Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Bald wird es an Hortplätzen mangeln

Die Stadt Nauen muss sich über die künftige Kinderbetreuung Gedanken machen Bald wird es an Hortplätzen mangeln

In Nauen wird laut Prognosen in den nächsten Jahren die Zahl der Kinder im Kita-Alter sinken, dagegen die Zahl der Hortkinder ansteigen. Aus diesem Grund muss sich die Stadt überlegen, wie sie die Kinderbetreuung teilweise neu organisiert und wo sie am besten investiert.

Voriger Artikel
Der Nazi-Opfer gedacht
Nächster Artikel
Feuerwehr wird behindert

Die Zukunft der Villa der Kita „8. März“ ist offen.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Nauen. Insbesondere für die kommunale Kita „8. März“ in Nauen könnten die nächsten Jahre große Veränderungen mit sich bringen. Grund ist die Tatsache, dass nach derzeitigen Prognosen die Zahl der Kinder im Kita-Alter demnächst sinken, dagegen der Bedarf an Hortplätzen steigen wird. „Der Bereich Hort hält viele Herausforderungen bereit. Bis 2020 müssen unter anderem 130 Hortplätze geschaffen werden“, sagt Bildungsamtsleiterin Nora Schiller.

So ist in einem Konzept der Verwaltung jetzt als eine Variante davon die Rede, die Kita „8. März“ künftig zu einem reinen Hortstandort mit 97 Plätzen zu entwickeln. Denn momentan gehen dorthin sowie in die Kita „Kinderland“ in der Karl-Thon-Straße Schüler aus der Lindenplatzschule in den Hort. Doch Eltern haben es lieber, wenn die Kinder nach dem Unterricht an ihrer Schule bleiben wie bei der Käthe-Kollwitz- und Arco-Schule, deren Horte allerdings auch aus allen Nähten platzen. Und so ist nun im Gespräch, dass sich dann ab dem 1. September 2017 die Hortbetreuung wenigstens auf nur eine Kita konzentriert – eben auf den „8. März“.

Das Problem: Die Kita „8. März“ – eine alte Villa – muss zeitnah saniert werden. Das Bauordnungsamt drängt auf die Erfüllung von Brandschutzauflagen. So wurden die Textilböden kritisiert und die Holzgeländer, zudem müssen unter anderem Fluchttüren eingebaut werden, um den neuesten Brandschutzverordnungen Rechnung zu tragen. Des Weiteren muss wegen eines starken Salpeterbefalls im Keller dieser grundlegend saniert werden.

„Wir würden rund 800 000 Euro ausgeben und kommen trotzdem mit den Plätzen nicht hin. Wir müssen deshalb diskutieren, ob wir in dieses Gebäude investieren sollen“, sagt Nora Schiller. Deshalb gibt es auch einen Plan B. Danach würde eine neue Einrichtung in modularer beziehungsweise Containerbauweise auf dem Gelände der Arco-Schule entstehen, die eine Kapazität von 150 Hortplätzen hätte. Das wäre dann der künftige Standort vom „8. März“, der dorthin umzieht. Die Kinder im Alter unter sieben Jahren würden in die Kita „Kinderland“ wechseln oder in die Kita „Biene Maja“ in der Schützenstraße.

Die Zukunft der Villa, die ohnehin nur bedingt für die Kinderbetreuung geeignet ist, wäre dann offen. Möglicherweise wird sie verkauft, um mit dem Erlös den Bau des neuen Hortstandortes oder die Sanierung einer anderen Kita mit zu finanzieren. Kita-Leiterin Ines Siebert und ihre Kollegen verfolgen die Entwicklung genau: „Wir hoffen, dass es nicht nur um Geld geht, sondern auch um das, was dort passiert“, appellierte sie kürzlich an den Bildungsausschuss.

Auch im Bereich Kita steht die Kommune vor baulichen Herausforderungen, allerdings sieht da die Bedarfsentwicklung anders aus. Bei den Drei-bis Siebenjährigen werden nämlich die Kinderzahlen zurückgehen, es ist sogar bis 2020 von Überkapazitäten auszugehen. Doch rechnet man mit etwa 40 Flüchtlingskindern, dann wird der Bedarf zumindest bis 2017 nicht ausreichen, wie Nora Schiller sagt. „Dann müssen wir uns kurzfristig Gedanken machen, wo wir Plätze herbekommen.“ So könnten bis zum 1. September 2016 insgesamt 15 neue Betreuungsplätze in der Kita „Biene Maja“ neu geschaffen werden – in Räumen, die derzeit ungenutzt sind.

„Und neben der Kita 8. März macht uns wegen ihres baulichen Zustandes auch die Kita in Groß Behnitz Bauchschmerzen“, sagt die Amtsleiterin. Nachdem der Verkauf an den Träger dort nicht geklappt hat, ist nun die Stadt Nauen wieder in der Pflicht. Ursprünglich hatte man die Variante ins Auge gefasst, dass der Träger die Kita dort erwirbt und in Eigenregie saniert. Doch letztlich konnten sich Stadt und Träger nicht einigen. „Es gab Vorschläge, die für uns finanziell nicht akzeptabel waren“, sagt Nora Schiller. Nun sind ein Abriss und eine modulare Bauweise im Gespräch. Außerdem muss in den nächsten Jahren auch die Sanierung der Kita „Kinderland“ in Kienberg angegangen werden.

Eine Entscheidung zur Zukunft der Villa der Kita „8. März“ soll voraussichtlich noch im Frühjahr dieses Jahres getroffen werden, um gegebenenfalls zeitnah einen anderen Standort errichten zu können. Allerdings ist die Frage der Finanzierbarkeit noch nicht geklärt. Bei einer Sanierung der alten Villa müssten für dieses Jahr bereits 135 000 Euro eingeplant werden. Woher das Geld kommen soll, steht noch nicht fest.

Von Andreas Kaatz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Havelland
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg