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Bauern: Milch, Fleisch und Getreide zu billig

Landwirtschaft im Westhavelland Bauern: Milch, Fleisch und Getreide zu billig

Die Landwirte der Agrargenossenschft Hohennauen starten nicht unter den besten Bedingungen in die neue Saison. Die Preise für Schweinefleisch und Milch sind im Keller. Im Vergleich zum Vorjahr wird auch weniger Geld für Getreide gezahlt. Die Bauern im Westhavelland müssen wohl in diesem Frühjahr jeden Euro dreimal umdrehen.

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Vorbereitungen zur Maisaussaat in der AG Hohennauen. Die Winterbegrünung wird mit einem Gruber in den Boden eingearbeitet.

Quelle: Stein

Hohennauen. Düngen, Pflügen, Drillen. Die Bauern im Havelland sind mitten in den Frühjahresarbeiten auf den Feldern und Wiesen. 92 500 Hektar bewirtschaften die Landwirte im Havelland, etwa 34 Prozent sind Grünland. Doch die Voraussetzungen, unter denen sie in die „grüne Saison“ starten, sind alles andere als günstig.

Die Preise für Schweinefleisch und Milch sind im Keller. Auch der Blick voraus verheißt nichts Gutes. „ Es wird im Vergleich zum Vorjahr weniger für Getreide weniger Geld gezahlt“, sagt Peter Wilke, Abteilungsleiter in der Agrargenossenschaft (AG) Hohennauen mit den Blick auf die Ernte im Sommer, für deren Verkauf in diesen Wochen die ersten Verträge ausgehandelt werden. Nach heutigem Stand werden die Landwirte lediglich für Raps mit etwa 350 Euro je Tonne einen halbwegs vernünftigen Preis einfahren.

Es hat also nichts mit bäuerlichen Geiz zu tun, wenn sie in diesem Frühjahr jeden Euro dreimal umdrehen, bevor sie ihn ausgeben. Doch wie der Mensch nicht allein von Liebe lebt, brauchen auch die Pflanzen, Wiesen und Äcker Nährstoffe, müssen gepflegt und bearbeitet werden.

Peter Wilke

Peter Wilke.

Quelle: Stein

So gibt es derzeit genug zu tun in der Landwirtschaft, auch in der AG Hohennauen mit insgesamt 46 Mitarbeitern und 3700 Hektar zu bewirtschaftender Fläche. 2200 Hektar sind Ackerland.

Dünger streuen auf den Winterkulturen, Gülle ausfahren, Gärreste aus der Biogasanlage auf Flächen bringen, Acker pflügen, Eggen und Walzen der Wiesen sind die Arbeiten, die laut Peter Wilke von Technikmitarbeitern der AG derzeit verrichtet werden. Auf etwa 20 Hektar mussten sie Gras oder Getreide neu einsäen mit Gras oder Feldfrüchte einsäen , weil in den letzten Monaten Wildschweine auf den Flächen gewühlt haben, Gänse und Schwäne sich zu sehr an Winterkulturen labten.

Vorbereitungen zum Maisanbau

Vorbereitungen zum Maisanbau.

Quelle: Stein

Die Aussaat von Sommergetreide auf 115 Hektar haben die Hohennauener Landwirte als Frühjahresarbeit bereits erledigt. Auf 500 Hektar und damit im Vergleich zu 2014 auf etwas weniger Fläche werden sie in diesem Jahr Mais anbauen. Dafür laufen derzeit die Vorbereitungen. 250 Hektar Winterbegrünung werden mit dem Gruber in den Boden eingearbeitet. Auf leichteren Böden wird Mist gestreut und anschließend gepflügt. Die ersten Sonnenstrahlen haben den Boden auf acht Grad Celsius erwärmt. „Bei der Temperatur kann der Mais in den Boden“, erklärt Peter Wilke. Am Montag wird die AG mit der Aussaat beginnen.

In spätestens fünf Wochen sollen alle Maiskörner im Boden sein. Je nach Witterungslage vergehen ein bis zwei Wochen bis die Körner keimen und der Mais aufgeht. Dann beginnt für die Landwirte der Wettlauf mit den Kranichen. Die Kraniche fressen gerne Maiskeimlinge oder ganz junge Pflanzen. Mit Flatterbändern und Schreckschusspistole werden die Landwirte versuchen, sie davon abzuhalten.

Erstmals wieder Erbsen und Lupinen

„Hat der Mais sechs Blätter, ist alles überstanden“, erläutert der Hohennauener Abteilungsleiter. Die Hände in den Schoß legen, das wird den Landwirten aber auch dann nicht möglich sein. Sie werden dann auf den Wiesen das erste Gras mähen zur Einsilage als Futter für ihre Tiere. Möglichst viel gutes Futter selbst zu produzieren ist für die Landwirte angesichts der Preisturbulenzen auf dem Markt besonders wichtig. Die AG Hohennauen wird auch deshalb 2016 erstmals wieder Erbsen und Lupinen anbauen, als Eiweißfutter für die Tiere, auch die Winterbegrünung für eine bessere Bodenkultur forcieren.

Die Maßnahmen sollen unterm Strich helfen, Geld zu sparen. Vorrangig sind sie aber ein Beiträge zum Greening und damit Beiträge für den Umweltschutz, betont Peter Wilke.

Von Norbert Stein

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