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Havelland Medizinischer Meilenstein für sieben Millionen
Lokales Havelland Medizinischer Meilenstein für sieben Millionen
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00:26 26.12.2015
In der vergangenen Woche haben die Erdarbeiten auf der Baustelle begonnen. Jetzt ist Weihnachtsruhe. Quelle: Bernd Geske
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Premnitz

Garagenkomplex, Buga-Haupteingang, Gesundheitszentrum. Die Eckfläche zwischen Gerhart-Hauptmann- und Friedrich-Wolf-Straße in Premnitz befindet sich seit zwei Jahren in ständiger Wandlung. Jetzt wird sie eine Gestalt bekommen, die halten soll, so lange man heute voraus denken kann. Im März 2014 hatten Stadt, Landkreis und die Havelland-Kliniken ein Vertragspaket unterzeichnet, mit dem die medizinische Versorgung von Premnitz und Umland fit für die Zukunft gemacht werden sollte. Kerngedanke war die Errichtung eines neuen Gesundheitszentrums in der Stadtmitte, um das chronisch defizitäre jetzige Gesundheitszentrum an der Friedrich-Engels-Straße auf eine neue Grundlage zu stellen. Für alle drei Vertragspartner war dabei von Anfang klar, dass sie den Neubau nicht selbst übernehmen wollten. Das sollte ein privatwirtschaftlich tätiger Investor tun.

Um diesen zu finden, startete die Stadt 2013 ein deutschlandweites Markterkundungsverfahren, bekam nur ein Angebot, war aber trotzdem zufrieden. Beworben hatte sich der Premnitzer Bauunternehmer Josef Rampf und die Verwaltung führte in der Beschlussvorlage aus: „Die Firma Rampf Bau GmbH ist der Stadtverwaltung als ein zuverlässiger und gewissenhafter Geschäftspartner bekannt.“

In diesen Tagen nun läuft die Firma auf zu einem Projekt, das sie in die Stadtgeschichte eingehen lässt. Mit einer Bausumme von sieben Millionen Euro soll ein Vorhaben verwirklicht werden, das in Premnitz zu den größten nicht-industriellen Investitionen nach der Wende gehört. Wie Josef Rampf sagt, wird ein viergeschossiges Gebäude errichtet, das eine Nutzfläche von 2 350 Quadratmetern hat. Die Erdarbeiten haben in der vergangenen Woche begonnen. Wenn das Wetter mitspielt, ist Ende Januar die Bodenplatte fertig und kann Anfang März die Grundsteinlegung sein. Ende Juni 2017 ist der Termin für die Fertigstellung.

Das Premnitzer Gesundheitszentrum

Das Premnitzer Gesundheitszentrum entstand nach der Wende durch die Umwandlung der Poliklinik an der Friedrich-Engels-Straße.

Die Stadt war zunächst 100-prozentiger Gesellschafter. Seit 2014 hält sie noch zehn Prozent der Anteile. 90 Prozent hat das Medizinische Dienstleistungszentrum Havelland, das ein Tochterunternehmen der Havelland-Kliniken ist.

Der Begriff Gesundheitszentrum wird mit zweierlei Bedeutung verwendet. Er bezeichnet im engeren Sinne das Unternehmen an sich mit drei angestellten Ärzten und einer Physiotherapie. Im weiteren Sinne ist damit das ganze Gebäude gemeint, in dem es weitere medizinische und andere Einrichtungen gibt.

Auf der Altimmobilie an der Friedrich-Engels-Straße sollen nach dem Umzug 2017 alle Gebäude abgerissen werden. Die Stadt plant dort ein Eigenheimgebiet.

Um der strengen Energieeinsparverordnung gerecht zu werden, wird das Gebäude mit Erdwärme beheizt und die Fenster bekommen spezielle Jalousien. Die Klimatisierung entspricht neuesten Standards. Gebaut wird mit Ziegelsteinen, die allein eine so starke Wärmeisolierung erreichen, dass eine extra Dämmung nicht erforderlich ist. Josef Rampf weist darauf hin, dass alle Räumlichkeiten nach den Wünschen der künftigen Nutzer gestaltet worden sind. Er habe versucht, so viel wie möglich Firmen aus der Region in das Projekt einzubinden.

Alle Flächen im neuen Gesundheitszentrum sind bereits vergeben. Es gibt 19 Einheiten. Die Havelland-Kliniken werden rund 50 Prozent des Gebäudes nutzen. Neben den medizinischen Angeboten des Gesundheitszentrums an sich, das nun ein Gemeinschaftsunternehmen der Stadt und der Havelland-Kliniken ist, ziehen weitere Ärzte in freier Niederlassung ein. Ins Erdgeschoss kommt eine Apotheke. Vorgesehen sind außerdem ein Bistro, ein Friseur, Kosmetik, Fußpflege, ein Hörgeräte-Akustiker, ein Optiker und ein Sanitätshaus. „Zum ersten Mal wird es in Premnitz ein richtiges Stadtzentrum mit Markt, Geldinstitut, Einkaufszentrum, kleinen Geschäften und einem großen Ärztehaus geben“, sagt Josef Rampf. In der Stadt gebe es keinen Stillstand und ihre Bewohner könnten sehen, dass ihre medizinische Versorgung auch in Zukunft gesichert ist.

Der Stahl für die Bodenplatte liegt schon bereit. Quelle: Bernd Geske

Von Bernd Geske

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