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Abschied vom Backofenfest

Dankeschön an Bäckermeister Wolfgang Ziehm Abschied vom Backofenfest

Bei allen Backofenfesten im Falkenseer Museum war er dabei: Bäckermeister Wolfgang Ziehm. Nun geht der 84-Jährige, der 1960 in Falkensee eine Bäckerei aufbaute, in den Backruhestand. Wie es mit dem Falkenseer Museumsfest weitergeht, ist noch unklar.

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Bei jedem Backofenfest dabei: Wolfgang Ziehm.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Das Brot war richtig gut geworden. Die Falkenseer lieben es. Beim Backofenfest des Museums gehen die runden Brotlaibe weg wie warme Semmeln. Mag sein, dass die Schmalzstullen besonders gut schmecken, weil das Flair des Museumsfestes Appetit macht. Sicher ist aber, dass das Roggenmischbrot von Bäckermeister Wolfgang Ziehm durch
gutes Mehl und durch die histo-
rische Backweise seinen markanten Geschmack bekommen. Gestern wohl zum letzten Mal. Denn der 84-jährige Bäckermeister erklärte, nun sei Schluss. So sehr ihm das Museumsfest und der historische Backofen ans Herz gewachsen sind, das Alter fordere seinen
Tribut.

Seit Tagen hatte Wolfgang Ziehm den mehr als 200 Jahre alten Backofen angeheizt, damit er zum Wochenende die richtige Betriebstemperatur hatte. Brot und Kuchen hat er vorbereitet, um sie dann hier im Museumsgarten auf Bleche verteilt in den Ofen zu schicken. Eine schweißtreibende Arbeit, wie jeder sehen konnte.

Zwischen dem geschäftigen Treiben am gemauerten Backofen gab es für Wolfgang Ziehm eine kurze Pause: Mit Bäckerhose und mehlbestäubten Schuhen kam er auf die Bühne, um ein besonderes Dankeschön entgegenzunehmen. Mit Blick auf den Backofen hatte Burkhard Berg, der vorsitzende des Museumsfördervereins, gesagt: „Das Bauwerk ist das eine, das Betreiben ist das andere.“ Und das hat seit 19 Jahren Wolfgang Ziehm mit Herzblut gemacht. Bürgermeister Heiko Müller dankte für die vielen Jahre, die Wolfgang Ziehm zur Ehre des Handwerks gearbeitet hat, aber auch „für das Leben, das Sie uns mit dem Backofenfest gegeben haben.“

Wolfgang Ziehm hatte 1954 seinen Meister gemacht und bei Fürstenwalde eine Bäckerei eröffnet, 1960 war er nach Falkensee gezogen. Legendär seine Aktion nach dem Mauerfall, als er für die Besucher aus Westberlin 1000 Streuselschnecken verteilte.

Wie es mit dem Backofenfest ohne Familie Ziehm weitergehen wird, blieb gestern offen. Da im nächsten Jahr das Stadtfest vom ersten auf das zweite September-Wochenende verlegt werden soll, muss für das Museumsfest am Tag des offenen Denkmals eine neue Form gefunden werden. Ob mit oder ohne Backofen – das muss jetzt geprüft werden. Der bemauerte, kleine Backofen selbst ist ein Denkmal, er stand früher in der Freimuthstraße 38 und war auf den Falkenseer Museumshof umgesetzt worden.

Von Marlies Schnaibel

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