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Axtangriff auf Tochter geschah im Wahn

Angeklagte Falkenseerin ist psychisch krank Axtangriff auf Tochter geschah im Wahn

Wegen versuchten Totschlags steht derzeit eine Frau aus Falkensee vor dem Potsdamer Landgericht. Die 44-Jährige soll aufgrund einer psychischen Erkrankung am 8.Januar 2013 in Falkensee ihre 13-jährige Tochter im Schlaf verletzt haben.

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Quelle: dpa

Potsdam/Falkensee. In einem Sicherungsverfahren prüft die Strafkammer derzeit, ob sie zur Tatzeit schuldfähig war. Der Prozess hat zum Ziel, die Angeklagte in einem psychiatrischen Krankenhaus unterzubringen. Am ersten Verhandlungstag hatte die Angeklagte die Tat gestanden.

Vier Wochen vor dem Angriff hatte sie sich eine Axt besorgt, in der Küche versteckt und ihre Tochter im Schlaf angegriffen. Der Vater, der von Geräuschen erwacht war, konnte damals eingreifen und Schlimmeres verhindern. Das Mädchen wurde leicht verletzt. Die Mutter flüchtete nach der Tat und wurde Stunden später nahe der Wohnung von der Polizei festgenommen.

Ein Gutachter erklärte in dieser Woche vor Gericht, dass die Angeklagte an einer anhaltenden wahnhaften Störung leidet und empfahl die Unterbringung der Frau in der Psychiatrie. "Sie hat beteuert, dass sie kein böser Mensch ist", berichtete der Gutachter, der seiner Patientin eine eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit, geringes Selbstwertgefühl und starke Harmonisierungstendenzen attestierte. Er sprach zudem von einer überwältigenden Sehnsucht nach der Tochter und dem Wunsch der Mutter, das Schicksal des Mädchens zu kontrollieren. Die übertriebene Sorge um die Tochter habe sich an häufigen Arztbesuchen gezeigt. Die Mutter suchte aus Angst vor Verletzungsgefahren für das Kind den Spielplatz ab und nahm das Mädchen ohne Absprache mit der Familie ganz aus der Kita, schilderte der Gutachter. Mit Beginn der Pubertät und der Verselbstständigung der Tochter habe sich die psychische Störung bei der Mutter verstärkt.

Ihre Steuerungs- und Einsichtsfähigkeit seien zur Tatzeit aufgehoben gewesen. Die Beschuldigte soll gesagt haben: "Ich kann mir ein Leben meiner Tochter ohne mich nicht vorstellen." Der Gutachter versuchte das Motiv zu erklären: "Sie ist eine liebe Frau, nicht brutal, aber der Wahn besteht." Die Tat spiegele die Ausweglosigkeit beim Zusammenleben im Alltag wider. Die Angeklagte befindet sich seit der Tat in einem psychiatrischen Krankenhaus.

Im Potsdamer Gerichtssaal saß die Frau mit gesenktem Kopf. Ihr Blick wirkte gequält. Sie soll mit der 1,2Kilogramm schweren Axt zögerlich, nicht mit voller Gewalt zugeschlagen haben. Eine Ärztin beschrieb die Verletzungen, die die Tochter durch die Hiebe erlitten hatte: Es waren tiefere, oberflächliche Schnittwunden, Kratzer und Rötungen im Gesicht, an Händen und der Kniescheibe, die nicht lebensgefährlich gewesen seien. Das Mädchen sei während der Untersuchung labil und sehr verängstigt gewesen, so die Ärztin.

Der Prozess wird am 29.Oktober mit den Plädoyers fortgesetzt.

Von Annett Lahn

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