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Havelland Befreites Feiern, heimtückischer Angriff
Lokales Havelland Befreites Feiern, heimtückischer Angriff
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00:17 29.01.2016
Konrad Wolf (Mitte) im Frühjahr 1945. Quelle: Repro/MAZ
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Havelland

Die Aufzeichnungen beginnen in Kabardinka am Schwarzen Meer. Sie führen über Rostow, Kursk, Kiew, Warschau, Deutsch Krone, Stettin, Bernau, Oranienburg, Nauen und Premnitz nach Berlin. Konrad Wolf war gerade 17 Jahre alt geworden, als er begann, Tagebuch zu schreiben. Es ist ein Kriegstagebuch, das er von 1942 bis 1945 geführt hat. Das ist aus Anlass seines 90. Geburtstages unter dem Titel „Aber ich sah ja selbst, das war der Krieg“ herausgegeben worden. Ergänzt mit der DVD des Films „Ich war neunzehn“, dem persönlichsten Film des späteren Regisseurs Konrad Wolf.

In dem Film wird der Weg des jungen deutschen Emigranten, der in der Uniform der Roten Armee nach Deutschland zurückkehrt, erzählt. In dem Tagebuch lässt sich nachlesen, wie Konrad Wolf die drei Jahre erlebt hat.

Das Buch beginnt mit einem Luftangriff auf das kleine Kabardinka, Wolf schmeißt sich auf die Dielen, neben ihm wird ein Mann zerfetzt. Für Konrad Wolf, eben der Politabteilung der 47. Armee zugeteilt, hat der Kriegsalltag begonnen. Mit alle der Gewalt, den Toten, mit einem Wirrwarr an Kompetenzen, mit Kameradschaft und mit Missgunst. Und immer wieder mit nagenden Zweifeln am eignen Deutschsein. Die kommen ihm besonders in Oranienburg. Am 24. April 1945 notiert er: „Wenn man Majdanek, das Warschauer Ghetto und Auschwitz unmittelbar nach der Befreiung erlebt hat, ist man durch nichts Vergleichbares mehr zu erschüttern. Und trotzdem hat mich Sachsenhausen ganz persönlich so tief getroffen wie kein anderes Lager.“

Von hier geht die militärische Reise Richtung Potsdam, Berlin wird in die Zange genommen. Während sein Freund Wladimir Gall bei der Einnahme der Festung Spandau dabei, führt Wolfs Weg in den Westen von Berlin. Am 1. Mai sind die beiden Freunde wieder vereint. „Unser Politstab liegt in einem kleinen Dorf südlich von Nauen. Die Stimmung ist so ausgelassen, die Atmosphäre so turbulent, wie ich sie noch nie erlebt habe.“ Dazu gehören auch die „materiellen Grundlagen“: Sascha holt seinen legendären Reservekanister mit dem Spiritus und fertigt aus Fruchtsäften ein teuflischen Mischgetränk. Er nennt es –„Hitlers Tod.“ Ein General taucht auf, mit befreiten deutschen Gefangenen aus dem Zuchthaus Brandenburg. Eine Stuttgarter erkennt Konrad Wolf, kann es kaum fassen und murmelt immer wieder: „das Bübele, das Wolfbübele.“

Einer regelrechter, ausgelassener Pelmenikrieg bricht an dem Abend unter den Männern aus, es gilt zu klären: Wer macht die richtigen und die besten Pelmeni? Es ist eine der Erinnerungen, die auch in dem Film „Ich war 19“ Eingang findet.

Wie auch diese vom Tag drauf: „Hamburger Chaussee bei Spandau“, notiert Wolf, die Männer sollten der Bevölkerung den Befehlt Nr. 1 der SMAD überbringen, das Verbot aller faschistischen Organisationen und die Schaffung geordneter Verhältnisse. An einer Kuppe wird Halt gemacht. „Hinter uns liegt eine Kreuzung mit einem Wegweiser, der die Richtungen Hamburg und Berlin anzeigt sowie auf Potsdam und Falkensee hinweist.“ Kurze Zeit später werden sie von entgegen kommenden Truppen beschossen, es sind Deutsche, die einen T-34-Panzer gekapert hatten und Uniformen der Roten Armee trugen. Es kommt zu Gefechten, viele Deutsche ergeben sich und werden gefangen genommen.

Konrad Wolf war dann einige Tage in Premnitz stationiert, ehe er den Befehl erhielt, sich in Karolinenhof im Frontstab zu melden. Er sollte in Berlin eingesetzt werden. Der Krieg war für ihn beendet.

Von Marlies Schnaibel

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