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Behütet und getröstet von mütterlicher Macht

Gedanken zum neuen Jahr Behütet und getröstet von mütterlicher Macht

In diesen unruhigen Zeiten sehnen sich immer mehr Menschen nach Sicherheit, die vor allem in der Familie gesucht wird. Dort fällt der Mutter eine besondere Rolle zu. Sie ist der Mensch, der uns am längsten kennt. Diese mütterliche Macht tröstet und behütet uns zugleich, auch im neuen Jahr 2016 wird das so sein.

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Pfarrer Bernhard Schmidt.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Familie ist anstrengend. Familie ist schön. Nach den vielen Feiertagen, nach dem Fest, das auch „Fest der Familie“ genannt wird, dürfte dem mancher zustimmen: Familie ist anstrengend. Familie ist schön. Ich habegerade gelesen, dass Zukunftsforscher sagen: Statt mehr Freiheit suchen die Deutschen wieder mehr Sicherheit, und die suchen sie vor allem in der Familie. Die Familie hat Konjunktur. Wenn sich „german Angst“ wieder mehr ausbreitet, dann rücken die Menschen wieder näher zusammen. Das Anstrengende an der Familie ist, dass man sie sich nicht aussuchen kann. Das Schöne an der Familie ist, dass man sie sich nicht aussuchen muss. Sie ist einfach da, und meistens ist das auch ganz gut so.

Die erste Person in der Familie ist – das lehrt uns schon die Weihnachtsgeschichte – die Mutter. Heißt es doch bei Lukas 2, Vers 16 von den Hirten: Sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. Es hat ja mit sich verändernden Geschlechterrollen gar nichts zu tun, dass die Mutter der Mensch ist, der uns am besten, jedenfalls am längsten kennt. Ich persönlich bin froh und dankbar, dass meine Mutter noch lebt, obwohl sie sich mittlerweile anschickt, 90 zu werden. Und obwohl sie mir nicht mehr viel helfen und raten kann, fühle ich mich von ihr immer noch angenommen und verstanden.

Schaut man sich heute unser Land an, könnte man auf die Idee kommen, dass das, was dem Einzelnen gut tut, auch für ein Volk gut ist, nämlich eine Mutter, die ihre Kinder innig kennt und für sie sorgt und – wie es früher üblich war – ihnen den Haushalt und die Wirtschaft führt. Ein großes deutsches Nachrichtmagazin titelte im September 2015 „Mutter Angela“. Daraus ist der überwiegend anerkennend gemeinte und positiv konnotierte Spitzname „Mutti“ geworden. Nach einer kurzen Schwächephase in den Umfragewerten, ist sie jetzt wieder oben auf und genießt als Kanzlerin das Vertrauen der überwiegenden Mehrheit der Deutschen, übrigens auch die Bewunderung der Welt. Mit dem schlichten Satz „Wir schaffen das“ hat sie uns ermutigt, die großen Herausforderungen der Flüchtlingsaufnahme anzunehmen und zu bewältigen. Und ich bin übrigens nicht der Einzige, der mutmaßt, dass „Mutter Angela“ mit ihrer Flüchtlings- und Einwanderungspolitik ganz nebenbei auch unser größtes demografisches Problem, den Bevölkerungsschwund, zu lösen versucht, eben auf diese mütterliche Weise...

Zu der zutiefst menschlichen Sehnsucht nach einer guten Mutter, der man vertraut, passt auch die Jahreslosung für 2016. Im Buch des Propheten Jesaja spricht Gott: „Ich will euch trösten wie einen seine Mutter tröstet.“ (Jesaja 66,13). Ein ungewöhnliches Bild von Gott, der ja sonst in unserer Luther-Bibel immer der HERR heißt. Doch aus dieser Zusage gewinne ich die Zuversicht, dass eine himmlische gleichsam mütterliche

Macht mich begleitet, behütet, tröstet, und so breche ich getrost auf in das Neue Jahr 2016. Gerade dieses mütterliche Behütet- und Getröstetsein wünsche ich mir und wünsche ich Ihnen. Wir sind ja nicht die Ersten. Angesichts einer Zukunft, die es so an sich hat, dass sie ungewiss ist, wünschten sich das die Menschen zu allen Zeiten und an allen Orten. So schrieb auch Pastor Dietrich Bonhoeffer Ende 1944 aus dem Gestapo-Gefängnis in Berlin an die Eltern und an seine Verlobte: „Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar, so will ich diese Tage mit euch leben und mit euch gehen in ein neues Jahr.“

Von Pfarrer Bernhard Schmidt, Falkensee

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