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Bezahlbarer Wohnraum bleibt Mangelware

Falkensee Bezahlbarer Wohnraum bleibt Mangelware

Trotzdem sich in Falkensee bereits einiges in Sachen Wohnungsbau getan hat, mit Hinblick auf die aktuelle Bevölkerungsentwicklung ist das bei Weitem nicht genug. Und was für Falkensee gilt, gilt auch bundesweit. Bauministerin Barbara Hendricks (SPD) stellte sich jetzt in der Falkenseer Stadthalle den Fragen interessierter Einwohner.

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Die Falkenseerin Roswitha Köhler blickt in eine ungewisse Zukunft. Wohin, wenn das eigene Haus zu groß wird?

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Bezahlbarer, barrierearmer Wohnraum ist in Falkensee Mangelware. Trotzdem sich in der Vergangenheit bereits einiges getan hat und unter diesem Aspekt viel gebaut wurde, mit Hinblick auf die aktuelle Bevölkerungsentwicklung ist das bei Weitem nicht genug. Und was für Falkensee gilt, gilt für alle Berliner Speckgürtelgemeinden und ist auch bundesweit ein heiß diskutiertes Thema. Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) folgte der Einladung der Friedrich-Ebert-Stiftung und stellte sich am Mittwochabend gemeinsam mit der brandenburgischen Staatssekretärin des Ministeriums für Infrastruktur, Ines Jesse (SPD), den Fragen interessierter Einwohner in der Falkenseeer Stadthalle.

Altersgerecht umbauen

„Derzeit gibt es in Falkensee null Leerstand. Uns fehlen kleine, barrierefreie Wohnungen, die außerdem ins Preisgefüge passen“, so Bürgermeister Heiko Müller (SPD). Doch nicht immer sei neu bauen die Lösung. Gerade für Menschen mit Eigentum wäre das kürzlich wiederaufgenommenen Zuschussprogramm „altersgerecht umbauen“ eine gute Option zum Umzug in eine teure Neubau-Wohnung oder gar ein Pflegeheim. „Bundesweit müssten in den kommenden Jahren bis zu 400 000 Wohnungen jährlich fertiggestellt werden, um das Wachstum abzufangen. Das Programm unterstützt Menschen, die in ihr Eigentum investieren wollen, mit bis zu 20 Prozent der Gesamtkosten für den barrierearmen Umbau“, so Barbara Hendricks. Auch einzelne Maßnahmen, wie der Umbau des Badezimmers oder der Schutz vor Einbrechern, können unabhängig von Alter und Einkommen beantragt werden. 75 Millionen Euro stünden dem Bund jährlich für die Unterstützung dieser Vorhaben zur Verfügung.

Benjamin Grimm (Landkreis Oberhavel), Staatssekretärin Ines Jesse, Moderator Thomas Heinecke (Friedrich-Ebert-Stiftung) und Bundesbauministerin

Benjamin Grimm (Landkreis Oberhavel), Staatssekretärin Ines Jesse, Moderator Thomas Heinecke (Friedrich-Ebert-Stiftung) und Bundesbauministerin Barbara Hendricks (v.l.).

Quelle: Tanja M. Marotzke

Welche Maßnahmen in den eigenen vier Wänden möglich sind, darüber können sich Interessierte in der Rathenower Musterwohnung „Selma“ informieren. Selbstbestimmt leben bis ins hohe Alter – möglich dank verschiedenster technischer Unterstützung, so Elke Nermerich, erste Beigeordnete des Landkreises. Auch für die Falkenseer Hausbesitzerin Roswitha Köhler, die derzeit in eine ungewisse Zukunft blickt, eine mögliche Option. „Ich bin Falkenseerin und würde gerne für immer hier wohnen bleiben. Jetzt mussten bereits meine Kinder wegziehen, weil sie keine Wohnung gefunden haben“, so Köhler. „Selbst wenn ich meinen Grund und Boden verkaufe, dürfte ich danach nicht länger als zehn Jahre leben. Dann sind meine Ersparnisse aufgebraucht.“ Mit genügend Eigenkapital, das sich die Falkenseerin über die Jahre ansparen müsste, könnte sie die Förderung beantragen.

Nicht jeder Mensch hat Eigentum

Doch was ist mit den Menschen, die sich die 80 Prozent Eigenanteil nicht leisten können, fragte sich der ehemalige ASB-Geschäftsführer Ulf Hoffmeyer-Zlotnik. „Nicht jeder Mensch hat Eigentum. Vor allem im Wohngebiet Falkenhorst müsste eine bestimmte Anzahl an barrierefreien Wohnungen geschaffen und die Häuser mit Fahrstühlen nachgerüstet werden“, so Hoffmeyer-Zlotnik. Die Kommune müsse hier zur Verantwortung gezogen werden.

Dass die Stadt Falkensee bereits den Weg für mehr sozialen Wohnungsbau geebnet hat, weiß Ines Jesse: „Falkensee hat 2014 angefangen Voraussetzungen zu schaffen. Jede Kommune muss ein integriertes Stadtentwicklungskonzept einreichen, um die Förderung solcher Projekte beim Land beantragen zu können“, so Jesse. Für Kommunen im Berliner Umland sei bereits die Aufstellung einer wohnungspolitischen Strategie ausreichend, die aufzeigt, auf welchen Flächen sozialer Wohnungsbau möglich wäre. Diese Strategie wurde kürzlich von den Falkenseer Stadtverordneten beschlossen und beim Ministerium eingereicht.

Von Laura Sander

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