Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Filetgrundstück: Bagger können anrollen

Rathenow Filetgrundstück: Bagger können anrollen

Auf dem Filetgrundstück vor dem Chor der Rathenower Sankt-Marien-Andreas Kirche könnten bald die Bagger anrollen. Im Bauausschuss gab es eine knappe Mehrheit für ein Nutzungskonzept, demzufolge auf dem Areal acht Mehrfamilienhäuser und ein Gemeindezentrum errichtet werden sollen. Die Pläne wurden heiß diskutiert.

Voriger Artikel
Viskose-Abriss ist nahezu abgeschlossen
Nächster Artikel
Straßenmeisterei: Winter kann kommen

So soll das freie Grundstück auf dem Kirchberg nach den Plänen des favorisierten Entwurfs bebaut werden.
 

Quelle: Stadt Rathenow

Rathenow.  Die Bebauungspläne für eines der attraktivsten Grundstücke in der Rathenower Altstadt nehmen konkrete Formen an. Am Montagabend sprachen sich die Mitglieder des Rathenower Bauausschusses mit knapper Mehrheit für ein Nutzungs- und Bebauungskonzept für den südlichen Kirchberg aus, das zuvor von einer Jury aus fünf eingereichten Vorschlägen ausgewählt worden war. Am 7. Dezember wird das Konzept den Rathenower Stadtverordneten vorgelegt. Stimmen diese zu, dann stünde einem Verkauf und einer Bebauung des rund 1100 Quadratmeter großen Grundstücks nichts mehr im Wege.

Nach dem ausgewählten Entwurf sollen auf der Freifläche vor dem Chor der Sankt-Marien-Andreas-Kirche acht einzelne Gebäude mit 12 Wohnungen errichtet werden. Außerdem ist gleich hinter dem Chor die Errichtung eines frei stehenden Gebäudes geplant, das sich architektonisch von den Wohnhäusern abhebt. In diesem Gebäude könnte ein Gemeindezentrum untergebracht werden. Die Wohnhäuser rahmen das Grundstück ein – die Lücke im Ring von Wohnhäusern rund um die Kirche würde so geschlossen.

Der Entscheidung für dieses Konzept, die mit fünf zu vier Stimmen denkbar knapp ausging, war eine lebhafte Diskussion im Ausschuss vorausgegangen. Karsten Ziehm (FDP) zählte zu den Befürwortern der Pläne. „Es wäre sehr schön, wenn die Bebauung auf dem Kirchberg nach historischem Vorbild wieder hergestellt werden könnte“, sagte er. Schließlich sei das Areal vor dem Chor der Kirche ursprünglich keine Freifläche, sondern bebaut gewesen. Erst durch die Zerstörung des Krieges und die Baupolitik der nachfolgenden Jahrzehnte sei die Lücke entstanden. Ziehm war damit ganz auf der Seite von Jens Hubald, Leiter des Sachgebiets Stadtentwicklung im Rathenower Rathaus. „Es geht darum eine Wunde des Krieges zu heilen und diese Freifläche inmitten der Rathenower Altstadt wieder zu beleben“, hatte der erklärt.

So sieht das Grundstück, das bebaut werden soll, aus

So sieht das Grundstück, das bebaut werden soll, aus.

Quelle: Markus Kniebeler

Hubald machte deutlich, dass diese Auffassung die Mehrheitsmeinung jener Rathenower widerspiegele, die sich im Rahmen des Innenstadtforum zu zwei Dritteln für eine Wiederbebauung des Kirchbergs ausgesprochen hatten. Außerdem hatten – daran erinnerte Bauamtsleiter Matthias Remus – die Stadtverordneten selbst vor zehn Jahren in einem Grundsatzbeschluss für die Bebauung des Filetgrundstückes votiert.

Das hinderte Wolfram Bleis (CDU) nicht daran, sich gegen das Konzept auszusprechen. Er sei nicht grundsätzlich gegen eine Bebauung des Grundstückes. Allerdings sei er von den vorgelegten Plänen alles andere als begeistert, sagte der Architekt. „Wenn wir dieses Konzept umsetzen, wird von der Kirche nichts mehr zu sehen sein“, sagte er. „Lasst uns an dieser Stelle aufhören“, appellierte er an seine Kollegen im Ausschuss. „Dieser Entwurf reißt keinen vom Hocker.“

Dem widersprach Benno Rentmeister (Linke) energisch. Zum einen gehe es darum, die durch den Krieg gerissene Lücke in der Stadtarchitektur endlich zu schließen. Zum anderen schaffe man an prominenter Stelle attraktiven Wohnraum. So könne es gelingen, Leute in die Innenstadt zu ziehen.

Die endgültige Entscheidung treffen am 7. Dezember die Stadtverordneten. Erst danach wird bekannt gegeben, welcher Investor hinter dem anonymisierten Bebauungskonzept steckt.

Der lange Weg zum Lückenschluss

Im Februar 2006 fassten die Stadtverordneten den Beschluss, dass die Freifläche vor dem Chor der Sankt-Marien-Andreas-Kirche bebaut werden soll.

Potsdamer Architekturstudenten unter Leitung des renommierten Stadtplaners Klaus-Theo Brenner beschäftigten sich mit der Bebauung des Grundstückes und präsentierten 2015 ihre Entwürfe. Diese sollten den Blick öffnen für die Gestaltungsmöglichkeiten.

Im Februar 2016 startete die Stadt ein Interessebekundungsverfahren. Fünf Vorschläge wurden eingereicht. Eine Jury, in der neben Vertretern der Verwaltung, der Denkmalbehörde und Planern auch Stadtverordnete saßen, kürte den vorgestellten Plan zum Sieger.

Sollte dem Investor das Grundstück verkauft werden, muss er innerhalb von zwei Jahren mit der Bebauung beginnen.

Von Markus Kniebeler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Havelland
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg