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Besser hören bei Gottesdiensten

Barrierefreie Akustikanlage für die Dorfkirche in Pessin Besser hören bei Gottesdiensten

Über eine barrierefreie Akustikanlage verfügt jetzt die Dorfkirche Pessin. Mit deren Hilfe können Menschen, die nicht mehr so gut hören, künftig besser Gottesdienste und Veranstaltungen verfolgen. Finanziert wurde die Anlage von der Aktion Mensch und dem Förderverein der Kirche.

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Jannik Beining (r.) erklärt Andreas Flender (l.) und Michael Jurk die Geräte für Hörgeschädigte.

Quelle: Andreas Kaatz

Pessin. Gespräche wie dieses führten Andreas Flender und Pfarrer Michael Jurk zuletzt immer wieder. „Da kam eine Dorfbewohnerin zu mir, die nicht zu den typischen Kirchgängern gehört. Sie meinte: Ich war zwar mal wieder hier, aber man versteht ja nichts“, sagt Flender, Vorsitzende des Fördervereins Dorfkirche Pessin.

Die Frau ist nicht die einzige, die mit dem Hören in dem Gotteshaus Probleme hatte. Und so suchte der Vereinschef nach Möglichkeiten, dies zu ändern. Seit Freitag ist es nun soweit: Die Dorfkirche Pessin verfügt über eine barrierefreie Akustikanlage. Wer möchte, kann bei Veranstaltungen oder Gottesdiensten eines von vier Geräten erhalten, die drahtlos das Hören über Kopfhörer unterstützen – egal ob der Pfarrer eine Predigt hält oder ein Moderator durchs Programm führt. Finanziert wurde die rund 15 000 Euro teure Anlage mit Hilfe der Aktion Mensch, die ein Drittel der Kosten übernahm. Die übrige Summe brachte der Förderverein mit Hilfe von Spenden auf.

„Wir wussten gar nicht, dass es für so etwas Fördermittel gibt. Aber so können wir nun Hörgeschädigten die Teilhabe am Leben besser ermöglichen. Sie werden endlich das Gefühl erhalten, mit dazu zu gehören“, freute sich Andreas Flender am Freitag. Viele Besucher verstehen zwar die Musik, aber wenn der Chorleiter zwischendurch den Gospeltext vom Englischen ins Deutsche übersetzt, wie kürzlich bei einem Auftritt der Finchpot Singers aus Falkensee, dann erreichen die Worte einige Gäste nicht.

Die neue Anlage hat zudem den Vorteil, dass die speziell für den Kirchenraum angefertigten Lautsprecher fest eingebaut sind. Bisher verfügte das Gotteshaus nur über eine mobile Anlage, die jedes Mal aufgebaut werden musste. Des Weiteren zwingt die Einführung des LTE-Standards zu der neuen Technik, da die vorhandenen drahtlosen Mikrofone nicht mehr benutzt werden dürfen.

Für den Förderverein ist die neue Akustikanlage auch deshalb wichtig, weil die Zahl der Veranstaltungen in der Kirche zunehmen soll. Derzeit sind es vier bis fünf pro Jahr, bald könnten es doppelt so viele sein. „Sonst haben wir eine Veranstaltungskirche, aber keine Technik drin“, sagte Flender. „Wir müssen nun erst einmal sehen, wie viele Menschen die Technik in Anspruch nehmen“, so Flender. Es könnten noch weitere Geräte angeschafft werden.

Pfarrer Michael Jurk jedenfalls war angetan. „Ich hätte nie gedacht, dass es so gut klingt. Die Stimme schwebt durch den Raum“, sagte er. Für ihn ergeben sich damit ungeahnte Möglichkeiten für seine Predigten. Bisher sei es stimmlich ein ziemlicher Kraftakt gewesen, auch die Besucher in den letzten Reihen zu erreichen, vor allem „wenn die Kirche wie an Weihnachten gefüllt war“.

Errichtet hat die Anlage das Akustik-Büro Rahe-Kraft. „In 25 Kirchen im Berliner Umland haben wir solche Anlagen bereits eingebaut“, sagt Jakob Kraft, geschäftsführender Partner. Die Firma ist weltweit tätig, hat unter anderem Akustik-Technik in einer Moschee in Abu Dhabi eingebaut.

Von Andreas Kaatz

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