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Besuch im Wunderkammerschiff

Paretz Besuch im Wunderkammerschiff

Einen etwas anderen Unterricht erlebten am Donnerstag Kinder einer Bernauer Schule in Paretz. Sie besuchten das Wunderkammerschiff – ein schwimmendes Museum.

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Viel zu entdecken und zu bewundern gibt es in der Wunderkammer auf dem Schiff.

Quelle: Jens Wegener

Paretz. Wenn die Kinder nicht ins Museum kommen, kommt das Museum eben zu ihnen. Und das auch noch auf dem Seeweg. So ähnlich war es gestern Vormittag für 19 Viert- bis Sechstklässler einer Schule aus Bernau. Sie waren mit kleinen Schulbussen mehr als eine Stunde nach Paretz gefahren, um das Wunderkammerschiff zu besichtigen. „Geschichte, Deutsch, Geografie, und Kunst auf einmal – das ist mal ein etwas anderer Unterricht“, sagte Lehrerin Susanne Pliet, die als Begleiter mitkam.

Für einige Tage liegt das umgestaltete Motorschiff „John Franklin“ an der Paretzer Schleuse vor Anker. Das Projekt „Wunderkammerschiff“ soll Kindern kostenfrei kulturelle Bildung ermöglichen und spielerisch Wissen vermitteln. Es ist seit Mai unterwegs und legt bis 2018 an diversen Orten in Berlin udn Brandenburg an.

„Die Wunderkammer unter Deck ist ein mobiler, interaktiver Museumsraum, in dem Gegenstände aus dem Meer, aus der Kunst, Wissenschaft und Natur ausgestellt sind“, sagte Kapitän Stefan Vens. Der Schiffsführer ist bei den Touren durch beide Bundesländer nicht allein an Bord: drei Schülerinnen der 8. und 9. Klasse einer evangelischen Schule in Berlin sind als jeweils drei Tage als „Museumsführer“ dabei. Dann werden sie von Mitschülern abgelöst. „Wir haben vorher einen Kurs besucht, um über alles in der Wunderkammer etwas sagen zu können“, meinte Hannah führte die Bernauer Kinder unter Deck.

In dem von Studenten der Fachhochschule Potsdam umgebauten Schiffsrumpf finden sich Vitrinen, kleinere, verschiebbare Tische, die Fenster sind zu Bullaugen verkleidet. So ein „Unterricht“, dauert etwa 90 Minuten, erklärte die zweite Führerin Alina. Sie verteilte bunte Kreide an die Gäste und forderte sie auf, an den Wänden einige Motive aus der Wunderkammer zu malen. Heraus kamen Fische, Muscheln und seltsame Figuren. Im zweiten Teil bewiesen die Bernauer Schüler, dass sie sich mit den im Vorfeld der Schule zur Verfügung gestellten Logbüchern für das Wunderkammerschiff beschäftigt hatten. Kaum ein Stein, kaum eine Muschel, die die Schüler nicht kannten. Sogar ein Exemplar der sehr teuren Frucht der Seychellenpalme – Coco de Mer – war ihnen sofort ein Begriff.

Bei den Edelsteinen konnte der neujährige Richard sein Wissen anbringen. „Ich sammle seit Weihnachten letzten Jahres selbst Edelsteine, deshalb weiß ich darüber einiges“, sagte er. Ob Bernstein, Nautilus-Schnecke oder das Mineral Katzengold – die Kinder konnten alle Exemplare in die Hand nehmen, „Kunst zum Anfassen“ nannte es Lehrerin Susanne Pliet.

Am Ende kletterten die Schüler aufs Vorderdeck des knapp 29 Meter langen Motorschiffes und sahen sich die Welt rings um die Paretzer Schleuse durch ein Fernrohr an. Der weite Weg habe sich gelohnt, darin waren sich die Schüler einig. Am Dienstag werden zwei Klassen der Ketziner Europaschule das Wunderkammerschiff entern.

Von Jens Wegener

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