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Baumfällung am Casino war nicht illegal

Rathenow Baumfällung am Casino war nicht illegal

Für die Fällung der Bäume ringsum die Ruine des Rathenower Offizierscasinos brauchte es keine Genehmigung. Das erklärte nun die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises. Der Eigentümer hatte die Fällung veranlasst, um das Grundstück nicht verwildern zu lassen. Sein Ziel ist der Abriss des Gebäudes, nach fünf Jahren ist er aber mit seiner Geduld langsam am Ende.

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Kein schöner Anblick. Die gefällten Bäume liegen nun ringsum das Offizierscasino und der Zaun an der Berliner Straße liegt um.

Quelle: Christin Schmidt

Rathenow. Als Mitte Februar einige Bäume auf dem Grundstück des Offizierscasinos in der Berliner Straße/Ecke Bahnhofstraße gefällt wurden, war die Verwunderung groß. Tut sich da was? Gibt es für die Fällung eine Genehmigung? Wird das Gebäude doch abgerissen? Auf MAZ-Anfrage ermittelte die Untere Naturschutzbehörde (UNB) des Landkreises Havelland, die bis dato von der Fällung nichts wusste.

Jetzt konnte der Sachverhalt geklärt werden. Eine Fällgenehmigung lag zwar nicht vor, eine solche brauchte der Eigentümer des Grundstücks, Götz Freyberg, aber auch nicht. „Die Bäume unterliegen nicht der Baumschutzverordnung des Landkreises, da sie den Stammumfang von 60 Zentimetern nicht erreicht haben. Die UNB wird daher kein Verfahren einleiten, denn der Tatbestand einer Ordnungswidrigkeit ist nicht erfüllt“, erklärte Caterina Rönnert, Pressesprecherin des Landkreises.

Der Eigentümer ist bereit, die Immobilie zu verkaufen

Inzwischen hat sich auch Götz Freyberg zu dem Vorfall geäußert. Er habe die Fällung veranlasst, um zumindest das Umfeld der Ruine nicht verwildern zu lassen. „Das Objekt selber kann ich ja nicht verschönern“, so der Geschäftsmann aus dem niederrheinischen Mönchengladbach. Anfang 2013 erwarb Freyberg das rund 1700 Quadratmeter große Grundstücks samt Casino vom Land. Er habe es in dem Glauben gekauft, das Gebäude abreißen und die Fläche neu bebauen zu können. Doch für den Abriss gibt die Denkmalschutzbehörde des Kreises keine Genehmigung. „Wäre mir die Problematik damals bewusst gewesen, hätte ich das Grundstück selbstverständlich nicht erworben“, so Freyberg.

Zuletzt hatte er vor einem Jahr eine Abrissgenehmigung beantragt, vergebens. Dabei ist ein Wiederaufbau aus seiner Sicht nicht zu realisieren. „Das ist nur noch Kernschrott, das Gebäude wurde durch den Brand damals einfach zu stark zerstört“, sagt Freyberg. Das habe eine Begehung vor drei Jahren sowie die Kostenschätzung gezeigt. Er sei inzwischen mit seinem Latein am Ende und geht davon aus, dass er die Immobilie mittelfristig veräußern wird. „Letztendlich sind es die Rathenower und die Mitarbeiter der Kreisverwaltung, die jeden Tag auf dieses Objekt schauen müssen“, gibt Freyberg zu bedenken. Zurzeit müssen sie auch auf die Reste der gefällten Bäume schauen. Das sei laut Freyberg nicht gewollt und soll sich ändern.

Von Christin Schmidt

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