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Bewegender Abschied von der Kindheit

Jugendfeiern in Wustermark Bewegender Abschied von der Kindheit

Für 127 Mädchen und Jungen begann am Wochenende ein neuer Lebensabschnitt. Mit den Jugendfeiern nahmen die jungen Osthavelländer Abschied von der Kindheit. Es war auch für deren Eltern und Freunde ein bewegender Moment.

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Festlich gekleidet: die 13- und 14-Jährigen bei der Jugendfeier in Wustermark.

Quelle: Hans-Peter Theurich

Wustermark. Abschied von der Kindheit nehmen, hieß es für 127 Mädchen und Jungen am Sonnabend. Der Humanistische Freidenkerbund Havelland (HFH) zelebrierte drei bewegende Jugendfeiern in der Grundschule Wustermark. Hunderte Eltern, Verwandte und Freunde staunten, wie die 13- und 14-Jährigen offiziell vorbereitet wurden auf einen neuen Lebensabschnitt. „Es vollzieht sich der allmähliche Übergang von der Abhängigkeit vom Elternhaus bis hin zu selbstständigen Entscheidungen über die eigene Zukunft“, sagte Volker Mueller in seiner Festrede. Er ist Vorsitzender des HFH.

Punkt 9:30 Uhr erklang ein Gong in der Aula. Programmpunkt eins: Einzug der Jugendlichen. Elegant gekleidet die Mädchen, manche mit langen Röcken oder in schicken Kostümen. Viele Jungen im Anzug mit Krawatte oder in dunklen Jacketts. Spontan erhoben sich die Erwachsenen, viele hatten Tränen in den Augen, als sie die Kinder betrachteten, die sich in die Stuhlreihen vor der Bühne setzten.

Sissy-Linh Nguyen, eine Maschinenbau-Studentin aus Nauen, las ein Gedicht von Heinz Kahlau vor. Darin heißt es: „Nun kommt, das ist es eben, das ganz normale Leben, und keiner steht daneben.“ Zur fast greifbaren Melancholie im Saal setzte die Band Rock’s Core aus Falkensee erfrischende Kontraste mit Stücken moderner Gruppen wie Coldplay oder Echt.

Volker Muellers Ansprache kreiste um einen Satz des türkischen Dichters Nazim Hikmet, den dieser im Gefängnis verfasst hatte: „Leben einzeln und frei wie ein Baum und brüderlich wie ein Wald ist unsere Sehnsucht.“ Mit freundlich-väterlicher Stimme appellierte der Freidenker an die Jugendlichen, Menschen mit anderer Weltsicht, anderer Kultur oder anderer Hautfarbe zu respektieren. „Toleriert sie so, wie ihr akzeptiert werden möchtet. Ein friedliches und gerechtes Miteinander ist immer wieder neu zu erkämpfen“, sagte Volker Mueller.

Auf der Bühne überreichte er mit Julian Busch und Mareike Mählis vom HFH Urkunden, Bücher und Blumen an die namentlich aufgerufenen Jugendlichen. Blitzlichtgewitter aus dem Publikum. Schließlich sollten diese Momente für Timo, Sebastian, Nancy oder Moritz festgehalten werden.

Unten auf dem Parkett legte danach der Berliner Sebastian Friedel los. Mit gutturaler Stimme ahmte er über Lautsprecher rhythmisches Autohupen, Gewehrschüsse und Gesangsfetzen nach. Jubelrufe in der Aula bei Alt und Jung.

11:30 Uhr. „Ihr seid die erste Generation, die mit ihren Eltern die gleiche Musik hört.“ Das sagte Harald Petzold bei der zweiten Jugendfeier in seiner Festrede. Als Bundestagsabgeordneter der Linken hatte er besondere Geschenke mitgebracht: „Für jeden und jede ein Grundgesetz, eines der wichtigsten Bücher in unserem Land.“ Er bat darum, „solidarisch zu sein mit denen, die nicht aus einem demokratischen Rechtsstaat kommen.“

13:30 Uhr. Das gleiche musikalische und literarische Rahmenprogramm, frisch dargeboten wie am Morgen. Volker Mueller wieder als engagierter Redner. Und 2017? „Da findet die Jugendfeier fürs Havelland definitiv in der neuen Stadthalle Falkensee statt“, sagte er der MAZ.

Von Hans-Peter Theurich

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