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Biber vermiesen Mützlitzern den Herbst

Pflaumenbäume umgelegt Biber vermiesen Mützlitzern den Herbst

Über die Biberpopulation im Havelland wird derzeit viel debattiert. In Mützlitz hat nun eines der Tiere mehrere Obstbäume umgelegt – und vermiest den Dorfbewohnern so die Vorfreude auf den herbstlichen Pflaumenkuchen.

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Der Biber nagt nicht am Zahn der Zeit, sondern an havelländischen Bäumen.

Quelle: Stein

Mützlitz. Pflaumenkuchen isst Josef Albert Kiesler gerne. Damit seine Frau den Kuchen backen kann, pflückt er jedes Jahr im Herbst Pflaumen von Bäumen hinter seinem Grundstück in Mützlitz. Die Bäume säumen einen landwirtschaftlichen Weg, der ins Luch und in ein Naturschutzgebiet führt. Auch andere Einwohner aus dem Dorf pflücken sich Pflaumen von den Bäumen. Eigentümer der Fläche und der Bäume ist die Landwirtschaft Mützlitz Betriebs GmbH. „Die Einwohner können die Pflaumen ernten. Wir haben nichts dagegen“, sagt der Geschäftsführer des Betriebes, Harald Gantzer,. Die Früchte seien Mützlitzer Allgemeingut.

In Zukunft viel weniger Pflaumen

2017 werden die Mützlitzer jedoch deutlich weniger Pflaumen ernten können. Schon in diesem Herbst fiel die Ernte im Vergleich zu den Vorjahren ziemlich mau aus. Als die Früchte schön saftig reif waren, konnte Josef Albert Kiesler gerade noch zwei Körbe voll Pflaumen pflücken. Ein anderer Helfer hatte zuvor auf andere Art ganze Arbeit geleistet.

Ein Biber hat mit seinen scharfen Zähnen in den letzten Wochen neben dem Landwirtschaftsweg zahlreiche Pflaumenbäume umgelegt. „15 Bäume sind es insgesamt mit einem Durchmesser bis zu zwölf Zentimeter und zweieinhalb Meter Länge“, beschreibt Josef Albert Kiesler die Größe und das Ausmaß der vom Biber umgelegten Pflaumenbäume.

Stämme und Geäst zum Graben

Die Stämme und die Äste hat das nachtaktive Tier über den Landwirtschaftsweg zu einem Graben geschleppt. Einige Äste und Stämme könnte der Biber auch schon in einen Durchlass gebracht haben, meint Josef Albert Kiesler. Der Durchlass liegt unter dem Landwirtschaftsweg und gehört zur Regenentwässerung einer Landesstraße und einer Kreisstraße, die durch Mützlitz führen. Durch das Rohr fließt das Regenwasser in den Graben. Der Biber könnte mit den Stämmen und Ästen den Durchlass verstopfen, meint Kiesler. Das werde zur Folge haben, dass die Straßen bei Regen nicht mehr entwässert wird.

Diese Entwässerungsrohre scheinen verstopft

Diese Entwässerungsrohre scheinen verstopft.

Quelle: Norbert Stein

Zuständig für die Regenentwässerung ist die Straßenmeisterei Rathenow. „Wir müssen die Sache prüfen“, sagt der Leiter der Straßenmeisterei Karsten Ziehm. „Sollte der Biber Äste und Stämme in den Durchlass schleppen müssen wir etwas unternehmen“. Eine Möglichkeit wäre, vor den Durchlass eine Klappe zu setzen, die für Wasser kein Hindernis ist, wohl aber für Biber. Auch Josef Albert Kiesler wäre mit einer solchen Lösung zufrieden. Die Stämme der noch stehenden Pflaumenbäume hat er inzwischen mit Draht umwickelt, damit der Biber da nicht mehr rankommt. „Ich habe nichts gegen den Biber“, meint Kiesler.

Landwirte haben Sorgen

„Uns Landwirten bereiten die Biber schon Sorgen“, meint Harald Gantzer, weil sie in den Gräben um Mützlitz zunehmend mehr Dämme bauen. Das Wasser kann dadurch nicht ungehindert in den Gräben fließen, so der Chef der Landwirtschaft Mützlitz GmbH, die um das Dorf rund 500 Hektar bewirtschaftet. Erzählt wird im Dorf, dass vor einigen Jahren bei Mützlitz Biber ausgesetzt wurden. Wann und wer sie ausgesetzt haben soll, kann niemand sagen. Auch René Riep ist davon nichts bekannt. „Wir haben auf jeden Fall keine Biber ausgesetzt“, erklärt der Geschäftsführer des Nabu-Regionalverbandes Westhavelland. Die Biberbestand habe sich aber im Westhavelland auf natürliche Weise stark vermehrt.

In der ganzen Region ein Thema

Diese Vermehrung ist allerorts im Westhavelland ein Thema. Auch die Bürgerinitiative „Grundwasser Rathenow“ befasst sich damit und wirf den Behörden vor, die Zahl der Biber, die derzeit im Westhavelland leben, viel zu niedrig anzusetzen. In der Kreisverwaltung betont man, die Zuständigkeit liege beim Land.

Von Norbert Stein

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