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Bahn lässt Plan von Asylunterkunft platzen

Wustermark: Keine Flüchtlinge in der Bahnhofstraße Bahn lässt Plan von Asylunterkunft platzen

Lange wurde ein geeigneter Standort für eine Flüchtlingsunterkunft in Wustermark gesucht. Vor Jahresende schien er in Bahnhofsnähe gefunden. Doch gebaut wird dort nicht. Der Grund: Künftig wird es dort so richtig laut! Der Schallschutz wäre viel zu teuer. Nun startet die Suche erneut.

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Quelle: Jens Wegener

Wustermark. In der Neuen Bahnhofstraße in Wustermark wird kein Asylbewerbeheim gebaut. Darüber informierte die Kreisverwaltung Havelland im jüngsten Kreisbauausschuss. Die Nachricht kam für die Wustermarker Kommunalpolitiker überraschend. Hatten sie sich doch Ende letzten Jahres mehrheitlich dafür ausgesprochen, den gültigen Bebauungsplan „Neue Bahnhofstraße“ so zu ändern, dass dort eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge entstehen kann. „Ich konnte es erst gar nicht glauben, was ich zu hören bekam“, sagte der Wustermarker Ortsvorsteher Roland Mende (CDU), die Mitglied im Kreisbauausschuss ist. „Es wurde lange nach einem Standort gesucht und jetzt fängt alles von vorne an.“

Grund für die Entscheidung des Landkreises Havelland ist eine Prognose der Deutschen Bahn. Die will vor allem den Güterverkehr auf der Strecke Berlin-Hannover verstärken, so dass es am geplanten Wustermarker Asylheim-Standort in Bahnhofsnähe zu einer sehr hohen Lärmbelastung kommen würde. „Es müssten umfangreiche Maßnahmen getroffen werden, um die Einhaltung der Grenz- und Richtwerte der einschlägigen Vorschriften zu erreichen. Das würde eine Gemeinschaftsunterkunft in einem solchen Maße verteuern, dass eine Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben ist“, sagte Kreissprecherin Bianca Lange auf Anfrage der MAZ. Hinzu komme, dass auch die geplante spätere Vermarktung des entstehenden Wohnraums nur sehr schwer möglich sein würde, so Lange. „Trotzdem wird sich der Landkreis dringend bemühen, in Wustermark ein Übergangswohnheim für Flüchtlinge zu errichten.“

„Die Frage, ob es einen geeigneten und auch planungsrechtlich möglichen alternativen Standort im Gemeindegebiet gibt, kann ich im Moment nicht beantworten“, erklärte Bürgermeister Holger Schreiber (parteilos) am Donnerstag. Mit dieser Entwicklung sei nicht zu rechnen gewesen.

Teile der Wustermarker SPD-Fraktion sehen sich in ihrer Position zu Asylheim bestätigt. Wie Fraktionschefin Christina Hanschke mitteilte, „war der Schallschutz für sie einer der Gründe, besagtes Grundstück abzulehnen“. Da aber die Asylsuchenden nicht weniger würden, müsse und werde sich die SPD nun wieder dem Ziel zuwenden, ein geeignetes Grundstück zu finden.“

Für die Linken gibt es jetzt nur zwei Möglichkeiten: „Entweder eine Ausnahmegenehmigung mit starken Schallschutzmaßnahmen oder die Suche beginnt erneut“, meint Fraktionsvorsitzender Tobias Bank. Wenn neu gesucht werde, „sollten dem Hauptausschuss unverzüglich alle möglichen Areale von der Verwaltung vorgelegt und externe Vorschläge gesammelt werden.“

Aus Sicht der Wustermarker Wählergemeinschaft sollte mit dem Landkreis schnell geklärt werden, welche Anforderungen jetzt an eine Asylunterkunft in Wustermark gestellt werden, so Fraktionschef Andreas Stoll. Er wünsche sich ein zeitnahes Treffen zwischen Vertretern der Gemeinde und des Landkreises, „um im Interesse der Bürger und der Flüchtlinge nicht unnötig Zeit ins Land gehen zu lassen.“

Als „Pleite mit Ansage“ bezeichnen der Wustermarker CDU-Chef Halvor Adrian und der CDU-Fraktionsvorsitzende Oliver Kreuels die jetzt erfolgte Absage. Sowohl unmittelbare Nähe zur Grundschule sei für beide Politiker von Anfang an problematisch gewesen, als auch die zu erwartenden extrem hohen Lärmschutzauflagen. „Da die Mehrheit der Gemeindevertreter uns damals nicht folgen mochten, stehen wir jetzt vor einem Scherbenhaufen“, so Adrian.

Von Jens Wegener

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