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Beten und Singen in der Stadthalle

Vor dem Havelländischen Kirchentag Beten und Singen in der Stadthalle

Der Havelländische Kirchentag findet am 10. Juli in der Falkenseer Stadthalle statt. MAZ sprach im Vorfeld mit Bernhard Schmidt über gemeinsames Singen, christliche Werte und Fußball.

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Bernhard Schmidt mit dem Plakat zum Havelländischen Kirchentag 10 Juli 2016 in Falkensee.

Falkensee. Der Havelländische Kirchentag der Kirchenkreise Falkensee und Nauen-Rathenow findet am Sonntag, dem 10. Juli, in der neuen Stadthalle von Falkensee statt. MAZ sprach im Vorfeld des Großereignisses mit Bernhard Schmidt, dem Vorsitzenden der Kollegialen Leitung des Kirchenkreises Falkensee.

Die neue Falkenseer Stadthalle hat von Volksmusik bis Heavy-Metal-Musik, von Schulkonzert bis Schlagerparty schon einiges erlebt. Nun ist für den 10. Juli der Havelländische Kirchentag angekündigt. Eine ungewöhnliche Veranstaltung an diesem Ort?

Bernhard Schmidt: Die Halle ist ein schöner und zweckmäßiger Raum, sie ist für viele Zwecke geeignet. Auch für einen Kirchentag. Ich bin sehr dankbar, dass es diese Stadthalle gibt, und dass wir sie nutzen dürfen. Dass wir in die Halle gehen hat ja auch damit zu tun, dass wir in Falkensee keine große Stadtkirche aus früheren Jahrhunderten haben. Der Havelländische Kirchentag findet normalerweise aller zwei Jahre statt, er wird von den havelländischen Kirchenkreisen Nauen-Rathenow und Falkensee zusammen veranstaltet. Der letzte fand 2013 in Rathenow statt. Nach Elstal 2011 sind wir jetzt wieder dran.

Gab es Bedenken wegen der Wahl eines so weltlichen Ortes?

Schmidt: Eher nicht, wir wollen ja auch aus den Kirchengebäuden herausgehen, wollen auf die Leute zugehen. Das ist in der Stadthalle möglich. Es sind ausdrücklich alle eingeladen, auch die, die vielleicht einen Gottesdienst in einer Kirche meiden würden.

Wie würdevoll kann es denn zwischen Betonmauern zugehen?

Schmidt: Das werden wir sehen, wir werden den Raum nicht verkleiden, aber einen Altar und ein Kreuz aufstellen. Wir halten es da ganz mit Luther, danach ist Kirche da, wo Gemeinde ist und Gottes Wort verkündet wird. So wird sich nicht zuletzt durch die Musik sicher auch in dieser Mehrzweckhalle eine sakrale Atmosphäre einstellen.

Was kann so ein Kirchentag erreichen?

Schmidt: Zum einen ist da die Außenwirkung, die Öffentlichkeitsarbeit. Wir präsentieren uns. Schließlich verstehen wir uns immer noch als Volkskirche, sehen unseren Auftrag darin, für alle Menschen da zu sein. Das zeigt sich auch beim Flüchtlingsthema, da sehen wir unsere christlichen Werte in der Gesellschaft angekommen. Wir haben etwas zu sagen und wir sagen es auch. Neben dieser öffentlichen Seite so einer Großveranstaltung ist aber auch der Blick nach innen wichtig. Ein Kirchentag stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Der Kirchenkreis Falkensee ist übrigens der einzige in unserer Landeskirche, der gewachsen ist, wir zählen seit Jahren über 15000 Mitglieder. An so einem Kirchentag kommen viele Christen zusammen, die aus den boomenden Gemeinden in Berlinnähe ebenso wie die aus den kleinen Gemeinden vom flachen Land.

Mit dem Wort Jesu aus dem Matthäus-Evangelium „Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich aufgenommen“ geben Sie das Thema des Kirchentages vor.

Schmidt: Als wir uns vor anderthalb Jahren dafür entschieden haben, gab es die ganz große Flüchtlingswelle noch nicht. Die Ereignisse zeigen, wie richtig wir mit der Wahl des Themas lagen. Es beschäftigt viele Menschen. Beim Kirchentag wird es auf unterschiedliche Weise eine Rolle spielen. Podiumsgespräche zum Flüchtlingsthema und mit Flüchtlingen gehören ebenso dazu ein Grußwort unseres Ministerpräsidenten sowie ein Vortrag des streitbaren Theologen Friedrich Schorlemmer aus Wittenberg „Was in Deutschland auf dem Spiel steht: Menschsein, Deutschsein, Fremdsein“.

Von Eröffnungsgottesdienst bis Schorlemmer-Vortrag – das hört sich nach viel Reden am 10. Juli an. Wird es ein Tag des Wortes?

Schmidt: Nicht nur. Es ist ein Tag des Gespräches, des Austausches, der Begegnung, der Musik. Es ist ein Fest, die Teilnahme ist kostenlos. Zu dem Kirchentag gehört neben dem Reden auch ganz viel Musik, die Bläserchöre, die Kinderchöre und die Kirchenchöre der Kirchenkreise studieren gemeinsame Programme ein. Das Programm reicht vom klassischen Choral bis zum modernen Lied. Es ist ja schon selten geworden, dass so viele Menschen zusammen singen. Hier kann man es wieder erleben. Am Abend gibt es ein gemeinsames Konzert des amerikanischen Gospelchors Gospellers mit Gospelchören aus unserer Region. Am ganzen Tag ist in der Stadthalle und auf dem Campusplatz etwas los: Vereine und Gruppen stellen sich vor, Brot wird selbst gebacken und geteilt, für Kinder wird ein Programm geboten, Jugendliche können sich beim Fußballturnier in der Sporthalle ausprobieren.

Stichwort Fußball. Am 10. Juli findet das Finale der Fußball-Europameisterschaft statt.

Schmidt: Unser Kirchentag beginnt um 10.45 Uhr und endet gegen 18.30 Uhr. Bis 21 Uhr zum Endspiel kann jeder wieder zu Hause sein. Das passt schon.


Interview: Marlies Schnaibel

Von Marlies Schnaibel

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