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Baustart im Olympischen Dorf rückt näher

Elstal Baustart im Olympischen Dorf rückt näher

Der Entwurf für ersten Bauabschnitt im früheren Sportlerdorf von 1936, dem Olympischen Dorf, liegt jetzt vor. Erschließungsarbeiten sollen Ende des kommenden Jahres beginnen – wenn nicht die Zauneidechsen den Zeitplan durcheinanderbringen.

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Klaus Meier-Hartmann

Quelle: Tanja M. Marotzke

Elstal. Eine etwa vier Meter hohe Schallschutzwand, besser gesagt ein bepflanzter Erdwall, soll die künftigen Wohnhäuser im Olympischen Dorf Elstal vor dem Verkehrslärm der Bundesstraße 5 schützen. Das geplante Blockheizkraftwerk, das mit Holzhackschnitzeln befeuert werden und das neue Wohnareal mit Energie versorgen sollte, kommt nicht. Der Kita-Neubau in der Nähe des vorhandenen Sportplatzes wird etwas in östliche Richtung verschoben.

Und bei der Erschließung der gut 50 Hektar großen Fläche von der Rosa-Luxemburg-Allee aus gibt es leichte Änderungen. Die Haupterschließung erfolgt aber wie vorgesehen von der Straße „Zum Olympischen Dorf“ im Süden aus. Das waren einige der wesentlichen Fakten aus dem jetzt vorliegenden städtebaulichen Entwurf für den ersten Bauabschnitt im Olympischen Dorf, über die Architekt Klaus Meier-Hartmann die Mitglieder des Wustermarker Bauausschusses informierte. Am Dienstag werden die Gemeindevertreter entscheiden, ob sie mit dem Plan mitgehen.

Im Februar dieses Jahres hatten die Gemeindevertreter das integrierte Quartiersentwicklungskonzept für das ehemalige Sportlerdorf von 1936 gebilligt. Darin ist grundsätzlich festgelegt, wie in Abstimmung mit den Denkmalbehörden und politischen Gremien eine Wiederbelebung des Olympischen Dorfes erfolgen kann. In der Endphase sind 700 bis 800 Wohnungen geplant, wobei das frühere Speisehaus der Nationen eine zentrale Rolle einnehmen wird. Zunächst geht es um den ersten Bauabschnitt, in dem etwa 250 Wohnungen, darunter etwa 110 im umzubauenden Speisehaus, entstehen. Potenzieller Investor ist die Firma Terraplan aus Nürnberg. Das Unternehmen will zunächst die Fläche für den ersten Bauabschnitt vom Eigentümer DKB-Stiftung erwerben.

Ein wesentlicher Punkt im städtebaulichen Entwurf ist die Erschließung. Dabei steht die Anbindung der Rosa-Luxemburg-Allee und die Beseitigung der unbefriedigenden Situation mit den derzeit dort parkenden Fahrzeugen im Mittelpunkt, wie Klaus Meier-Hartmann erklärte. Deshalb werde es zwar zwei kleine Zufahrten von der Rosa-Luxemburg-Allee ins Olympische Dorf geben, „die aber nicht zum Durchfahren animieren sollen, weil sie durch verkehrsberuhigte Zonen führen werden.“ Unter dem Strich bleibt es bei dem Grundsatz: Wer künftig in das neue Wohngebiet im Olympischen Dorf will, wird über die Haupterschließungsstraße aus Richtung Süden kommen müssen. Eine durchgehende Ringstraße, außer für Busse und Rettungsfahrzeuge, gibt es nicht.

Zum Knackpunkt könnten die Stellplätze werden. Die Planer haben bisher mit einem Parkplatz pro Wohneinheit bis 80 Quadratmeter kalkuliert. Bei größeren Wohnungen sind zwei Stellplätze vorgesehen. Aber: Die Gemeindevertreter werden am Dienstag die Stellplatzsatzung der Gemeinde ändern, so dass dann bereits ab 70 Quadratmeter Wohnfläche ein zweiter Parkplatz nötig ist. „Das wäre aus Sicht der Planer kaum machbar“, sagte Meier-Hartmann. Schon jetzt sind mehrere Tiefgaragen vorgesehen, dazu mit 15 Prozent überdurchschnittlich viele öffentliche Stellflächen. Aus Kosten- und Platzgründen seien weitere Parkmöglichkeiten nicht umsetzbar. Wustermarks Vize-Bürgermeisterin Petra Guhr regte an, deshalb für das Olympische Dorf eine Ausnahmeregelung festzulegen. Dem folgten die Mitglieder des Bauausschusses, entscheiden werden darüber aber die Gemeindevertreter.

Der zeitliche Plan zur Realisierung des ersten Bauabschnittes sieht vor, dass im Mai 2017 der Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan erfolgen soll. Um noch im nächsten Jahr mit den Erschließungsarbeiten beginnen zu können – was wichtig ist, um die zugesagten Fördermittel zu bekommen – , müssen im Sommer die auf dem Areal vorhandenen Zauneidechsen abgesammelt und umgesiedelt werden. Das wiederum geht nur, wenn das Bauleitverfahren zügig abgeschlossen wird.

Von Jens Wegener

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