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Das Gesicht der Baumschutzgruppe

Falkenseer Umweltschützerin Erika Paul tritt kürzer Das Gesicht der Baumschutzgruppe

Die Stadt Falkensee ist eine grüne Stadt. Trotzdem wird um jeden Baum gekämpft. Erika Paul hat die Finkenkruger Baumschutzgruppe zu einem Markenzeichen in der Stadt gemacht. Nun will sie die Führung der Gruppe abgeben.

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Erika Paul an einer alten Finkenkruger Eiche.

Quelle: Marlies Schnaibel

Falkensee. Am Anfang war ein Ahorn. Eigentlich waren es zwei riesige Ahornbäume an der Finkenkruger Kirche. Die wurden im März 2007 neben 26 Straßenbäumen in der Nähe quasi über Nacht gefällt. „Die Empörung unter den Bürgern ebbte lange nicht ab“, erinnert sich Erika Paul. Die Empörten wollten sich nicht beruhigen, sie fanden sich nach Monaten des Ärgerns zur Baumschutzgruppe Finkenkrug zusammen. Das war im Januar 2008. Erika Paul war von Anfang an dabei, nun will sie sich aus gesundheitlichen Gründen etwas zurückziehen.

Zur Person Erika Paul

Geboren wurde Erika Paul 1934 in Berlin, die Arzttochter wuchs im Falkenseer Ortsteil Finkenkrug auf.

Die Diplom-Sozialpädagogin arbeitete sie als psychotherapeutische Beraterin und Supervisorin für Ehe-, Familien- und Erziehungsberatung. Sie lebte von 1961 bis 1981 in Mecklenburg und leitete dort unter anderem die evangelische Ehe-Beratungsstelle Rostock.

1981 kehrte Erika Paul nach Falkensee zurück. Von 1983 bis zum Ruhestand leitete sie die evangelische Familienberatungsstelle Potsdam.

Im Kirchenkreis Falkensee gründete sie vor 14 Jahren eine Ehe-Beratungsstelle im Kirchenkreis Falkensee. Sie ist die Initiatorin der Baumschutzgruppe Finkenkrug.

Wenn in Falkensee Bäume gefällt wurden, dann klingelte bei Erika Paul das Telefon. Besorgte Bürger riefen an. Dabei ist die Finkenkrugerin keine Baumexpertin, ihre botanischen Kenntnisse schöpfen sich aus dem Garten am Haus, sie ist auch keine politische grüne Aktivistin – Erika Paul wurde aus Liebe am Leben zur Baumschützerin. Gemeinsam mit dem Frauen und Männern der Finkenkruger Baumschutzgruppe hat sie unermüdlich gekämpft, dass Bäume nicht leichtfertig Baumaßnahmen weichen müssen. Dabei bleib man nicht lange auf Finkenkrug beschränkt. „Die Eiche am Gesundheitszentrum haben wir nicht retten können, die Bäume in der Straße der Einheit auch nicht“, blickt sie zurück. Sie weiß eigentlich nicht, ob sie direkt überhaupt einen Baum haben retten können. Aber sie haben ein Bewusstsein geschaffen, hatte Christian Resing, damaliger Bauausschussvorsitzender, es mal bezeichnet. Ein Bewusstsein bei privaten Bauherren wie bei der Verwaltung, sich um jeden Baum Gedanken zu machen.

Denn da konnte Erika Paul ziemlich ungemütlich werden. Man merkt es ihr auf den ersten Blick vielleicht nicht an. Die Frau ist stets freundlich, kultiviert, vermittelnd. Aber sie lässt nicht locker. Immer wieder fragte sie nach, forderte Zahlen, Begründungen, Erklärungen. Als „kritischer Begleiter des Grünflächenamtes“ war die kleine Gruppe immer dabei. Die Vernetzung mit anderen Gruppen - etwa der Lokalen Agenda – gelang nicht so gut, schätzt Erika Paul ein.

Die Finkenkrugerin selbst ist in vielen Gruppen vernetzt, wirkte im Arbeitskreis „Stolpersteine“ mit, erforschte die Geschichte des Landjugendheimes, arbeitete am Buch über die Stasiverstrickungen in Falkensee mit.

All das hat viel Kraft gefordert. Deshalb will sie die Leitung der Baumschutzgruppe jetzt abgeben. Sie hofft, dass sich ein Nachfolger findet und die Gruppe weiterarbeitet. Denn Aufgaben gibt es genug: De Laubentsorgung ist zu teuer, die Mulden sind oft zu tief und beschädigen Wurzeln, die Nachpflanzungen lassen auf sich warten.

Und als Daueraufgabe: Die Öffentlichkeit mit einzubeziehen. Das gelang beim Kampf um die Bäume in der Adlerstraße. Eine Totalfällung konnte nach heftigen Protesten verhindert werden, es wurden nur drei Bäume gefällt. Die anderen blieben stehen. Es waren Ahornbäume.


Kontakt: Die Baumschutzgruppe trifft sich das nächste Mal am 13. Juli.

Von Marlies Schnaibel

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