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BdV feiert den Tag der Heimat

Rathenow BdV feiert den Tag der Heimat

Der Gebietsverband Rathenow der Bund der Vertriebenen leidet unter Mitgliederschwund. 1990 hatte der Verband noch 300 Angehörige, jetzt sind es noch 80. Am Wochenende feierten die Vertriebenen den Tag der Heimat mit Festansprachen und einem Kulturprogramm.

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Inge Jererichow (li.) und Alfred Hinz (rechts) ehrten Elfriede Kapahnke (2.v.l.), Renate Röhrich (3.v.l.) und Wally Kierschicke (4.v.l.).

Quelle: Uwe Hoffmann

Rathenow. Der Bund der Vertriebenen in Rathenow hat ein Mitgliederproblem. „Zu unseren Veranstaltungen kommen altersbedingt immer weniger Mitglieder“, sagt Elfriede Kapahnke, Vorstandsmitglied des Gebietsverbandes Rathenow des Bundes der Vertriebenen (BdV). „Wir werden sehen, wie es in den nächsten Jahren mit unserem Verein weitergeht.“ Viele Aktivitäten bietet der Rathenower BdV schon seit Jahren nicht mehr an. Aber die im Westhavelland lebenden Vertriebenen aus den ehemaligen deutschen Siedlungsgebieten Osteuropas pflegen ihre Rituale.

Der Tag der Heimat

Am Samstag trafen sich rund 40 von ihnen zum diesjährigen Tag der Heimat im Lutherhaus. „Flucht und Vertreibung gehören, mit Millionen Betroffenen, zum Teil der deutschen Geschichte“, nahm Bürgermeister Ronald Seeger (CDU) auch Bezug auf die aktuelle Politik in Europa und der Welt. „Frieden und Freiheit ist ein kostbares Gut. Das erste Gebot in der Politik sind heute Gespräche und Versöhnung.“ In der Charta der Vertriebenen heißt es: „Wir Heimatvertriebenen verzichten auf Rache und Vergeltung. Dieser Entschluss ist uns ernst und heilig im Gedenken an das unendliche Leid, welches im besonderen das letzte Jahrzehnt über die Menschheit gebracht hat.“ Das nahm Landtagsvizepräsident Dieter Dombrowski (CDU) zum Thema seiner Festrede. „Mit der Verabschiedung der Charta am 5. August 1950 bewiesen die Heimatvertriebenen nur fünf Jahre nach Kriegsende große Weitsicht auf dem Weg zu einem friedlichen und vereinten Europa“ so Dombrowski. Jürgen Meyer, stellvertretender Vorsitzender des BdV-Landesverbandes, begrüßte die neue „Entdeckung“ der Heimat durch die etablierten Parteien. Nach der Bundestagswahl vor nicht einmal einem Monat, bei der diese viele Stimmen an die AfD verloren, sprechen Spitzenpolitiker von CDU/CSU, aber auch SPD und Grüne verstärkt über die Heimatliebe.

Dieter Dombrowski hielt die Festrede

Dieter Dombrowski hielt die Festrede.

Quelle: Uwe Hoffmann

Zum Tag der Heimat begrüßte der Verbandsvorsitzender Alfred Hinz Gäste der BdV-Verbände aus Brandenburg/Havel und Potsdam-Mittelmark, den Landesvorsitzenden Harald Heerwagen sowie Dennis Granzow als Vertreter des Landkreises begrüßen.

Früher über 100 Gäste

Noch vor wenigen Jahren beging der BdV Rathenow den Tag der Heimat feierlich mit über die 100 Mitgliedern und Gästen. Diese Zeiten sind vorbei. Andere regionalen Vertriebenenverbände haben ähnliche Probleme. So musste der Verein der Ost- und Westpreußen in Stendal schon aufgelöst werden. Der Stendaler Ulrich Wilz, der viele Jahre im Westhavelland lebte, kommt regelmäßig zu den Treffen der Rathenower und erheitert die Gäste mit seinen, auch im ostpreußischem Dialekt vorgetragenen und selbst geschriebenen Gedichten. 1990 hatte der BdV Rathenow noch 300 Mitglieder, jetzt sind es 80.

Organisatoren und Gäste

Organisatoren und Gäste. Von links: Elfriede Kapahnke, Jürgen Meyer, Kurt Prodöhl, Harald Heerwagen und Alfred Hinz.

Quelle: Uwe Hoffmann

In seiner Reihe bekannter Persönlichkeiten der deutschen Siedlungsgebiete in Osteuropa stellte der Rathenower Hans Joachim König, gemeinsam mit Inge Jerichow, im Jahr des Reformationsjubiläums, den aus Wollin (Pommern) stammenden Johannes Bugenhagen (1485 bis 1558) vor. Der Priester, einer der wichtigsten Mitstreiter Martin Luthers, wirkte in Norddeutschland und Skandinavien. Mit seinem Wirken hatte Bugenhagen großen Einfluss auf die Umsetzung der Reformation in dieser Region.

Auszeichnungen

Für ihre aktive Vereinsarbeit zeichnete Alfred Hinz die BdV-Mitglieder Elfriede Kapahnke, Renate Röhrich und Wally Kierschnicki aus. Zum diesjährigen Tag der Heimat sang der Heimatchor Wolsier. Neben herbstlichen Volksliedern bot der Chor auch Lieder aus der alten Heimat.

Von Uwe Hoffmann

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