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Havelland Baumfällungen: Anwohner stellen Strafanzeige
Lokales Havelland Baumfällungen: Anwohner stellen Strafanzeige
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17:32 10.04.2018
Die Linden der Luisenstraße sind gefallen, hier soll im Frühjahr der Straßenbau beginnen. Quelle: Marlies Schnaibel
Dallgow-Döberitz

Edgar Pairan und einige seiner Nachbarn sind geschockt. In den vergangenen Wochen wurden im Dallgower Prinzessinnenviertel rund 50 Bäume gefällt, wie zuletzt in der Luisenstraße. Sie müssen Platz machen für die dort geplanten Straßenneubaumaßnahmen. Der Kahlschlag geht vielen jedoch zu weit.

„Die Anwohner sind mit wenigen Ausnahmen absolut entsetzt. Bei mir an der Türe klingeln regelmäßig Anwohner, die es nicht fassen können“, erklärt Edgar Pairan, der selbst seit 1998 in der Charlottenstraße wohnt, die ebenfalls von den Baumfällungen betroffen ist.

Kahlschlag trotz Einwendungen

Trotz aller Beschwerden und sachgerechten Einwendungen der Bürger wurde der Kahlschlag fortgesetzt, so Pairan. Gemeinsam mit anderen Anwohnern hat der Dallgower nun Strafanzeige wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung gestellt.

„Es ist bedauerlich, dass es soweit kommen musste, aber wir haben keine andere Möglichkeit mehr gesehen“, erklärt er. Das Problem: laut Edgar Pairan wurden auch alte Bäume gefällt, die als Naturdenkmal erhaltenswert gewesen wären.

Durch das Abholzen sei zudem der Alleencharakter völlig verloren gegangen, der in diesen Straße eigentlich erhalten bleiben sollte. „Die Bürger fühlen sich hintergangen und systematisch fehlinformiert“, so Pairan. Für ihn sind die Fällmaßnahmen ein „völlig unverhältnismäßiger Kahlschlag ohne Sinn und Verstand.“

Bürgermeister verweist auf Gutachten

Zur Strafanzeige wollte sich Dallgows Bürgermeister Jürgen Hemberger (FWG) auf Nachfrage der MAZ nicht im Detail äußern. Nur so viel: Die durch die untere Naturschutzbehörde genehmigten Baumfällungen beruhten auf einem erstellten Baumgutachten, das die Vitalität und Standdauer der Bäume untersucht habe, so Hemberger.

Auf dieser Grundlage seien die Anträge gestellt worden. Die untere Naturschutzbehörde hat schließlich die Entnahme von 49 Alleebäumen genehmigt.

Dass der Schock bei einigen Anwohner groß ist, könne Hemberger durchaus verstehen. „Natürlich ändert sich erstmal der Charakter einer Straße, wenn große Bäume verschwinden. Dafür werden ja aber auch neue gepflanzt“, so der Bürgermeister.

Für die gefällten Bäume sollen insgesamt 113 Ersatzpflanzungen durchgeführt werden. Ob diese jedoch alle in den betroffenen Straßen gepflanzt werden können, sei noch fraglich.

Die Pläne für den Straßenneubau im Prinzessinnenviertel wurden laut Hemberger indes bereits im vergangenen Jahr vorgestellt. „Ich denke dass die Bauarbeiten dann im Mai beginnen können“, erklärt er.

Staatsanwaltschaft hat das Wort

Dass sie ihre Alleebäume nicht zurück bekommen, ist Edgar Pairan und seinen Nachbarn klar. „Wir haben den Kampf verloren, das ist uns bewusst“, sagt er. Dennoch hoffe er, dass, vielleicht auch durch die gestellte Strafanzeige, Fällungen in diesem Umfang in Zukunft deutlich anders ablaufen.

Nun muss zunächst die Staatsanwaltschaft den Dallgower Fall prüfen. Ausgang offen.

Von Danilo Hafer

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