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Bauern beklagen geringen Milchpreis

Produktion ist Minusgeschäft Bauern beklagen geringen Milchpreis

Die Agrargenossenschaft erhält derzeit einen Basispreis von 25 Cent je Liter Milch. Geplant wurde die Anlage mit einem Milchpreis von 33 bis 34 Cent je Liter. Damit macht dieses Geschäft am Ende ein Minus. An dem Preis muss sich dringend etwas verändern, so die Milcherzeugergemeinschaft Havelland.

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In der Anlage in Elslaake werden 500 Kühe versorgt.

Quelle: n. stein

Elslaake. „Unsere Milch ist Mehrwert“, steht in großen Buchstaben auf einem Plakat geschrieben. Das Plakat prangt an der Wand neben dem Computer zur Datenerfassung in der Milchviehanlage der Agrargenossenschaft (AG) Hohennauen auf dem Betriebshof in Elslaake. Das Plakat hat seinen Grund. Schon über einen längeren Zeitraum bekommen die Bauern landesweit weniger Geld für die Milch als sie für deren Produktion einsetzen müssen. „Derzeit ist die Milch für uns ein Minusgeschäft“, erklärt Günter Stöckel, Vorsitzender der AG Hohennauen am Dienstag Brandenburgs Kulturstaatssekretär Martin Gorholt (SPD) bei einem Besuch in der vor gut zwei Jahren in Betrieb genommenen und hoch modern eingerichteten Anlage. 500 Kühe werden von vier Robotern in der 163 mal 34 Meter großen Anlage gemolken.Täglich verlassen rund 14 000 Liter Milch die Anlage, in der rund um die Uhr acht Mitarbeiter tätig sind.

Seit Monaten ist der Preis im Keller

Geplant wurde die Investition für die Anlage mit einem Milchpreis von 33 bis 34 Cent je Liter. Doch davon ist man seit Monaten weit entfernt. Derzeit erhält die Agrargenossenschaft einen Basispreis von 25 Cent je Liter Milch. Qualität und Fettgehalt der Milch bringen noch etwas Aufschlag, decken aber dennoch bei weiten nicht die Kosten.

Dass der Milchpreis im Keller ist, hat internationale Ursachen. Anfang 2014 hatte China noch erhebliche Mengen Milch und Milchprodukte aufgekauft und damit für einen besseren Erzeugerpreis um 38 Cent pro Liter gesorgt. Eine erhöhte Milchproduktion bei geringerer Nachfrage ließ den Preis international aber purzeln. Zusätzlich drückte Russlands Importstopp für Milch und Milchzeugnisse den Preis.

Markt in Russland hat Auswirkungen

Sollte der Markt mit Russland wieder in normale Bahnen kommen, könnte Hierzulande der Milchpreis um drei bis vier Cent je Liter steigen, sagte Ernst- Dietrich Wille, Abteilungsleiter Viehwirtschaft der AG bei einem Rundgang mit Gorholt durch die Anlage mit Wohlfühlbürsten und Liegeplätze für die Kühe, computergesteuerter Fütterung sowie weiteren Extras, die das Tierwohl und die Milchleistung fördern. „Die Anlage ist auf die Zukunft ausgerichtet“, sagte Gorholt in Elslaake, seiner ersten von insgesamt fünf Besucherstation im Ländchen Rhinow. Begleitet wurde er vom Rhinower Amtsdirektor Jens Aasmann (SPD).

Ob die Abschaffung der europäischen Quotenregelung zur Milchmengenerzeugung Einfluss auf den Preis genommen hat, kann in der Agrargenossenschaft niemand genau einschätzen. Allerdings würde Holland heute 14 Prozent mehr Milch produzieren, sagt Günter Stöckel, der auch Vorsitzender der Milcherzeugergemeinschaft Havelland ist. Mitglied dieser Erzeugergemeinschaft sind neun Betriebe mit einer Gesamtmilchproduktion von 25 Millionen Liter Milch jährlich. Weiter Milch produzieren möchten alle Betriebe der Erzeugergemeinschaft. „Wir haben uns einmal für die Milch entschieden und so soll es auch bleiben“, sagt Günter Stöckel für die Agrargenossenschaft mit dem Zusatz: „Doch der Preis muss schnell wieder in Ordnung kommen“.

Von Norbert Stein

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