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Bauern machen Pilgerweg kaputt

Schwere Maschinen in der Landwirtschaft Bauern machen Pilgerweg kaputt

Eigentlich soll der Pilgerweg bei Buckow zur inneren Einkehr verhelfen. Der Ortsvorsteher ist aber sauer, wenn er den Weg entlang geht. Die Hälfte der Strecke ist völlig zerfahren und hat tiefe Furchen. Schuldige hat er auch schon ausfindig gemacht: die Landwirte.

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Der Buckower Ortsvorsteher Ralf Albrecht am derzeit mit Schnee bedeckten Pilgerweg.

Quelle: Norbert stein, privat

Buckow. Schnee bedeckt derzeit ein großes Problem auf den Pilgerweg um Buckow. Schmilzt die weiße Pracht, werden in den Sandweg gefahrene tiefe Spuren und Löcher wieder sichtbar. Tauwetter dürfte das Problem noch verschärfen.

Gläubige und Wanderer können auf den Sandweg nicht mehr pilgern. „Der Weg ist einfach zu zerfahren“, sagt Ortsvorsteher Ralf Albrecht. Er ist in Sorge um ein Angebot, das von Frühjahr bis Herbst bei Weitem nicht nur Gläubige nach Buckow kommen lässt, sondern auch zunehmend Touristen in das kleine Dorf bei Nennhausen lockt. Wandern ist auf etwa der Hälfe des rund 3,5 Kilometer langen Pilgerweges nicht mehr möglich. Nur noch im Wald ist der Weg halbwegs in Ordnung. In der freien Landschaft auf Feldrändern auszuweichen, sei zwar weitgehend möglich, aber sicherlich nicht im Sinne eines Pilgerweges. Zudem sei das weder attraktiv noch erholsam, meint Albrecht.

Traktoren sind zu schwer

Den Schaden verursacht haben dem Ortsvorsteher zufolge Landwirte und Lohnunternehmen, die mit Traktoren und schwerer Technik entlang des Pilgerweges Flächen bewirtschaften. Weil der Weg öffentlich gewidmet ist, dürfen auch die Landwirte mit ihren Traktoren und Maschinen auf dem Pilgerweg fahren, wie alle anderen Kraftfahrer auch.

Der zerfurchte Weg

Der zerfurchte Weg.

Quelle: privat

Die Verursacher sollten den Schaden wieder beseitigen, sagte der Ortsvorsteher in einer Gemeindevertretersitzung und übergab Amtsdirektorin Angelika Thielicke ein Foto vom zerfahrenen Pilgerweg. „Wir werden die Angelegenheit prüfen“, griff Thielicke den Vorschlag des Ortsvorstehers auf, mit den Landwirten zu sprechen, ob sie bereit sind, den Weg wieder herzurichten. Auf eine solche Bereitschaft setzt auch der Ortsvorsteher. Wenn nicht, müsse eine andere Möglichkeiten gefunden werden zur Ausbesserung und Begradigung des Pilgerweges. Den Weg haben das Amt, der Förderverein Wallfahrtskirche zu Buckow und die evangelische Reformationsgemeinde Westhavelland im Jahr 2010 gemeinsam angelegt. Der Pilgerweg beginnt und endet an der Kirche. Der Pilgerweg bereichere das Leben im Dorf und müsse deshalb wieder hergerichtet werden, so Albrecht.

Buckower Kirche ist Ausgangspunkt

Die Buckower Kirche ist nicht nur ein Beispiel nordostdeutscher Backsteingotik, sie ist auch eines der wenigen Zeugnisse mittelalterlicher Wallfahrten in der Mark Brandenburg. Die unverhältnismäßig großen Ausmaße des Bauwerks fallen Besuchern besonders auf. Der repräsentative Saalbau, der die St. Petri Kapelle in Brandenburg an der Havel zum Vorbild hat, diente im 15. Jahrhundert als Wallfahrtskirche. Ein in der vatikanischen Bibliothek entdecktes Dokument aus dem Jahre 1401 belegt, dass dem Bistum Brandenburg, zu dem die slawische Siedlung Buckow seit 1161 gehört, die Anerkennung von sieben Wallfahrtskirchen in der Diözese gewährt. 1473 wurde die Buckower Kirche geweiht.

Von Norbert Stein

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