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Havelland Bauboom erfordert neue Ausgleichsflächen
Lokales Havelland Bauboom erfordert neue Ausgleichsflächen
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17:31 10.04.2018
In der Elstaler Heidesiedlung selbst wurden viele neue Bäume als Ausgleich zu den zuvor dort abgolzten gepflanzt. Quelle: Tanja M. Marotzke
Wustermark

Es ärgert viele Wustermarker – und nicht nur Grünen-Gemeindevertreter Tom Karrei: Wenn im Gemeindegebiet neu gebaut und damit Fläche versiegelt wird, muss ein Großteil der Ausgleichspflanzungen außerhalb Wustermarks erfolgen. Denn in der eigenen Gemarkung gab es kaum noch infrage kommende, kommunale Flächen. Dass soll sich jetzt ändern.

Seit der Wende ist in der Gemeinde Wustermark sehr viel gebaut worden. „Als Ausgleich dafür würden Bäume, Sträucher, Hecken oder Streuobstwiesen gepflanzt oder angelegt“, weiß der Klimaschutzbeauftragte der Gemeinde Jens Kroischke. Solche Ausgleichsmaßnahmen hätten sich auf insgesamt auf 56 Hektar summiert. Er nennt neben den mehr als 200 neu gepflanzten Bäumen in der Heidesiedlung vor allem die Feldgehölzhecke am Ortsausgang von Buchow-Karpzow in Richtung Falkenrehde, Flächen am Schlaggraben im GVZ Wustermark oder eine Streuobstwiese in Wernitz. „Auch in Priort werden nach und nach fehlende Bäume an der Kreisstraße ersetzt, aber dafür ist der Landkreis zuständig.“

Vereinbarung mit Flächenagentur

Kroischke räumt aber auch ein: „In Einzelfällen sind in der letzten Zeit Ausgleichsflächen außerhalb des Gemeindegebietes entwickelt worden.“ Damit sich das nicht fortsetze und ein möglichst großer Teil der künftigen Ersatzpflanzungen wirklich im Gemeindegebiet geschehe, hat Bürgermeister Holger Schreiber auf Ansinnen der Gemeindevertreter eine Vereinbarung mit der Flächenagentur Brandenburg GmbH unterzeichnet. Ähnlich praktiziert es die Stadt Nauen seit Jahren.

„Derzeit befinden wir uns noch in der Suchphase“, erklärt Jens Kroischke und ergänzt: „Mit Hilfe der Flächenagentur werden eigene kommunale oder für Gemeinde verfügbare Flächen im Gemeindegebiet naturschutzfachlich bewertet.“ Die infrage kommenden, die ein Aufwertungspotenzial besitzen, sollen gesichert werden.

Private Flächen sollen angekauft werden

Kompliziert sei das, wenn es sich um Flächen in Privatbesitz handelt, die angekauft werden müssen. Jens Kroischke: „Im Moment gibt kaum jemand Acker, Forst- oder Wiesenflächen zu den üblichen Bodenrichtwerten ab, weil die Nachfrage nach Land sehr groß ist in der Region. Deshalb müssen die Kommunalpolitiker aus meiner Sicht eine finanzielle Grenze festlegen, bis zu der Flächen gekauft werden sollen“, sagt Kroischke. Die aktuellen Bodenrichtwerte (2016), die vom Gutachterausschuss des Landkreises Havelland aufgrund gezahlter Kaufpreise festgelegt wurden, liegen bei 1 Euro pro Quadratmeter für Acker, 30 Cent für Forstflächen und 50 Cent für Wiesen. Die Bodenrichtwerte für 2017 werden demnächst vom Kreis herausgegeben.

Erste Ergebnisse im Frühsommer

Nachdem der Flächenagentur noch in 2017 die kommunalen Wustermarker Flurstücke zugearbeitet wurden, erwartet Kroischke erste konkrete Ergebnisse „voraussichtlich im Frühsommer 2018“. Das bedeutet, dass bei künftigen Eingriffen in die Natur, wie zuletzt in der Heidesiedlung Elstal oder im Olympischen Dorf, den Investoren Flächen in der Gemeinde Wustermark zum Bepflanzen vorgegeben werden könnten. Oder die Flächenagentur geht in Vorleistung, also nimmt Ausgleichsmaßnahmen auf bestimmten Arealen vor, und die Investoren müssen diese im Nachgang finanzieren.

Von Jens Wegener

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