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Havelland Biberdämme behindern Wasserabfluss
Lokales Havelland Biberdämme behindern Wasserabfluss
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02:15 15.02.2016
Unbekannte habe den Biberdamm im Riesenbruchgraben ein Stück geöffnet. Ungehindert fließt das Wasser aber dennoch nicht. Quelle: Markus Kniebeler
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Rathenow

Der Riesenbruchgraben, der quer durch den Rathenower Stadtwald verläuft, ist tipp-topp gepflegt. Die Zeiten, in denen der Wasserlauf vor lauter Unkraut kaum noch zu sehen war, sind vorbei. Der Wasser- und Bodenverband, zuständig für die Grabenpflege, hat seine Hausaufgaben gemacht. Und dennoch fließt das Wasser nicht so, wie es fließen könnte. Ein Biberdamm ist die Ursache. Dort staut es sich. Bei knapp unter 27 Metern liegt der Pegel derzeit, Ende Januar waren es noch gut 20 Zentimeter mehr. Die mit Anrainern und Behörden vereinbarte Stauhöhe liegt bei 26,50 Metern. Seit Wochen wird dieses Ziel nicht erreicht.

Die Folgen sind unübersehbar. Thomas Querfurth zeigt das an einem Birkenhain, der bis vor fünf Jahren kerngesund war. Jetzt lebt auf dem sumpfigen Areal kaum noch ein Baum. Anderswo faulen Eichen und Erlen wegen des dauernassen Bodens einfach weg. „Hier entsteht ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden“, sagt Querfurth. Als Stadtförster sei es seine Pflicht, die zu verhindern.

Unübersehbare Folgen

Dass es so weit gekommen ist, liegt aus Querfurths Sicht nicht nur an dem aktuellen Damm im Riesenbruchgraben, sondern daran, dass der Biber seit Jahren schalten und walten kann wie er will. Zeitweise gab es vier Dämme im Riesenbruchgraben. Alle Anträge an die Untere Naturschutzbehörde, die Dämme entfernen oder wenigstens kappen zu dürfen, wurden abgelehnt.

Dass der Biber im Stadtwald aktiv ist, kann man nicht übersehen. In den meisten Fällen stört das auch niemanden. Quelle: Markus Kniebeler

Querfurth sagt, dass er gegen den Biber gar nichts hat. Und er zeigt, dass es für das geschützte Nagetier im Stadtforst unzählige Alternativen gibt: Zwei ehemalige Torfstiche in Nähe des Grenzgrabens etwa, wo der Biber auch schon aktiv ist, und diverse andere Gewässer, die für die Wasserregulierung nicht von Bedeutung sind. „Wenn wir diesen einen Damm im Riesenbruchgraben so herrichten, dass das von allen Beteiligten vereinbarte Stauziel von 26,50 Metern erreicht wird, dann beeinträchtigt das den Biber in keinster Weise“, sagt Querfurth.

Doch die UNB sieht das offenbar anders. Der Antrag des Stadtförsters wurde vor Wochen gestellt, bis heute hat sich nichts getan. Eine am Montag schriftlich formulierte MAZ-Anfrage zum Thema an die Pressestelle des Kreises wurde bis heute nicht beantwortet. Im vergangenen Jahr hatte der Kreis erklärt, die Biberdämme und die Vernässung des Stadtwaldes stünden in keinem Zusammenhang.

UNB hat eine eigene Sichtweise

„Wir haben ein Grabensystem, mit dem sich der Wasserhaushalt ziemlich gut regulieren lässt“, so Querfurth. Der Wasser- und Bodenverband komme seiner Pflicht nach und halte die Gräben frei. Dass ein einziger Biberdamm diese Bemühungen zunichte machen kann und man dagegen keine Mittel habe, das sei absurd, so der Stadtförster. Aber er habe es bislang trotz intensiver Bemühungen nicht ändern können.

Offenbar gibt es Bürger, deren Geduldsfaden schon gerissen ist. Unbekannte haben in den vergangenen Jahren Dämme weggeräumt, obwohl das verboten ist. Andererseits konnte festgestellt werden, dass andere Unbekannte beschädigte Dämme per Hand wieder reparieren. Ein Kinderspiel, könnte man meinen. Aber dahinter steckt bitterer Ernst.

Von Markus Kniebeler

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