Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland Bezaubernd und gewieft: Erna Offeney
Lokales Havelland Bezaubernd und gewieft: Erna Offeney
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:03 18.03.2017
Gabriele Helbig mit der auf Fotografien stets strahlenden Erna Offeney. Quelle: Tanja M. Marotzke
Falkensee

„Mit 14 hatte ich das Können einer guten Solotänzerin.“ An Selbstbewusstsein hatte es Erna Offeney nie gefehlt. Sie war eine der schillerndsten Persönlichkeiten, die je in Falkensee gelebt haben. Sie starb vor 40 Jahren.

Autogrammkarte Quelle: Archiv

Ihr einstiges Wohnhaus, das auch Salon war, vermachte sie dem Staat. Als Kulturhaus „Johannes R. Becher“ ist es noch heute Treffpunkt für kulturinteressierte Menschen. Und der Salon des Hauses war voll, als Museumsleiterin Gabriele Helbig nun über Erna Offeney sprach. Dabei hatte sie viele Dinge aus dem Nachlass der Varietékünstlerin mitgebracht: 170 Seiten Memoiren, Postkarten, Ausweise, Orden, Plakate, Fotoalben.

Aufgewachsen in einem Künstlerhaushalt in Spandau, wollte Erna Offeney eigentlich Malerin werden. Sie besuchte eine Akademie, nahm später Unterricht bei Käthe Kollwitz und Artur Baluschek. Aber bald war ihr klar: sie wollte tanzen. Sie legte dann an der Berliner Oper ihr Ballettmeisterexamen ab. Bekannt wurde Offeney später als vielseitige Künstlerin: sie war Tänzerin, Schauspielerin, Sängerin, Schnell- und Kunstmalerin, Schattensilhouettistin, Vogelstimmenimitatorin, Klaviervirtuosin, Kunstschützin – ein Wahnsinns-Repertoire. In Belgien und dem russischen St. Petersburg gewann sie auch noch Preise bei diversen Schönheitswettbewerben.

Offeney bereiste viele Länder Europas. 1939 schließlich kaufte sie in Falkensee ein Haus, ließ das kleine Siedlungsgebäude komplett umbauen und erweitern. Dann wurde auch der Krieg zu ihrer Bühne, wieder bereiste Erna Offeney den Europa. Diesmal zur Truppenbetreuung im Auftrag der NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ – sicherlich eines der dunkleren Kapitel eines ansonsten schillernden Lebens.

Aus dem Nachlass der vielseitigen Frau hat Museumsleiterin Gabriele Helbig zwei Schreiben aus dieser Zeit herausgesucht. In dem einen schwärmt Erna Offeney „Ja, wir haben ein schönes Amt“ und sie sei froh, den Krieg so miterleben zu dürfen. In dem anderen beschrieb sie, wie sie Zeugin einer Massenerschießung von Frauen und Kindern wurde. Die Gesichter der Kinder werde sie nie vergessen, die Schande auch nicht.

Vielleicht ein Grund, warum sie sich nach Kriegsende vehement in den Neuaufbau einbrachte , sie gehörte zu den Gründern des Kulturbundes im Havelland. Offeney öffnete ihr Haus, machte es noch einmal zu ihrer Bühne.

Nicht ganz uneigennützig, wie die Unterlagen heute zeigen. Erna Offeney hat dem Kulturbund ihren Salon nicht nur zur Verfügung gestellt, sie hat die Gesellschaft auch immer wieder angezapft, um das Haus zu unterhalten, zu reparieren, auszubauen. Eine stattliche Summe von 70 000 Mark ist so geflossen. Als sie weitere 10 000 Mark forderte, ist den Verantwortlichen vom Kulturbund wohl der Kragen geplatzt. Man überwarf sich und erst nach Jahren wurde das Verhältnis gekittet. Wohl auch, weil Erna Offeney ihr Haus dem Kulturbund vermachte.

Nach ihrem Tod kam der schriftliche Nachlass ins Museum der Stadt Falkensee. Allerdings sammelte der staatliche Kunsthandel ihre gesamten Antiquitäten, Möbel, Silbersachen und Gemälde ein und machte sie zu Devisen.

Wohin die Dinge gingen, ist nicht überliefert. Aber vor ein paar Tagen tauchte im Falkenseer Museum eine Frau auf, die in der Schweiz auf einem Trödelmarkt Bilder gekauft hatte, die wohl Erna Offeney einst gemalt hat.

Die Frau bleibt also weiterhin spannend.

Von Marlies Schnaibel

Der Feuerwehr in Brieselang im Havelland geht es, wie vielen anderen in der Region – ihr fehlt es an Nachwuchs. Die Retter in der Not wollen nun versuchen, ihre Mitgliederzahl durch verstärkte Werbung wieder etwas anzuheben. Indes geht die alltägliche Arbeit weiter: Geübt wurde jüngst mit alten Fahrzeugen, die nicht mehr gebraucht werden.

18.03.2017

Der „Ohrwurm“, das Hörmagazin der Gruppe Westhavelland des Blinden- und Sehbehindertenverbandes, erscheint im April zum 150. Mal. Die erste Ausgabe kam im Juni 1991 heraus. Von Anfang und bis zum heutigen Tag wird es produziert von Günther Peschl, den stets seine Ehefrau Brigitte dabei unterstützt. Die Jubiläumsausgabe wird eine Rückschau auf die Verbandsarbeit.

17.03.2017

Für die Fällung der Bäume ringsum die Ruine des Rathenower Offizierscasinos brauchte es keine Genehmigung. Das erklärte nun die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises. Der Eigentümer hatte die Fällung veranlasst, um das Grundstück nicht verwildern zu lassen. Sein Ziel ist der Abriss des Gebäudes, nach fünf Jahren ist er aber mit seiner Geduld langsam am Ende.

17.03.2017