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Besucherrekord beim 20. Schlachtefest

Paaren im Glien Besucherrekord beim 20. Schlachtefest

9500 Besucher wurden am Wochenende beim 20. Schlachtefest im MAFZ Erlebnispark in Paaren im Glien gezählt. Über diesen Rekord freut sich nicht nur pro agro-Geschäftsführer Kai Rückewold. Aber es gibt auch Fleischer, die die Zukunft ihrer Zunft nicht so rosig sehen.

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Pittiplatsch & Co begeisterten in der Stadthalle

Neugierige Gäste sahen sich das Kochstudio an.

Quelle: Norbert Faltin

Paaren im Glien. Deftiges und Kräftiges stand für viele Tausend Besucher am letzten Oktoberwochenende im Mittelpunkt ihres Ausflugsplans. Hungern musste im MAFZ Erlebnispark in Paaren im Glien wirklich niemand. Das Kaleidoskop an regionalen Gaumenfreuden schien in diesem Jahr nochmals gestiegen zu sein. Neben Wurst- und Fleischspezialitäten konnte der Feinschmecker auch vermehrt Kuchen-, Marmeladen-, und Bierspezialitäten verköstigen. Pferdefreunde kamen beim offenen Training der Ostsee-Quadrille auf ihre Kosten.

Kai Rückewold, Geschäftsführer von pro agro, dem Verband zur Förderung des ländlichen Raumes in der Region Berlin-Brandenburg, zeigte sich höchst erfreut: „Mit 9500 Gästen haben wir einen Besucherrekord erreicht.“ Die Hausschlachterei sei neben dem gläsernen Wurststudio und dem Kochstudio der absolute Höhepunkt im Innenbereich. „Die Leute lieben es, in die Kessel zu schauen“, so Rückewold.

Im Nebenzelt nutzten viele Gäste die Gelegenheit, um Fleischermeister Andi Neumann und seinen Kollegen bei ihrer Arbeit zuzusehen. Erstmalig war eine traditionelle Hausschlachtung zu bestaunen. Die Tiere kamen vom Schlachthof als Schweinehälften in die Brandenburghalle und sollten veranschaulichen, was der Verbraucher mit welchem Teil des Schweins anfangen kann. „Manchem Zuschauer wird beim Anblick der Wurstproduktion mulmig, andere vertragen den Geruch nicht. Deshalb bleiben sie lieber in einigen Metern Entfernung stehen und schauen von weitem zu“, berichtete Neumann. Vielen älteren Menschen ist das Prozedere des Schlachtens noch aus früheren Zeiten vertraut, wie Udo Bunzel (65) aus Vehlefanz, der mit seiner Frau gekommen war: „Kenn ich von meinem Vater – der hat früher auch selbst geschlachtet. Es hat Stunden gedauert, bis die Blutwurst fertig gerührt war.“ Udo Bunzel und sein Freund Manfred Presting nebst Gattin kommen seit Jahren zum Schlachtefest und schätzen vor allem die Atmosphäre und die vielen Stände mit ihren regionalen Spezialitäten. „Ein richtig gutes Eisbein suche ich mir heute“, freute sich der Fleischfreund.

„Regionale Produkte sind zum Glück wieder sehr gefragt“, erklärte René Lehmann, Projektleiter bei pro agro. Das gelte auch für Ausflugsziele, die im neuen Landurlaubkatalog zu finden sind, der am Wochenende vorgestellt wurde. „Regionalität findet man auch auf der Brandenburger Bierstraße, wo die Gasthäuser ihr Manufakturbier präsentieren können“, so Lehmann. Allein elf Brauereien sind in diesem Jahr dabei.

Unter den Händlern auf dem diesjährigen Schlachtefest konnte man neben Optimismus aber auch einige Stimmen hören, die die Zukunft ihrer Zunft weniger rosig sehen. So Andreas Socher (58), Metzgermeister aus Schwarzheide: „Wir Metzger in der Lausitz sind bemüht, alle Produkte so herzustellen, wie sie früher gemacht wurden. Wir verzichten auf Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe. Unsere Kunden schätzen das sehr, allerdings nehmen uns die vielen Discounter und Supermärkte in unserer Region die Luft zum Atmen. Ich würde mich freuen, wenn ich einen Nachfolger für mein Geschäft hätte, das es seit 1912 gibt. Aber empfehlen würde ich dieses Schritt in die Selbstständigkeit nicht ohne Bauchschmerzen.“ Socher und seine Berufskollegen setzen gegen die Massenindustrie einen Online-Vertrieb mit Produkten aus eigener Herstellung: „Gulasch, Kohlrouladen – schmeckt wie bei Muttern!“

Von Norbert Faltin

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