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Biber sorgt für Ärger in Hoppenrade

Hoppenrade Biber sorgt für Ärger in Hoppenrade

Uwe Menzel blickt mit großer Sorge auf den Pelsterlakegraben, besser bekannt als Wernitzer Graben, am Ortsrand von Hoppenrade. Denn dort hat sich vor einigen Jahren ein Biber niedergelassen. Ortsvorsteher und Landwirt fürchten nun die Folgen.

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Auch die Nebenarme des Pelsterlakegraben sind inzwischen vollgelaufen.

Quelle: privat

Hoppenrade. Uwe Menzel blickt mit großer Sorge auf den Pelsterlakegraben, besser bekannt als Wernitzer Graben, am Ortsrand von Hoppenrade. Nachdem sich genau dort vor etwa drei Jahren an einer Engstelle ein Biber niedergelassen hat, sind nun bereits erste Folgen sichtbar. „Durch den Damm werden die Entwässerungsgräben angestaut und die Bäume in diesem Bereich stehen im Wasser“, erklärt der Ortsvorsteher von Hoppenrade. Erste Erlen seien bereits umgekippt, weitere mussten gefällt werden. Da der Graben und somit auch die Bäume in unmittelbarer Nähe eines Radweges stehen, macht sich Uwe Menzel Sorgen um die Sicherheit, auch für Kinder, die dort mit dem Rad zur Schule fahren.

Auch Landwirtschaft beeinträchtigt

Neben den Bäumen werden scheinbar auch die Wiesen rund um die vollgelaufenen Entwässerungsgräben in Mitleidenschaft gezogen. Sehr zum Ärger von Landwirt Uwe Jürgens aus Wustermark. Seit fast 25 Jahren bewirtschaftet er knapp vier Hektar Wiese in diesem Bereich. Bisher hätten die Gräben immer dafür gesorgt, dass die Böden genau die richtige Feuchtigkeit hatten und die Erträge gut waren. „Wir produzieren auf diesen Flächen Heu, das wir anschließend verkaufen“, erklärt der Landwirt.

Durch den Damm fließt kaum noch Wasser

Durch den Damm fließt kaum noch Wasser.

Quelle: privat

In diesem Jahr konnte Jürgens jedoch nicht planmäßig Düngen und auch das Abschleppen konnte nicht zum eigentlichen Zeitpunkt stattfinden. „Das Problem war, dass auch der Zufahrtsweg zur Wiese völlig nass war und wir ihn nicht befahren konnten“, erklärt Uwe Jürgens. Wie sich das auf die Qualität des Heus auswirken wird, ist noch offen. Richtig problematisch wird es aber erst dann, wenn Jürgens das Heu aufgrund von Nässe nicht Mähen kann oder es auf dem nassen Boden verfault. „Ich bezahle für die Flächen und möchte auch einen Ertrag mitnehmen, daher muss jetzt was passieren“, fordert der Landwirt.

„Sorgen nicht unbegründet“

Das Biberproblem ist auch im Wustermarker Rathaus bekannt. „Die Sorgen und Befürchtungen sind nicht unbegründet“ sagt Wolfgang Scholz, Fachbereichsleiter Bauen und Wohnumfeld. Bei einem Vor-Ort-Termin, hat auch er sich ein Bild von der Lage machen können. „Dieser Graben ist die Hauptstraßenentwässerung für den Ort Wernitz, wenn dieser komplett zu ist, wird das Wasser zurück gedrückt“, erklärt Wolfgang Scholz. Die Folgen, so befürchtet es auch der Hoppenrader Ortsvorsteher Uwe Menzel, könnten nasse Keller sein. Daher müsse nun möglichst schnell eine Lösung her.

„Am besten wäre es natürlich wenn man den Biber umsetzt und er hier ganz verschwindet“, sagt Landwirt Uwe Jürgens. Doch das sei nicht zielführend, wie die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Havelland auf Anfrage der MAZ mitteilt.

Tiere unter besonderem Schutz

In Brandenburgs Gewässern leben rund 3200 Biber. Einen Damm baut der Biber vor allem dann, wenn die Wassertiefe zum Schwimmen und Tauchen nicht ausreicht. Sie liegt zwischen 50 und 80 Zentimeter und sorgt dafür, dass der Biber bei Gefahr schnell abtauchen kann und der Eingang seiner Bauten stets unter Wasser liegt.

„Erfahrungsgemäß wird das Revier schnell von einer anderen Biberfamilie besetzt“, heißt es. Daher gehe es nun vorrangig darum, den Wasserspiegel auf einen für den Menschen erträglichen Stand zu senken, ohne die Burg des Bibers zu beeinträchtigen. „Der Behörde ist es wichtig zu prüfen und einzuschätzen, inwiefern Beeinträchtigungen durch den Biber verursacht werden und wie unter Beachtung des Bundesnaturschutzgesetztes eine Lösung gefunden werden kann“, heißt es weiter.

Drainage soll Abhilfe schaffen

Ein Vorschlag sieht etwa den Bau einer Drainage vor, der den Damm erhält, jedoch das Durchfließen des Wassers ermöglicht. Dazu stehe die Naturschutzbehörde in Kontakt mit dem Wasser- und Bodenverband. Einen konkreten Termin gebe es aber noch nicht. Von den Bäumen, die durch den Damm im Wasser stehen, gehe keine Gefahr aus, auch der Radweg sei nicht beeinträchtigt.

Ob die Vernässung der angrenzenden Wiesen in Zusammenhang mit dem Biber steht, werde derzeit geprüft. Landwirt Uwe Jürgens hofft nun auf eine schnelle Lösung. „Das Wasser steht jetzt schon hoch, was passiert wenn es mal richtig regnet, möchte ich mir gar nicht vorstellen“, sagt er.

Von Danilo Hafer

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