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Havelland Baumsterben in Falkensee
Lokales Havelland Baumsterben in Falkensee
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00:31 17.08.2015
Das blieb von den gepflanzten Esskastanien übrig. Quelle: Ingrid Kaufmann
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Falkensee/Schönwalde

Baumsterben in Falkensee. Zumindest am Ende der Duisburger Straße. Im Herbst gepflanzte Bäume haben die Trockenphasen dieses Sommers nicht überstanden.

„Ich könnte heulen vor Wut“, sagt Ingrid Kaufmann. Die Bäume haben eine besondere Geschichte. Die Falkenseerin gehört zu den Aktivisten der Finkenkruger Baumschutzgruppe. Die hatte sich im vergangenen Jahr mit sehr großem Elan für ein Projekt eingesetzt: An der Forstschule Finkenkrug fand im Oktober ein Akademie „Kinder werden Klimabotschafter“ statt. Die weltweit agierende Initiative setzt sich für den Erhalt und das Neupflanzen von Bäumen ein. In Falkensee wurden drei Bäume an der Forstschule gepflanzt und Anfang November am Ende der Duisburger Straße nahe der BMX-Anlage 30 Esskastanien. Die Baumschutzgruppe hatte zusätzlich Bäume gesponsert: 15 Rotbuchen und 15 Weißbuchen. „Jetzt sind fast alle vertrocknet, vielleicht sind noch drei oder vier Bäume zu retten“, sagt Ingrid Kaufmann. Die Schuld sieht sie bei der Stadt, die die Jungbäume nicht gegossen hat.

„Die Stadt wollte uns unterstützen, hatte damals auch die Pflanzfläche vorbereitet und Setzlinge gesponsert“, erinnert sich Erika Paul von der Baumschutzgruppe, der Bürgermeister hatte die Schirmherrschaft über die Kinder-Akademie übernommen. „Wir waren davon ausgegangen, dass die Stadt uns nicht nur lobt, sondern die Bäume weiter pflegt.“ Aber genau das könne die Stadt nicht leisten, hat man den Baumschützern jetzt im Grünflächenamt mitgeteilt. Das bestätigt auch Bürgermeister Heiko Müller. Er war bereits im Frühsommer auf die Bäume angesprochen worden. „Damals haben wir die Feuerwehr vorbei geschickt“, sagt er, aber eine regelmäßige Gießpflege für die jungen Bäume könne die Kommune nicht übernehmen. Er bedauert, dass die Bäume vertrocknet sind.

Die von den Kindern gepflanzten Bäume stehen in diesem Sommer mit ihren Problemen nicht alleine da. Auch andere Neuanpflanzungen brauchen Hilfe. Nicht selten rufen die Kommunen deshalb ihre Bürger auf, selbst Hand anzulegen und zu gießen. die Mitarbeiter des Ordnungsamtes Schönwalde-Glien haben deshalb alle Anwohner gebeten, die jungen Pflanzen an den Straßen und in den öffentlichen Grünflächen unterstützend zugießen. „Jede zusätzliche Wassergabe hilft“, so Matthias Koch von der Gemeindeverwaltung.

Außerdem weist das Ordnungsamt darauf hin, dass es wegen der lang anhaltenden Trockenheit und der hohen Temperaturen vereinzelt zu sogenannten Grünastbrüchen kommen kann. Das könne für Menschen wie geparkte Autos unter den Bäumen gefährlich werden. Betroffen sind vor allem ältere Buchen, Eichen, Kastanien und Kiefern.

In der Baumschutzgruppe Finkenkrug überlegt man inzwischen frustriert, ob man die nächste Baumpflanzaktion noch machen sollte.

Von Marlies Schnaibel

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