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Bald wird es kuschelig

Tierheim Falkensee erweitert sein Katzenhaus Bald wird es kuschelig

Bis Ende Februar will das Tierheim Falkensee sein Katzenhaus um zwei weitere Zimmer erweitert haben. Der Bedarf ist groß, denn zum Frühjahr wird wieder damit gerechnet, dass teils komplette Würfe Katzenbabys im Tierheim landen. Für die Malerarbeiten sucht der Verein noch tatkräftige Unterstützung.

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Heike Wegner mit Kater Hugo, der in einem sehr schlechten Zustand ankam.

Quelle: Josefine Kühnel

Falkensee. Die Falkenseerin Heike Wegner hält einen schwarz-weißen Kater auf dem Arm und kuschelt ihn liebevoll. „Der hatte es schwer“, verrät die ehrenamtliche Leiterin des Katzenhauses vom Tierheim Falkensee mitfühlend. Neben ihr steht Tierpfleger Daniel Braun und erklärt: „Hugo kam in einem sehr schlechten Zustand zu uns, er hat sich im Kreis gedreht, war extrem ängstlich und hat nur etwa 1,5 Kilogramm gewogen.“

Wenn man den Kater jetzt betrachtet, dann haben die hauptsächlich ehrenamtlichen Mitarbeiter des Tierschutzvereins Tierheim Falkensee und Umgebung sehr gute Arbeit geleistet. Auch die 22 weiteren Katzen in den insgesamt 14 Zimmern sind gut versorgt. Sie werden nicht in kleine Boxen eingesperrt, sondern haben – für die Verhältnisse in einem Tierheim – geräumige und liebevoll eingerichtete Zimmer.

„Unseren Katzen geht es hier gut. Die Kitten haben allerdings andere Ansprüche, die brauchen viel Wärme. Deshalb kam die Idee, unsere alten Lagerräume zu zwei Mutter-Kitten Räumen mit Fußbodenheizung und einem Nagerraum umzubauen“, erklärt der Vorstandsvorsitzende des Vereins Rico Lange. Die Arbeiten sollen voraussichtlich Ende Februar abgeschlossen sein.

Mit den zwei neuen Zimmern auf insgesamt 30 Quadratmetern wird Platz für zwei weitere Würfe mit Katzenbabys und viele Nagetiere geschaffen. Zeitlich genau abgestimmt auf den Katzennachwuchs, der von April bis Juni häufig als kompletter Wurf im Tierheim landet. Am 4. Januar begannen die Umbauarbeiten im Katzenhaus. „Eigentlich schon im Dezember, wir mussten das Lager ausräumen und umstapeln“, erklärt der 27-jährige Bankkaufmann, der für jeden Besuch aus dem 125 Kilometer entfernten Jessen anreist.

Bis heute kostete den Tierschutzverein der Umbau des Katzenhauses 10 000 Euro, die bis Ende Februar voraussichtlich auf 12 000 Euro ansteigen werden. Nur mit Hilfe von Spenden und den Ersparnissen des Vereins konnte diese Summe aufgebracht werden. Alle ehrenamtlich tätigen Vereinsmitglieder arbeiten neben ihren Vollzeitjobs zusätzlich und komplett unentgeltlich im Tierheim. Wodurch die Ausgaben für den Umbau deutlich geringer ausfielen.

Die Trockenbauer und die Fliesenleger haben ihre Arbeit bereits erledigt, derzeit wird die Elektrik installiert. In den kommenden Wochen müssen die neuen Räume noch gestrichen und die Fenster vergittert werden. Bei den Malerarbeiten würde sich der Verein über tatkräftige Unterstützung freuen.

Doch auch zum Erhalt des gesamten Tierheims sucht der Verein weitere tatkräftige ehrenamtliche Unterstützer „Unsere Ehrenamtlichen sind großartig, doch viele sind schon recht alt und können körperlich einfach nicht mehr so viel leisten. Es muss auch mal Rasen gemäht oder eine ähnlich körperlich anstrengende Arbeit verrichtet werden. Es fehlen vor allem fähige Handwerker und Hausmeister“.

Doch nicht nur die Helfer und Spenden ermöglichten die Finanzierung des Umbaus des Katzenhauses. Einen großen Anteil am Erhalt und Ausbau des Tierheims habe der Landkreis, betont Lange. „Auch die Kulanz des Landkreises, der als Pächter nur eine geringe Miete verlangt, ermöglichte unser Projekt. Deshalb fühlen wir uns als Vereinsmitglieder auch verpflichtet, bewusst Tierschutz für den Landkreis Havelland zu betreiben und damit vorrangig Tiere aus den Gemeinden Dallgow-Döberitz und Brieselang sowie aus der Stadt Falkensee aufzunehmen, zu resozialisieren und weiterzuvermitteln. Wir wollen uns damit für die großartige Unterstützung des Landkreises bedanken.“ Die Hilfe des Tierschutzvereins kommt insbesondere den Gemeinden zugute, da diese für Fundtiere zuständig sind.

Wer ein Kätzchen aufnehmen möchte, muss persönlich im Tierheim vorbeikommen, damit die Vereinsmitglieder sichergehen können, dass die Tiere in gute Hände gegeben werden. Anschließend kommt es zu einer Vor- Ort-Kontrolle. Dabei wird geprüft, ob die Tiere im neuen Heim artgerecht gehalten werden können. Wenn alles in Ordnung ist, kann der neue Besitzer das Tier aus dem Heim gegen eine Schutzgebühr aufnehmen.

„Wir hatten aber auch schon einmal eine Beschwerde eines Interessenten, weil wir nach der Vor- Ort-Kontrolle das Tier leider nicht guten Gewissens vermitteln konnten. Doch es geht nun mal um das Wohl des Tieres“, so Lange.

Trotz solcher Erlebnisse werden die ehrenamtlichen Vereinsmitglieder immer wieder mit schönen Momenten für ihre harte Arbeit belohnt. „Besonders viel Spaß macht es, wenn man positive Rückmeldungen von den neuen Besitzern der Tiere erhält, die vermittelt wurden, und dazu ein paar Fotos geschickt werden. Man sieht, dass es den Tieren gut geht, das macht Spaß. Oder wenn die Besitzer der Fundtiere ihre Schützlinge wiederbekommen und in Tränen ausbrechen, da freuen wir uns auch sehr.“

Wenn ein Haustier wegläuft, soll umgehend dem Ordnungsamt der jeweiligen Gemeinde Bescheid gegeben werden, da dieses für die Tiere zuständig ist und mit dem Tierheim zusammenarbeitet.

Das Tierheim bietet auf seiner Homepage – www.tierheim-falkensee.de – die Möglichkeit, kostenlose Suchanzeigen für entlaufene Tiere aufzugeben.

Von Josefine Kühnel

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