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Havelland Besucher stürmen Erlebnisdorf
Lokales Havelland Besucher stürmen Erlebnisdorf
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08:56 02.05.2014
Besucher stürmen Karls Erlebnisdorf. Quelle: Jana Einecke
Elstal

Es kamen immer mehr. Von der Bundesstraße schiebt sich eine Autokolonne heran. Der Parkplatz, ausgelegt für 860 Autos, ist schon ziemlich voll. Die Menschen kommen mit dem Fahrrad, im Kinderwagen, mit Rollator, zu Fuß.

Hinter dem Tor zieht Robert Dahl derweil noch schnell einen Pflock aus dem Boden - ein Überbleibsel der Bauarbeiten. Bis zuletzt wurde noch gehämmert und geschraubt auf dem zwei Hektar großen Areal, fertiggeworden ist es trotzdem rund sechs Wochen früher als erwartet. Das Erlebnisdorf Wustermark ist Dahls fünftes. Wie sein Urdorf bei Rostock dreht es sich rund um Erdbeeren, mit deren Anbau und Verkauf seine Familie reich geworden ist. Neun Millionen hat er in den Wustermarker Ableger gesteckt. Der Unternehmer weiß, wie Erfolg funktioniert, aber jetzt ist er doch ein bisschen nervös. "Ich denke, 4000 bis 5000 Besucher am ersten Tag sind realistisch", sagt er, mit einem Auge auf die wartenden Leute. "Mal sehen." Dann geht er zum Tor und macht es auf. Er wird fast überrannt.

Es ist kurz vor neun an diesem Maimorgen, als es Beobachtern dämmert, dass das neue Erlebnisdorf in Elstal wie eine Bombe einschlagen wird. Am Tor drängeln sich vor der Eröffnung mehrere hundert Menschen, oft ganze Familien.

Was seit August auf dem Gelände zwischen der B5 und Sielmanns Schaugehege entstanden ist, lässt sich am ehesten mit "ländlicher Freizeitpark" umschreiben. Es ist eine Anlage, auf der einerseits die Zeit stehen geblieben scheint, weil alles so rustikal, windschief und ursprünglich wirkt: Alles Holz hat eine Patina, Tische und Stühle wirken wie Erbstücke, Landmaschinen runden das Bild ab. Anderseits -oder gerade deshalb - trifft das Ausflugsziel den Zeitgeist. Es befriedigt die modernen Bedürfnisse nach Unterhaltung, Stadtflucht und naturbelassenem Essen perfekt. Es sind vor allem Berliner und Potsdamer, die zur Eröffnung gekommen sind, aber auch Brandenburger sämtlicher Landkreise und Nachbarn aus Polen haben sich auf den Weg gemacht.

Nun wälzt sich die Menschenmenge in die Eingangshalle, den Bauernmarkt. Die ersten bleiben gleich bei der Erdbeerbude stehen, wo die erste Ernte verkauft wird. In der Markthalle selbst riecht es nach Marmeladenstulle. Kein Wunder: Rechts wird Brot gebacken, links Erdbeeraufstrich gekocht, heute aus rund einer halben Tonne Früchten. Dazwischen: unzählige Regale mit Erdbeerkeksen, Erdbeerlikör, Erdbeerhonig und vielem mehr - und ein Selbstbedienungsrestaurant, wo es jetzt Frühstück gibt. Sofort bilden sich lange Schlangen, überall eigentlich, die Menschen wollen kaufen. "Oh, voll mein Ding hier", schwärmt eine junge Mutter.

Weiter hinten in der Halle: die Bonbonmanufaktur. Zwei junge Männer, laut Anstecknadel Paul und Sebastian, produzieren just eine neue Fuhre Erdbeerbonbons. Sie kneten und falten immer wieder knallrote, zähe Zuckermasse, 17 Kilo insgesamt, zwischendurch wischen sie sich mit den Ärmeln Schweiß von der Nase. "Wir haben tatsächlich geöffnet", murmelt Sebastian, als könne er es gar nicht glauben. Dann schwingt er sein Zuckerpaket, bis aus dem Rot ein kräftiges Rosa geworden ist. Kriegt man davon nicht Muskelkater? "Nicht mehr", sagt Sebastian und lacht. Er knetet den Zucker ein letztes Mal, Paul dreht das Ganze zu einem Zylinder. "Und so kommen die Zuckerstangen auf die Welt", sagt Sebastian und zieht an der Spitze, bis eine meterlange Kordel vor ihm auf dem Tisch liegt. Knack!, hackt er sie mit einem Spachtel ab. Knickknickknick!, zerteilt sein Kollege die Kordel in mundgerechte Stücke. Ein dritter füllt sie in Gläser.

Draußen auf dem Freigelände stürmen derweil Kinder und Erwachsene die Traktorbahn, die Spielplätze, das Ziegengehege und vor allem die Wellenrutsche. Mittendrin: die Falkenseerin Tina Hoffmann mit ihren Töchtern. Alle haben sichtlich Spaß. "Nach Rostock zu fahren, war uns immer zu weit", sagt die Falkenseerin. "Wir freuen uns, dass es Karls jetzt bei uns in der Nähe gibt."

Karls Erlebnisdorf hat seit dem 1. Mai seine Pforten geöffnet. Tausende kamen zur Eröffnung der familienfreundlichen Erlebniswelt nach Wustermark (Ortsteil Elstal) im Havelland. Das Erlebnisdorf in Wustermark hat von Mai bis Oktober täglich von 8 bis 20 Uhr geöffnet, im Winter bis 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Wer Ruhe sucht, ist im Erlebnisdorf verkehrt - zumindest am Eröffnungstag. Für diese Besucher hat Dahl eine Hintertür eingebaut. Sie führt zu Sielmanns Naturlandschaften, eröffnet wurde sie am Morgen von Umweltministerin Anita Tack. Hinter dem Drehkreuz warten Wildpferde, Wisente und die Weite der Döberitzer Heide, ein wahres Kontrastprogramm. Elke und Ulrich Fein aus Berlin-Prenzlauer Berg genügt die Ruhe im Sturm. Sie sitzen an einem der vielen Tische mit Blick auf das Gewimmel und genießen ein Stück Streusel und Bienenstich. "Das Konzept ist schon toll", sagt Elke Fein und fügt grinsend hinzu: "Interessant sind auch die Toiletten." Ein Besuch klärt auf, warum: In den Wellblechkabinen rauscht es nach dem Ziehen an der Kette wie in der guten alten Zeit.

In der Gegenwart draußen vor dem Erlebnisdorf kollabiert derweil der Verkehr. Es kommen offenbar wesentlich mehr als 5000 Besucher. Ihre Autos bilden im Schneckentempo eine Ameisenstraße, mittlerweile wird wild geparkt, ganz Elstal ist dicht. Der Rückstau auf der B5 geht bis nach Dallgow. Es sieht ganz nach einem Erfolg aus.

Von Jana Einecke

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