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Havelland Bildungsausschuss berät Bürgel-Problem
Lokales Havelland Bildungsausschuss berät Bürgel-Problem
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02:15 23.06.2017
Viele Fahrräder stehen vor der Bürgelschule. Eine Elterninitiative will, dass es im nächsten Schuljahr noch mehr werden. Es solle eine zusätzliche 7. Klasse eröffnet werden.  Quelle: Bernd Geske
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Rathenow

 28 Kinder, die an der Gesamtschule Bruno H. Bürgel in Rathenow das Abitur ablegen wollten, sollen dieses Jahr zum Jahngymnasium umgeleitet werden. Deshalb haben einige der betroffenen Eltern die Initiative „gerechtes Ü7“ gegründet, um gegen diese Entscheidung des Staatlichen Schulamtes vorzugehen. Mit Ü7 ist das Verfahren gemeint, mit dem von den verantwortlichen Stellen ausgewählt wird, welches Kind an welche weiterführende Schule darf. Das ist der Grund für den Besuch der Schulrätin Kornelia Schießke am Montagabend im Rathenower Bildungsausschuss, wo sie das Ü7-Verfahren erklärte.

Bald war klar, dass eine gesetzliche Drittel-Regel der Dreh- und Angelpunkt der aktuellen Problemlage ist. Jede Gesamtschule des Landes darf unter allen Mädchen und Jungen, die sie jedes Jahr zur 7. Klasse aufnimmt, nur ein Drittel haben, die das Abitur als Schulziel nennen. Die seit langer Zeit übernachgefragte Bürgelschule darf von den diesmal 177 Bewerbungen nur 112 Kinder aufnehmen. Nur 36 von diesen dürfen laut Drittel-Regel aber den Abiturwunsch haben. Die im Auswahlverfahren aufgestellte Rangliste ergab dann, dass die weiter hinten platzierten 28 Kinder nicht aufgenommen werden. Da die Eltern als Zweitwunsch das Jahngymnasium nannten, werden die Kinder nun dorthin umgelenkt. Dort soll deshalb eine 7. Klasse mehr gebildet werden.

Eltern wollen eine 7. Klasse mehr an der Bürgelschule

Genau diesen Wunsch hatte die Elterninitiative formuliert – aber für die Bürgelschule. Dann, so ihre Vorstellung, könnten die 28 abgelehnten Abi-Kinder doch noch an ihre Erstwunschschule gehen. Im Bildungsausschuss der Stadt aber, die für die Zahl der Klassen zuständig ist, zeigte aber kaum jemand eine Regung, an der Bürgelschule statt der gegenwärtig vier 7. Klassen noch eine weitere zu bilden. Schulrätin Kornelia Schießke betonte, dass für die zusätzliche Klasse auch die Drittel-Regel gelten würde. Nicht alle 28, sondern nur neun der betroffenen Kinder, könnten auf die Art angenommen werden.

„Die Drittel-Regel ist nicht mehr zeitgemäß“, sagte der Stadtverordnete René Hill (CDU), „ich würde es begrüßen, eine weitere Klasse an der Bürgelschule zu eröffnen.“ Der Abgeordnete Marcel Böttger (Linke) fragte die Schulrätin, ob sie eine Chance sehe, dass dem in einem Brief genannten Elternwunsch entsprochen werde. „Ich kann es mir zurzeit nicht vorstellen“, antwortete Kornelia Schießke, „das Staatliche Schulamt ist gezwungen, auf gesetzlicher Grundlage zu arbeiten.“ Sie könne sich auch nicht vorstellen, dass das Gesetz geändert werden: Gerade das mache den Unterschied zwischen Gymnasium und Gesamtschule aus.

64 Kinder wollten das Abi an der Bürgelschule

177 Bewerbungen hat es in diesem Jahr an der Bürgelschule für die 112 Plätze in den vier neuen 7. Klassen gegeben.

Erstmals gab es die Besonderheit, dass sehr viele Bewerbungen mit Abiturwunsch eingingen. Insgesamt waren es 64.

Nur ein Drittel aller Neuaufnahmen darf an einer Gesamtschule aber den Abiturwunsch haben. Was in diesem Fall 36 ergab.

28 Kinder sollen nun zum Jahngymnasium umgeleitet werden. Ihre Eltern hatten die Schule als Zweitwunsch ins Formular eingetragen.

Eltern betroffener Kindern haben eine Initiative gegründet.

Mehrere Eltern legten dar, warum sie sich um ihre Kinder Sorgen machen. An der Bürgelschule mit insgesamt 13 Schuljahren zum Abitur werden nun gemäß Rangliste die leistungsstärkeren Schüler aufgenommen, während die 28 nachrangig Platzierten zum Jahngymnasium sollen, wo es bereits nach zwölf Jahren zum Abi geht. „Die Top-Schüler sind an der Bürgelschule unterfordert“, drückte es ein Vater aus, „und die weniger Leistungsstarken sind am Gymnasium überfordert.“ Das Auswahlverfahren sei nicht richtig. Die Schulrätin entgegnete: „Es sind die geeignetsten innerhalb dieses Verfahren.“

Im Bildungsausschuss wurde am Ende festgelegt, sich in der Angelegenheit mit einem Brief an das Bildungsministerium zu wenden. Was genau da drinstehen soll, ist aber nicht klar gesagt worden. „Wir werden den Kampf aufnehmen“, versprach die Ausschussvorsitzende Karin Dietze (Linke). Die Widerspruchsfrist für die Eltern gegen ihre Bescheide endet aber am 25. Juni.

Von Bernd Geske

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