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Baustart für Hermes-Logistikcenter

Etzin Baustart für Hermes-Logistikcenter

Seit Dienstag rollen die Bagger im Gewerbegebiet Etzin, wo das Logistik-Unternehmen Hermes ein modernes Umschlagcenter für 53 Millionen Euro errichtet.

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Im Modell ist das neue Etziner Logistikcenter von Hermes schon fertig.

Quelle: Hermes

Etzin. Seit gestern wird gebaut. „Die ersten Bagger rollen, der erste Sand wird bewegt“, sagte Hermes-Manager Amadeus Kurz im Ketziner Rathaus. Er informierte die Stadtverwaltung über die Pläne des Unternehmens, die am kommenden Montag im Ketziner Bauausschuss (18 Uhr im Rathaussaal) öffentlich vorgestellt werden.

Im Gewerbegebiet Etzin entsteht neben der Firma Mosolf ein neues Logistikzentrum der Hermes Gruppe. Eine Fläche von 8,6 Hektar hat das Unternehmen von Mosolf gekauft, um eines seiner insgesamt neun neuen Umschlagzentren für Pakete in Deutschland zu errichten. 53 Millionen Euro wird die Hermes-Tochter ECE in den Bau in Etzin investieren und an die Hermes Germany GmbH vermieten, so Amadeus Kurz.

Kernstück des Logistikzentrums ist eine etwa 10 000 Quadratmeter große Halle, die zwölf Meter hoch sein und 116 Tore zum Beladen der Fahrzeuge haben wird. Im angeschlossenen Hauptgebäude sollen die Büros für die kaufmännischen Mitarbeiter und die Sanitärtrakts untergebracht werden. „Wir bauen dieses moderne Logistikcenter behindertengerecht, so dass es auch Arbeitsplätze für Rollstuhlfahrer oder Gehbehinderte geben wird“, erklärte Amadeus Kurz. Die Sortiertechnik sei voll automatisiert, es gebe eine doppelte Absicherung gegen Stromausfall, damit die Warenauslieferung nicht gefährdet ist. Großen Wert lege das Unternehmen Hermes auf ein Zusammenspiel von Architektur und Natur. Deshalb werde der regionale Naturschutzbund, wie an anderen Standorten in Deutschland auch, in die Flächenplanung und die Begrünung eingebunden.

Kurz bestätigte die Zahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze von 250 in Etzin: „Wir brauchen 75 Prozent Leute im gewerblichen und 25 Prozent im kaufmännischen Bereich. Erste Gespräche mit der Arbeitsagentur laufen. Ich bin zuversichtlich, dass wir im Havelland oder in der unmittelbaren Umgebung genug geeignete Menschen finden.“ Der Hermes-Manager kündigte an, dass das Unternehmen in Gemeinden der Region dazu Informationsveranstaltungen machen werde. Hermes zahlt den in Brandenburg üblichen Tariflohn. Es wird von Montag bis Samstag im Schichtsystem gearbeitet. „Der Schwerpunkt liegt dabei in der Nacht, weil die Kunden bis 22 Uhr Ware bestellen können, die am Folgetag ausgeliefert werden muss.“ Er geht von 200 000 bis 250 000 Paketen täglich aus, die in Etzin umgeschlagen werden. Geliefert werde vor allem in die Region Berlin und Brandenburg, aber auch darüber hinaus.

Wie viele Paket-Transporter und Lkw künftig vom Logistikcenter Etzin aus unterwegs sein werden, konnte Amadeus Kurz gestern nicht genau beziffern. Auf jeden Fall werden die Bewohner von Wernitz, Etzin und Markee das Mehraufkommen an Fahrzeugen zu spüren bekommen.

Um die Verkehrssituation zu entlasten, hat die Hermes Gruppe schon Kontakte zur Havelbus-Verkehrsgesellschaft aufgenommen, um mögliche Bedarfe für zusätzliche Busverbindungen von und nach Etzin zu erkunden. „Es liegt im Interesse der Hermes-Gruppe, möglichst viele Mitarbeiter mit öffentlichen Verkehrsmitteln an den Standort zu bringen“, sagte Kurz.

Für die Stadt Ketzin/Havel sei die Ansiedlung von Hermes ein Glücksfall, so Bürgermeister Bernd Lück (FDP). Auch wenn noch nicht sicher ist, ob und in welcher Höhe Gewerbesteuer von Hermes in die Stadtkasse fließen wird.

Von Jens Wegener

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