Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland „Daily Bürgel“: Betreiber gibt beliebtes Café auf
Lokales Havelland „Daily Bürgel“: Betreiber gibt beliebtes Café auf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:26 29.03.2018
Saeed Molaie, Inhaber des Cafés „Daily Bürgel“, ist auf der Suche nach einem Nachfolger. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

Schüler der Bürgelschule, denen das Schulessen nicht behagt, sind in einer komfortablen Situation. Sie brauchen nur ein paar Schritte über die Straße zu gehen, um ihren Hunger zu stillen.

Seit 2014 gibt es das Daily Bürgel. Und wer an Schultagen vormittags einen Blick in den hellen Essraum des Cafés wirft, der weiß, dass die Jugend sich Burger, Schnitzel, Nudelgerichte, Salate und andere Leckereien schmecken lässt.

Um so verwunderlicher mutet es an, das Saeed Molaie, der Inhaber des Cafés, sich aus dem Geschäft zurückziehen will. Anfang Februar hat er auf einschlägigen Plattformen eine Anzeige geschaltet, mit denen er einen Pächter für das Daily Bürgel sucht.

„Ich habe mich zu diesem Schritt entschlossen, weil ich es zeitlich nicht mehr schaffe, das Café zu führen“, sagt der gebürtige Iraner.

Als Vermessungsingenieur tätig

Dazu muss man wissen, dass der 51-Jährige noch einen zweiten Beruf hat. Im Jahr 2007 machte sich der Vermessungsingenieur selbstständig und betreibt seitdem ein Büro in Brandenburg mit einer Zweigstelle in Rathenow. Als er vor fünf Jahren das Grundstück im Bruno-Baum-Ring erwarb und das Café errichtete, da ging er von der Annahme aus, als Eigentümer nur sporadisch in den Geschäftsbetrieb eingreifen zu müssen.

Diese Vorstellung hat sich als falsch erwiesen. „Ich habe gemerkt, dass es sehr schwierig ist, zuverlässiges Personal zu finden, mit dem man langfristig planen kann“, sagt Molaie. Zwar habe er tüchtige Beschäftigte gehabt. Aber eben niemanden, der sich über Jahre eine Routine erarbeitet habe.

Das hatte zur Folge, dass der Chef immer wieder selber einspringen musste. Momentan etwa steht er wieder im Laden, weil die Erkältungswelle auch seine Angestellten nicht verschont hat. „Im Grunde macht es mir nichts aus, das Ruder zu übernehmen“, sagt der Inhaber. Das Problem sei nur, dass darunter seine Haupttätigkeit als Vermessungsingenieur leide. „Deshalb habe ich mich entschlossen, das Geschäft in andere Hände zu geben.“

Aber nicht in irgendwelche. „Das Café ist mein Baby“, sagt der Geschäftsmann. „Ich möchte, dass es von einem künftigen Pächter pfleglich behandelt wird.“ Molaie erzählt, dass sich nach Veröffentlichung der Anzeige schon etliche Interessenten gemeldet hätten.

Aber so richtig gefallen habe ihm keines der Geschäftsmodelle. „Es bringt nichts, an jemanden zu verpachten, der nach einem Jahr das Handtuch schmeißt“, sagt er. Wenn er eine Auswahl treffe, dann wolle er das Gefühl haben, dass es für länger sei.

Potenzial in den Abendstunden

Und was ist das richtige Geschäftsmodell? „Der Laden läuft eigentlich ganz gut“, sagt Molaie. Aber es gebe noch Potenzial. Mit eine Verlängerung der Öffnungszeiten etwa könne zusätzliche Kundschaft gewonnen werden. Derzeit kann im Daily Bürgel von 7 bis 15 Uhr gespeist werden. Mehr Zeit kann Molaie aus den erwähnten Gründen nicht investieren.

Aber er ist überzeugt davon, dass sich ein Abendbetrieb rechnen würde. Vor allem im Sommer. Platz für einen Biergarten ist da. Und weil die nächsten Wohnhäuser weit genug entfernt sind, müssen auch keine strengen Lärmschutzauflagen eingehalten werden.

Neben einem Imbiss in der jetzigen Form gebe es sicher noch andere Konzepte, die sich umsetzen lassen, sagt Molaie. Da werde er keine Vorschriften machen. Nur auf eines will er achten: Der künftige Pächter muss seriös und anständig sein. Windige Geschäfte gegenüber der Schule, die auch Molaies Tochter besucht hat, will er nicht dulden.

Sollte jemand das Café nicht pachten, sondern erwerben wollen, hat Saeed Molaie auch dagegen nichts einzuwenden. „Wenn der Preis stimmt, würde ich Grundstück und Gebäude samt Einrichtung auch verkaufen“, sagt er. Auch wenn er dann natürlich keinen Einfluss mehr auf die künftige Nutzung hat. Aber er wäre dann – im Gegensatz zu einem Pachtmodell – ja auch nicht mehr verantwortlich.

Die Suche nach einem Nachfolger geht Molaie gelassen an. „Ich habe mir keine Frist gesetzt.“ Zwar wolle er sich mittelfristig aus dem Geschäft zurückziehen. Aber das bedeute nicht, dass er den Laden in der nächsten Zeit schließe, wenn sich kein Nachfolger findet. „Ich will was ändern, muss es aber nicht“, sagt er. „Deshalb bin ich ganz entspannt.“

Von Markus Kniebeler

Tango in Buenos Aires, wandern in der größte Salzwüste der Erde, Schwimmen mit Delfinen, Yoga am Strand in Goa und Karneval in Bolivien – die gebürtige Havelländerin Susanne Meier hat den letzten 15 Monaten viel erlebt. Etwas früher als geplant kehrte sie nun in ihre alte Heimat zurück. Doch der Aufenthalt zuhause soll nur von kurzer Dauer sein.

29.03.2018

Am Ende des Monats gehen die Lichter aus beim Anzeigenblatt Preußenspiegel in Brandenburg/Havel und Rathenow. Sechs Mitarbeiter wehren sich gegen ihre Kündigung. Der fristlos entlassene Redaktionsleiter bestreitet im Arbeitsgericht den Vorwurf, er habe die Einstellung des Anzeigenblattes ausgeplaudert.

29.03.2018

Der Ruf des Skate- und BMX-Parkes in Nauen hat in der Vergangenheit stark gelitten. Dafür sorgten unter anderem Vandalismus und Vermüllung. Jetzt sind die Jugendlichen aufgerufen, Ideen für die Nutzung des Parks zu entwickeln. Eine erste große Veranstaltung soll dazu am 21. April auf dem Park-Gelände im Gewerbegebiet stattfinden.

20.04.2018