Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -2 ° Nebel

Navigation:
Baulärm am Dritten Advent

Traglufthallen im Havelland werden erst im Januar übergeben Baulärm am Dritten Advent

Schon einmal war der Fertigstellungstermin der Traglufthalle an der Lange Straße in Brieselang verschoben worden. Nun soll die Übergabe der Flüchtlings-Notunterkunft voraussichtlich erst im Januar erfolgen. Die Baufirma steht sichtlich unter Zeitdruck, denn jetzt rollten die Bagger sogar am Wochenende.

Voriger Artikel
Weichen für Hortausbau gestellt
Nächster Artikel
2240 Euro auf dem Konto

Der Brieselanger Standort an der Langen Straße.

Quelle: Andreas Kaatz

Brieselang. Schon einmal war der Fertigstellungstermin der Traglufthalle an der Lange Straße in Brieselang verschoben worden. Nun soll die Übergabe der Flüchtlings-Notunterkunft auch nicht mehr Ende Dezember an den Betreiber, die Johanniter-Unfall-Hilfe, erfolgen, sondern voraussichtlich erst im Januar, wie eine gestrige Krisensitzung im Landkreis ergeben hat. Dies gilt auch für die Standorte in Nauen und Falkensee. „Die Termine legt die zuständige Baufirma fest“, informierte Kreissprecherin Bianca Lange. Sobald die Traglufthallen stehen und die Abnahmen erfolgt sind, sollen Informationsveranstaltungen für die Anwohner stattfinden. „Es kann sein, dass die Anwohner relativ kurzfristig informiert werden. Die Infoveranstaltungen laufen dann so ab, wie schon in anderen Notunterkünften im Landkreis“, so Lange. Die Anwohner haben die Möglichkeit sich persönlich ein Bild von der Unterkunft zu machen. Vertreter vom Landkreis und den Johannitern werden vor Ort sein. Erst dann ziehen die ersten Flüchtling ein.

Bis dahin bleibt auf der Brieselanger Baustelle noch viel zu tun. Die Baufirma steht sichtlich unter Zeitdruck, denn auf dem 13 000 Quadratmeter großen Grundstück rollten die Bagger jetzt sogar schon am Wochenende. Die Anwohner staunten am Sonntagmorgen nicht schlecht, als sie von Baumlärm unsanft aus dem Schlaf gerissen wurden. Vor Ort erlebte das verständigte Ordnungsamt dann eine Überraschung – die vom Landkreis beauftragte Baufirma arbeitete mit einer Sondergenehmigung. Gemeinde und Anwohner darüber in Kenntnis zu setzen hatte man anscheinend vergessen. Erst als die Bauarbeiten am Traglufthallen-Standort schon in vollem Gange waren, erreichte die Gemeinde eine Mitteilung. „Um 10.15 Uhr ging die E-Mail mit der Genehmigung ein. Bis Sonntag wurden wir weder in Kenntnis gesetzt, noch war die Genehmigung auf der Baustelle vorhanden“, so Bürgermeister Wilhelm Garn (CDU).

Kosten für die Traglufthallen

Der Kreistag hat auf einer Sondersitzung Mehrausgaben von 4,2 Millionen Euro für die Unterbringung von Asylbewerben und Flüchtlingen beschlossen.

Die Summe wird für das Betreiben von drei angemieteten Traglufthallen in Brieselang, Nauen und Falkensee und die Versorgung der in den drei Hallen insgesamt untergebrachten 900 Flüchtlinge gebraucht.

Für das Betreiben einer jeden Traglufthalle für ein Jahr sind 417 786 Euro zu zahlen, was zusammen rund 1,25 Millionen Euro ausmacht.

Aus brandschutzrechtlichen Gründen dürfen sich die Flüchtlinge in den drei Traglufthallen nicht selbst versorgen. Darum erhalten sie eine Vollverpflegung. Das kostet für ein Jahr pro Halle 984 960 Euro – zusammen 2,95 Millionen Euro.Das Beschaffen von Küchencontainern war nicht möglich, weil die Nachfrage gegenwärtig sehr hoch sei.

Die Kosten für das Aufstellen einer Traglufthalle mit einer Grundfläche von 2500 Quadratmetern betragen 1,2 Millionen Euro.

Ob die zuständige Baufirma auch über Weihnachten arbeitet, wie der Rathauschef und Anwohner nun befürchten, sei dem Landkreis Havelland bislang nicht bekannt. „Wir werden auf jeden Fall dagegen angehen. Es kann nicht sein, dass sonntags und an Feiertagen mitten im Wohngebiet gebaut wird“, sagte gestern Wilhelm Garn, der von der rudimentären Informationspolitik des Landkreises alles andere als begeistert ist. „Wir haben natürlich Verständnis für die Notwendigkeit der Notunterkünfte und empfangen die Flüchtlinge als Gemeinde gerne, trotzdem sollten sich alle an gewisse Grundprinzipien halten. Wir werden uns geeignete Maßnahmen überlegen und alle rechtlichen Möglichkeiten gegen diese Sondergenehmigung ausschöpfen.“ Dass der Landkreis wenig bis gar nicht auf die Bedenken der Anwohner reagiere, könne das Stadtoberhaupt nicht verstehen. „In Falkensee und Nauen sind die Umstände einfach anders. Wenn man eine Unterkunft in dieser Größe mitten in einem Wohngebiet plant, sollte man besonders die Anwohner viel stärker mit einbeziehen.“ Die Fraktion Initiative für Bürgerinteresse und Bürgerbeteiligung“ (IBB) sowie der Anwohnerkreis Traglufthalle hatten in der Vergangenheit immer wieder ihre Bedenken zum gewählten Standort geäußert.

Von Laura Sander

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Havelland
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg