Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland Bahnhofsgebäude ist nur noch ein Ruine
Lokales Havelland Bahnhofsgebäude ist nur noch ein Ruine
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:31 17.04.2018
Ein trauriges Bild gibt das Gebäude heute ab. Quelle: Tanja M. Marotzke
Priort

Nicht nur Friedegund Mantey vom Verein Memoria Priort blutet das Herz, weil sie den langsamen Verfall des Priorter Bahnhofgebäudes mit ansehen muss. Mittlerweile ist das Gebäude am Ortseingang, aus Buchow-Karpzow kommend, zu einem Schandfleck und zu einer Gefahr für Bahnreisende, die auf dem Bahnsteig warten und für Fahrzeugführer, die sich auf der Kreisstraße unterwegs sind, geworden. Das Dach des Gebäudes ist zu großen Teilen eingestützt, weitere Steine oder gar ganze Wände drohen, heraus zu fallen.

Ortsbürgermeister Reiner Kühn(CDU) und seine Mitstreiter im Priorter Ortsbeirat haben schon mehrfach in der Wustermarker Verwaltung auf das Problem aufmerksam gemacht, doch offenbar ist man im Rathaus machtlos. Denn der Eigentümer, der das Gebäude vor einigen Jahren gekauft hat, lebt wohl größtenteils in der Schweiz, so dass es schwierig sei, so Wustermarks Bürgermeister Holger Schreiber (parteilos), Druck zu machen. „Wir sind mehrfach mit dem Besitzer in Kontakt gewesen, aber eine Lösung zu finden, hat bisher nicht funktioniert.“ Zuletzt im Juni habe er den Eigentümer noch mal angeschrieben.

Sowohl die Gemeinde als auch die Deutsche Bahn hätten den Eigentümer an seine Verkehrssicherungspflicht erinnert, so Schreiber. Ideen für das Bahnhofsgebäude seien mal diskutiert worden, „erwiesen sich dann aber aus Sicht des Eigentümer als nicht umsetzbar. Leider.“ Man werde dranbleiben, verspricht der Bürgermeister. Denn er schätzt ein, dass das Gebäude kaum noch zu erhalten ist.

Dabei gehört der Bahnhof zur Geschichte Priorts. Nachdem die eingleisige Bahnstrecke Wildpark (heute Potsdam Park Sanssouci)-Wustermark-Nauen am 1. September 1902 den Betrieb aufgenommen hatte, wurde 1906 das zweigeschossige Bahnhofsgebäude errichtet. „An beiden Giebelseiten befanden sich einstöckige Anbauten, wovon heute nur noch einer zu erkennen ist“, weiß Friedegund Mantey. In der oberen Etage befanden sich zwei Wohnungen für Bahnbedienstete. Unten war alles ausschließlich dem Dienstbetrieb vorbehalten: Warteraum, Fahrkartenausgabe, Aufenthalts- und Arbeitsraum für die Bahnhofsaufsicht.

Der Erkeranbau zur Bahnsteigseite enthielt Stellvorrichtungen für zwei Weichen- und Signalanlagen. Erst nach der Erweiterung der Bahnhofsanlage entstanden die Stellwerke, die zum Bahnhof gehörten und der Erker wurde dann für andere Dienstzwecke genutzt.

An der Westseite des Gebäudes befand sich der Güterboden, der beidseitig mit begehbaren Rampen ausgestattet war. Zur Gleisseite konnten Eil- und Stückgüter über ein durch einen Prellbock gesichertes Anschlussgleis bis an das Gebäude heran transportiert werden, um das Entladen zu erleichtern. Neben dem Güterboden befand sich der sogenannte „Lampenraum“, wo dienstbereite und defekte Schlusslichtlampen aufbewahrt wurden. Bis in die 60er-Jahre des 20. Jahrhunderts hatte der Bahnhof Priort einen eigenen Dienstvorsteher, dessen Dienstraum sich ebenfalls im Gebäude befand.

Erst mit der Fertigstellung des Berliner Außenringes wurde die Bahnstrecke zweigleisig ausgebaut und das Bahnhofsgebäude erhielt ein anderes Gesicht. Der ehemals am östlichen Giebel des Gebäudes befindliche Anbau wurde abgetragen. Ursprünglich beherbergte er eine Gaststätte und private Wohnräume für deren Betreiber. „Die älteren Priorter werden sich noch an die ’kühlen Blonden und den Kurzen dazu’ bei Frau Splitt erinnern“, erzählt Friedegund Mantey und ergänzt: „Bei Familie Splitt konnte man gegen einen kleinen Obolus in der guten Stube Platz nehmen und die eine oder andere Fernsehsendung mit verfolgen. Das Speiseangebot in der Gaststätte hielt sich zwar in Grenzen, aber die Bockwurst schmeckte immer besser als zu Hause.“

Von Jens Wegener

Die Rathenower Weinberg-Brücke ist mit dem renommierten Footbridge-Award ausgezeichnet worden. Alle drei Jahre wird der Preis von dem britischen Fachmagazin „Bridge Design & Engineering“ vergeben. In ihrer Kategorie setzte sich die Rathenower Brücke gegen Bauwerke aus London, Kopenhagen und San Sebastian durch.

07.09.2017

Nach Jahren der Diskussion kommt Bewegung in Falkensees Kulturlandschaft: Die Erneuerung der Stadtbibliothek am historischen Standort für 2 Millionen Euro wird möglich. Dafür könnte ein maroder Anbau durch ein barrierefreien Gebäudeteil ersetzt werden.

10.09.2017

Der historische Charme der Dorfstraße wird erhalten. Dieses Versprechen wurde jetzt in Garlitz gegeben. Die Gemeinde Märkisch Luch investiert 55 000 Euro in dem Ortsteil. Jetzt ist der erste Abschnitt fertig.

06.09.2017