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Berge: 346 Lämmer in sechs Wochen

Berge Berge: 346 Lämmer in sechs Wochen

Bei Schäfer Helmut Biermann ist im Dezember Hochsaison. Mehrmals am Tag erblicken Lämmer das Licht der Welt. 346 waren es insgesamt bis Anfang der Woche. Ein gutes Ergebnis, so der Schäfer. Einfach ist das Leben als Schäfer dennoch nicht. Vor allem zwei Dinge bereiten Helmut Biermann Sorge.

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Der fünfjährige Arne hat Schaf 0533 besonders ins Herz geschlossen – die alte Schafdame hat in diesem Jahr noch einmal Nachwuchs bekommen.

Quelle: Danilo Hafer

Berge. In den letzten Wochen verbrachte der Schäfer Helmut Biermann fast jede freie Minute bei seinen Tieren im Stall. „Der Dezember ist der Monat in dem die meisten Lämmer zur Welt kommen“, sagt er.

Bis Anfang der Woche erblickten in Berge 346 lebende Lämmer das Licht der Welt. Pro Schaf seien dies 1,55 Lämmer. Von seinen 248 Merinofleischschafen haben in diesem Jahr genau 222 Nachwuchs bekommen. „Einige haben sogar Drillinge geboren“, so der 50-Jährige.

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346 Lämmer erblickten bei Schäfer Helmut Biermann seit Ende November das Licht der Welt. Die MAZ durfte einen Blick ins Innere des Stalls werfen, in dem die Lämmer mit ihren Müttern leben.

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In dieser Zeit schaut Helmut Biermann regelmäßig nach dem rechten. Bis auf rund dreieinhalb Stunden in der Nacht, würden fast ohne Unterbrechung Lämmer geboren. Nicht immer geht dabei alles gut.

„Manchmal kommen Lämmer verkehrt herum auf die Welt und dann können sie Schleim schlucken und sterben, da müssen wir dann aufpassen“, sagt er. In diesem Jahr sei er aber sehr zufrieden, nur ganz wenige Lämmer hätten es nicht geschafft. Stirbt eines der Lämmer, geht das dem Schäfer auch nach all den Jahren noch ans Herz.

„Je länger man mit den Tieren zusammenarbeitet, desto näher ist man ihnen auch“, sagt Biermann. Die Lämmer, die es geschafft haben, fressen seither fleißig Stroh und Heu. Einen ganzen Ballen verputzen die Lämmer mit ihren Müttern dabei an einem Tag.

Auch Biermanns ältestes Schaf und Lieblingstier seines Sohnes Arne, hat in diesem Jahr noch einmal ein Lamm geboren. „Sie ist jetzt 13 Jahre alt, das wird dann letzte Mal gewesen sein“, so der Schäfer. 0533 lautet der Name der mehrfachen Uroma. Warum die alte Schafdame das Lieblingstier von Sohn Arne ist, hat einen ganz einfachen Grund. „Sie mag mich“, sagt der Fünfjährige und gibt dem Schaf eine Umarmung. „Die Vorfahren von 0533 waren schon sehr zahm, sie toppt es noch einmal“, ergänzt Biermann.

Seit inzwischen vier Generationen ist die Familie Biermann im Havelland ansässig. Sein erstes Schaf bekam Helmut Biermann von seinem Vater. Da war er gerade einmal knapp acht Jahre alt. „Seither hatte mich aber niemand mehr von meinem Berufswunsch abbringen können“, sagt er. So lernte er 1984 schließlich den Schäferberuf. Nach der Wende machte er sich selbstständig und legte die Meisterprüfung ab. Auch heute hat er diese Entscheidung nie bereut, trotz der nicht rosigen Aussichten. Neben den finanziellen Aspekten macht sich Helmut Biermann aber auch über etwas anderes Sorgen.

„Bei uns Schäfern ist der Wolf natürlich ein großes Thema“, sagt er. Zwar habe er in seinen Gebieten rund um Berge noch keinen gesichtet, aber nur einige Kilometer entfernt in Paulinenaue oder dem Nauener Forst sollen bereits Exemplare gesichtet worden sein. Die Angst vor dem Wolf zeigt sich auch im Alltag des Schäfers. „Ich versuche immer Abends wieder mit den Schafen im Stall zu sein, draußen fühle ich mich nicht wohl.“ Nur in Ausnahmefällen, etwa wenn die Herde mehr als acht Kilometer vom Hof entfernt ist, bleibt Biermann mit den Tieren über Nacht in der Natur.

Ob einer seiner beiden Söhne den Hof einmal übernehmen wird, kann Helmut Biermann noch nicht sagen. „Ich möchte einfach, dass sie glücklich werden. Sie sind beide sehr klug und vielleicht lernen sie ja einen richtigen Beruf“, sagt er.

Für ihn selbst sei nie etwas anderes, als der Beruf des Schäfers in Frage gekommen. „Es gibt deutlich leichtere Wege, Geld zu verdienen. Aber es macht mir einfach zu viel Spaß“, so Biermann.

Von Danilo Hafer

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