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Bauarbeiten bremsen Regionalverkehr aus

Behinderungen auf Pendler-Strecke Bauarbeiten bremsen Regionalverkehr aus

Bahnfahrer, die regelmäßig zwischen Rathenow und Berlin unterwegs sind, durchleben derzeit schwere Zeiten. Weil Gleise bei Buschow erneuert werden, kommt es zu Verspätungen und Zugausfällen. Betrieben wir die Linie RE 4 von der Odeg – aber die trifft daran die geringste Schuld.

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Die Gleiserneuerung zwischen Buschow und Nennhausen soll am Samstag abgeschlossen werden.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Die Ursache für die Fahrplanabweichungen sind Gleisbauarbeiten. Zwischen Buschow und Nennhausen – genauer gesagt zwischen den Bahnkilometern 152,5 und 159,6 – werden seit dem 22. Januar die Gleise in eine Richtung erneuert. Da auf diesem Abschnitt nur die beiden Schnellbahngleise verlegt sind und also ein Ausweichen auf die Stammbahn nicht möglich ist, wird die Baustelle zum Nadelöhr.

Am ersten Bauwochenende ließ die DB Netz, die für den Unterhalt der Gleisanlagen zuständig ist, den Regionalverkehr zwischen Rathenow und Buschow nahezu komplett ausfallen. Seit dem 25. Januar sind nur vereinzelte Züge gestrichen. All diese Fahrplanänderungen waren angekündigt und für informierte Bahnfahrer zwar sehr unangenehm, aber eben keine Überraschung.

Die Odeg muss warten – und wenn der ICE noch so verspätet ist

Anders sieht es mit den Verspätungen aus, von denen derzeit nahezu jeder Zug der RE 4 betroffen ist. In der Regel verläuft die Reise wie folgt: Der RE 4 fährt in Rathenow pünktlich los und bleibt dann im Bahnhof Nennhausen stehen. 10 bis 15 Minuten gehen dabei in der Regel verloren. Grund dafür sind ICE-Züge, denen bei der Durchfahrt des eingleisigen Baustellenabschnitts Vorfahrt eingeräumt wird. „Schnell vor langsam“ lautet kurz gesagt die Regel, die in der so genannten Dispositionsrichtlinie der Bahn festgeschrieben ist.

Darüber ärgert sich Arnulf Schuchmann, Geschäftsführer der Odeg, ungemein. Die Odeg, die sich um Pünktlichkeit bemühe, werde so um den Lohn ihrer Arbeit gebracht. „Die DB Netz baut Mist, und unsere Kunden müssen’s ausbaden“, schimpft Schuchmann. Wenn es nur darum ginge, die Schnellzüge vorbeizulassen, die pünktlich unterwegs sind, dann hätte der Odeg-Chef damit kein Problem. „Aber dass selbst jenen ICEs, die mit Verspätung aus Richtung Hannover kommen, Vorfahrt gewährt wird, ist einfach ungerecht.“

Bei Verspätungen müsste statt der Regel ’schnell vor langsam’ die Regel ’pünktlich vor unpünktlich’ greifen“, sagt Schuchmann. Denn der Schnellzug werde sein Ziel ja ohnehin nicht zu der angegebenen Zeit erreichen. Da falle eine zusätzliche Wartezeit nicht mehr ins Gewicht. Bei der derzeitigen Regelung kommen laut Schuchmann dagegen zwei Züge nicht fahrplanmäßig ans Ziel: Der ohnehin verspätete ICE und der eigentlich pünktlich verkehrende Regionalzug, der durch die Vorfahrtsregel zu unnötigen Wartezeiten gezwungen wird.

Großbaustelle

Großbaustelle: Blick auf den Streckenabschnitt bei Nennhausen.

Quelle: Markus Kniebeler

Viel ändern wird die Odeg an der Situation wohl nicht. Man habe immer wieder versucht, bei Gesprächen mit der Deutschen Bahn die Dispositionsrichtlinie zu modifizieren, so Schuchmann. Bislang habe man auf Granit gebissen.

Einen Trost gibt es aber für Fahrgäste auf der Linie RE 4. Am Samstag werden die Arbeiten an dem Gleisabschnitt zwischen Buschow und Nennhausen abgeschlossen. Dann soll der Verkehr, wenn nichts Unvorhergesehenes dazwischen kommt, wieder nach Fahrplan laufen. Eins ist aber auch sicher: Die nächste Baustelle kommt bestimmt. Und mit ihr der Ärger der Bahnkunden, die nicht in vorfahrtsberechtigten Zügen sitzen.

Von Markus Kniebeler

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