatrischen Krankenhaus.

Im Potsdamer Gerichtssaal saß die Frau mit gesenktem Kopf. Ihr Blick wirkte gequält. Sie soll mit der 1,2Kilogramm schweren Axt zögerlich, nicht mit voller Gewalt zugeschlagen haben. Eine Ärztin beschrieb die Verletzungen, die die Tochter durch die Hiebe erlitten hatte: Es waren tiefere, oberflächliche Schnittwunden, Kratzer und Rötungen im Gesicht, an Händen und der Kniescheibe, die nicht lebensgefährlich gewesen seien. Das Mädchen sei während der Untersuchung labil und sehr verängstigt gewesen, so die Ärztin.

Der Prozess wird am 29.Oktober mit den Plädoyers fortgesetzt.

Von Annett Lahn

Havelland 30 Havelländer bis zum Nachmittag zu schnell - Blitz-Marathon zeigt Wirkung

Die Autofahrer sind langsamer gefahren als sonst: In Nauen, in Dallgow, in Falkensee, auch in Wansdorf und Pausin haben sie sich am Donnerstag zusammengerissen. Dennoch: In Nauen fuhr einer mit 80 Stundenkilometern durch die Stadt, andere mussten 15 Euro zahlen, weil sie zu schnell unterwegs waren.

22.10.2013
Havelland In Havelaue bekommt Empor Spaatz 3332 Euro / Zwei Feuerwehren freuen sich über 1532 Euro - Vereine bekommen Geld für die Jugendarbeit

Ob Billard oder Fußball: Der Sportverein Empor Spaatz bietet dem Nachwuchs gute Möglichkeiten zur sinnvollen Freizeitbeschäftigung. In beiden Vereinsabteilungen kümmern sich Übungsleiter und Helfer um insgesamt 49 Kinder und Jugendliche im Alter bis 18 Jahre.

22.10.2013
Havelland VW-Konzern bezahlt Altarmanschluss in Rathenow - 300.000 Euro für die Schliepenlanke

Wenn alles so läuft wie geplant, dann wird die Halbinsel gegenüber des Rathenower Segelsportvereins am Baumschulenweg zur richtigen Insel. Genauer gesagt und ganz offiziell zur "VW-Insel".

22.10.2013
Anzeige