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Havelland Bäume im Friesacker Revier leiden
Lokales Havelland Bäume im Friesacker Revier leiden
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12:49 21.05.2015
Die Schädlinge bei ihrer Prozession im Friesacker Forst. Quelle: Andreas Kaatz
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Friesack

Der Eichenprozessionsspinner ist verschrien – nicht nur bei jenen, die einmal mit den Härchen der Raupen in Berührung gekommen sind und Entzündungen davongetragen haben. Auch für die Forstleute ist der Schädling seit 2004 eine Katastrophe. So hat auch Tanja Klasen, Försterin im Friesacker Revier, beruflich immer wieder mit dem Schädling zu tun, der den Eichen zunehmend zusetzt.

In ihrem Zuständigkeitsbereich gibt es ein Areal mit reinem Eichenbestand, das als Beobachtungsfläche des Landeskompetenzzentrums Forst in Eberswalde dient. Seit 2009 wird dort auf einer zwei Hektar großen Fläche im Briesener Zootzen registriert, wie viel der Spinner frisst und was mit den betroffenen Bäumen über die Jahre passiert. 40 Bäume stehen unter genauer Beobachtung. Die Ergebnisse werden mit einer Fläche in Krämerpfuhl in Oberhavel verglichen. Und eins steht schon jetzt fest: Der Zustand der Friesacker Bäume wird von Jahr zu Jahr schlechter. Die meisten sind um die 115 Jahre alt, hätten noch 100 Jahre vor sich. Doch viele werden das wohl nicht mehr erleben. Die Folgen mehrfachen Kahlfraßes kann man bereits erkennen. Viele Bäume sind abgestorben.

Schaut man derzeit im Briesener Zootzen genau hin, kann man die prozessionsartig wandernden Raupen auch an unteren Ästen beobachten. Vor allem da, wo die Sonne drauf scheint, fühlen sie sich richtig wohl. „Normalerweise sind sie eher in den oberen Bereichen des Baumes zu finden. Dass sie jetzt schon unten anzutreffen sind, zeigt, dass die entsprechenden Bäume doch recht stark befallen sind“, sagt die Försterin – und blickt in die Runde: „Noch sind viele Blätter an den Bäumen, Anfang Juli aber wird wahrscheinlich kaum noch Blattmasse vorhanden sein“, sagt Tanja Klasen. Dann werden die nimmersatten Raupen alles abgefressen haben. Wieder einmal. Im Raum Friesack gibt es Eichen auf rund 300 Hektar. „Auf fast allen Flächen kann man den Eichenprozessionsspinner finden“, sagt Tanja Klasen. Gerade Randbereiche an Wäldern sind betroffen. „Das reicht vom leichten Fraß bis zum Kahlfraß.“ 150 Hektar, ein Großteil davon im Naturschutzgebiet, sind sogar stark befallen.

Doch der Kampf gegen den Spinner gestaltet sich schwierig, auch im Briesener Zootzen. Ob er chemisch bekämpft werden darf, hängt von pflanzenschutz- und naturschutzrechtlichen Bedingungen ab. Auf der Beobachtungsfläche in Briesener Zootzen, ist ein Einsatz aus der Luft mit dem Biozid Dipel kaum noch möglich, da bestimmte Abstände zum Feld nebenan eingehalten werden müssen. Nur die Restfläche zu befliegen, erscheint wenig sinnvoll. An anderen Stellen müssen offene Gewässer von den Hubschraubern gemieden werden. Für Schutzgebiete (Flora-Fauna-Habitate) sind Ausnahmegenehmigungen nötig.

Dort, wo in anderen Bereichen der Oberförsterei Brieselang gegen den Spinner geflogen wurde, wie 2013 und 2014, hatten die Eichenbestände danach eine Erholungspause und Zeit, sich zu regenerieren. „Da sehen die Flächen recht gut aus, ist der Spinner auf ein erträgliches Maß reduziert worden“, sagt Ulrike Repkow, die Leiterin der Oberförsterei Brieselang. Das Problem für die Forstleute ist, dass es hierzulande für den Spinner kaum natürliche Gegenspieler wie Schlupfwespen oder Raupenfliegen gibt.

Angesichts der aktuellen Situation sieht es Ulrike Repkow als schwierig an, reine Eichenbestände zu verjüngen. Waldbesitzer könnten nur schwer überzeugt werden, wieder Eichen neu anzupflanzen. „Man muss etwas tun, um die Bestände zu retten“, sagt sie. Sowohl im Interesse der Natur als auch der Forstwirtschaft.

Von Andreas Kaatz

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