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Bäume an der Spandauer Straße sollen fallen

Falkensee Bäume an der Spandauer Straße sollen fallen

Die Pläne für den weiteren Umbau der Landesstraße sind nun klar: Für den weiteren Ausbau der Spandauer Straße in Falkensee (Havelland) müssen 100 stattliche Linden gefällt werden. Ein Gutachten bescheinigte ihnen jetzt Krankheiten und mangelnde Vitalität. Als Ersatz sollen vor Ort drei Reihen neue Linden gepflanzt werden.

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Der Spandauer Kreisel kann schon umfahren werden. Über seine künftige städtebaulich-ästhetische Gestaltung gibt es Streit.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Ein schwarzer Tag für Falkenseer Baumfreunde: Alle 100 Linden an der Spandauer Straße von Falkensee müssen bei deren weiterem Ausbau fallen. Die halbwegs gute Nachricht: Die Allee wird dreireihig neu gepflanzt.

Der Landesbetrieb für Straßenwesen von Brandenburg hatte die Planung für die Spandauer Straße am Montagabend im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt. Es ging um den Abschnitt von der Humboldtallee bis zur Stadtgrenze zu Berlin. Planer Wolf Heinz überbrachte die Hiobsbotschaft. Zwar hatte ein Gutachten von 2009 den Bäumen noch eine gute Prognose bescheinigt, aber ein aktuelles Gutachten vom vergangenen Jahr hatte ergeben, dass von den 100 Linden fast alle geschädigt sind oder nur noch eine geringe Lebenserwartung haben. Einige wenige würden wohl noch auf 20 Jahre kommen. „Es würden so wenig Bäume stehen bleiben, dass der Alleecharakter optisch nicht erhalten bliebe“, sagte Wolf Heinz.

Deshalb plädiert der Landesbetrieb dafür, alle Bäume zu fällen und komplett zu ersetzen. Das soll wieder durch Linden geschehen, die etwa sieben bis zehn Jahre alt sind. Und es soll künftig drei Reihen Linden geben. Auf der Südseite, auf der Nordseite und auf einem Mittelstreifen. Der trennt die beiden 5,50 Meter breiten Fahrbahnen. Diese gliedern sich jeweils wieder in eine drei Meter breite Fahrbahn und einen 2,50 Meter breiten Radweg. Die Baumaßnahme wird mit 4,3 Millionen Euro veranschlagt, mit Baubeginn wird nicht vor 2018 zu rechnen sein, sagte Roland Beeg vom Landesbetrieb.

Erster Bauabschnitt

Der Landesbetrieb für Straßenwesen baut derzeit für 2,45 Millionen die Falkenseer Ortsdurchfahrt aus, dafür wird der Kreisel am Spandauer Platz erweitert. Der 1. Bauabschnitt reicht bis zur Humboldt-Allee.

Die Ampelanlage für Fahrzeuge an der Panzerstraße wird voraussichtlich Ende März aufgehoben.

Gegen das Baumgutachten und das Argument der optisch unglücklichen Lückenbepflanzung wollten die Abgeordneten dann auch nicht lange andiskutieren. Es gab eine Nachfrage zur erst vor 20 Jahren gepflanzten Baumreihe an der Rotunde. Diese Bäume bleiben stehen. Es sind außerdem städtische Bäume, die nicht zu den untersuchten 100 Linden an der Landesstraße gehören.

„Wo ist denn die Verbesserung, wenn wieder nur einspurig ausgebaut wird?“, wollte Anne von Fircks (Grüne) zu den Planung wissen. Darüber ist in Falkensee schon oft diskutiert worden. Aber Bushaltetaschen, Linksabbiegespuren und eine wahrhaft Grüne Welle sollen den Verkehr auf der mit täglich 19000 Fahrzeugen meistgenutzten Straße von Falkensee flüssiger machen. Die Grüne Welle müsse dann aber auch mit Berlin abgestimmt werden, drängten gleich mehrere Ausschussmitglieder.

Die heftigste Diskussion des Abends entspann sich dann jedoch nicht über die gefällten Bäume, sondern über die Gestaltung des Kreisels. Da wurde den Abgeordneten eine Bepflanzung mit Buchen, blühenden Sträuchern und Blumen vorgestellt. Günter Chodzinski (Grüne) erinnerte an eine Stadtverordnetenbeschluss von 2015, wonach der Platz „städtebaulich-ästhetisch“ gestaltet werden sollte, künstlerische Entwürfe von Künstlern lägen vor. Darauf gab es etwas diffuse Antworten vom Bürgermeister und vom Baudezernenten, was die Stadtverwaltung denn eigentlich mit dem Landesbetrieb dazu besprochen hatte.

Offensichtlich gab es eine vage Anfrage wegen einer künstlerischen Gestaltung und die vage Antwort, dann würde der Landesbetrieb die Pflege des Kreisels später nicht übernehmen. Deshalb hatte die Verwaltung der pflanzlichen Gestaltung zugestimmt. Die Ausschreibung läuft bereits. Günter Chodzinski drängte dann wenigstens noch darauf, dass im Protokoll der Sitzung vermerkt wird: Verwaltung hat SVV-Beschluss nicht umgesetzt.

Von Marlies Schnaibel

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