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Bauland vor allem im Umland weiter gefragt

Grundstücksmarkt im Havelland Bauland vor allem im Umland weiter gefragt

Die Nachfrage nach Bauland ist vor allem im Berliner Umland weiterhin groß. Wie aus dem aktuellen Grundstücksmarktbericht hervor geht, stiegen deshalb die Quadratmeterpreise dort um 20 bis 30 Prozent. Auch der Geldumsatz nahm deutlich zu – beispielsweise in Falkensee und Brieselang.

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Das Wohngebiet Neu Döberitz ist fast bebaut.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Havelland. Wer sich gleich hinter der Berliner Stadtgrenze seinen Traum vom eigenen Heim verwirklichen will, der muss immer tiefer in die Tasche greifen. So sind die Baulandpreise 2015 im Vergleich zum Jahr davor beispielsweise in Falkensee nahezu überall angestiegen. Besonders hochpreisig bleibt es auf jeden Fall im Bereich um den Falkenhagener See, wo die höchsten Quadratmeterpreise im Landkreis fällig werden. 240 Euro sind dort für Grundstücke direkt am Ufer zu zahlen, 50 Euro mehr als bisher. Auch im Gebiet um die Kantstraße ist der Zuschlag deftig – 150 statt bisher 100 Euro.

„Von den Baulandpreisen und vom Geldumsatz her haben wir im Landkreis eine steigende Tendenz zu verzeichnen, von der Anzahl der Kaufverträge her ist der Grundstücksmarkt hier aber stabil“, sagt Axel Grzesik, Vorsitzender des Gutachterausschusses, der den Grundstücksmarkt 2015 herausgegeben hat. Insgesamt wurden im Vorjahr 2712 Verträge abgeschlossen. Davon sind ein Drittel Baulandkäufe, vor allem für die Errichtung von Ein- und Zweifamilienhäusern. Die meisten Häuser entstehen im Berliner Umland, wo die Grundstückspreise um 20 bis 30 Prozent stiegen, im übrigen Landkreis etwas geringer.

Unter denen, die in den Speckgürtel ziehen, sind viele Berliner, weiß Axel Grzesik. Aber auch aus den westlichen Bundesländern gebe es zahlreiche Kaufinteressenten – und das überwiegend in Falkensee, Brieselang, Schönwalde-Glien, Wustermark, Dallgow-Döberitz und Nauen. Die meisten Grundstücke für Eigenheime wechselten 2015 in Falkensee den Besitzer, nämlich 126. Und die Nachfrage hält an. „Die Makler, die mit im Gutachterausschuss sitzen, berichten uns, dass sie gar nicht so viele Grundstücke anbieten können wie nachgefragt werden.“ Nur knapp hinter Falkensee liegt Brieselang mit 115 Kaufverträgen. Trotz nahezu gleicher Anzahl sind die Preisunterschiede aber enorm. „In Falkensee wurden dabei 15,5 Millionen Euro umgesetzt, in Brieselang hingegen 7,3 Millionen Euro“, so Grzesik. Zum Vergleich Rathenow: Dort wurden 40 Grundstücke veräußert und dabei nur 1,3 Millionen Euro umgesetzt. In Premnitz gab es 13 Verkäufe.

Die Bodenrichtwerte sind indes immer nur Durchschnittswerte. In Einzelfällen liegen die Quadratmeterpreise auch deutlich darüber. So war beispielsweise einem Käufer in Falkensee sein Grundstück einen Preis von 294 Euro wert, ein anderer zahlte in Brieselang noch mehr, nämlich 298 Euro. Der höchste Durchschnittspreis liegt in Dallgow-Döberitz bei 141 Euro pro Quadratmeter, gefolgt von Falkensee mit 133 Euro. In Dallgow hat sich allerdings die Zahl der Kaufverträge im Vorjahr auf 52 halbiert. Grund ist, dass das Baugebiet Neu Döberitz nahezu voll ist.

Der Gutachterausschuss wertet sämtliche Kaufverträge aus, die im Laufe des Jahres im Landkreis geschlossen werden. Dazu gehören auch Eigentumswechsel bei bebauten Grundstücken. 990 Verträge gingen ein, bei mehr als 50 Prozent geht es um Gebäude im Berliner Umland. Auffällig ist unter anderem, dass in Falkensee und Dallgow-Döberitz im Vorjahr rund ein Drittel mehr Häuser der Baujahre bis 1948 verkauft wurden als noch 2014. Bei den jüngeren Häusern ab 1991 waren es nur zehn Prozent. „Daraus lässt sich ablesen, dass nicht mehr so viele Grundstücke am Markt sind, so dass viele Kaufinteressenten auch ältere Häuser erwerben“, schlussfolgert Axel Grzesik. Wie er sagt, habe sich auch die Erhöhung der Grunderwerbssteuer Mitte 2015 bemerkbar gemacht. „Kurz davor haben wir noch eine Menge Post von Notaren bekommen“, sagt er.

Im Blick hat der Gutachterausschuss auch die Eigentumswechsel bei land- und forstwirtschaftlichen Flächen. Die schon in den Vorjahren zu beobachtende Preissteigerung bei Acker- und Grünlandflächen haben sich 2015 fortgesetzt. Von durchschnittlich 77 Cent pro Quadratmeter stieg der Bodenrichtwert auf 1,06 Euro. Der höchste Preis wurde mit 3,35 Euro im Amt Friesack gezahlt. Dort liegt auch der Schwerpunkt bei den Verkäufen. Als Grund für den Preisanstieg vermutet Grzesik erneut einen Zusammenhang mit dem verstärkten Maisanbau für Biogasanlagen.

Von Andreas Kaatz

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