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Bildungsverein hat schwere Zeiten hinter sich

Friesack Bildungsverein hat schwere Zeiten hinter sich

Vor 25 Jahren wurde der Verein Ländliche Erwachsenenbildung in Friesack gegründet und hat seither einen wichtigen Beitrag für die Strukturentwicklung in der Region geleistet. 2015 stand er allerdings vor der Insolvenz, weil das Verhältnis von Einnahmen und Kosten nicht mehr stimmte. Jetzt wurde er wieder auf gesunde Füße gestellt.

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Zum Aufgabenspektrum der LEB gehören weiterhin auch Sprachkurse: Hans Brümmer bringt Flüchtlingen deutsch bei.

Quelle: Andreas Kaatz

Friesack. Wenn ein Verein 25 Jahre besteht, ist das immer auch ein Grund zur Freude. Dies gilt für die Ländliche Erwachsenenbildung (LEB) in Friesack umso mehr. Denn noch im Vorjahr sah es nicht unbedingt danach aus, als ob es sie heute noch geben würde. „Wir standen kurz vor der Insolvenz“, sagt Geschäftsführerin Birgit Habermann, seit Mai vorigen Jahres in dieser Funktion. Nur weil es gelungen war, das LEB-eigene Schulungshaus und gleichzeitig Vereinshauptsitz in Neuruppin an den Landkreis Ostprignitz-Ruppin zu veräußern, konnte dies abgewendet werden. „Das hat uns in die Lage versetzt, bei Null anzufangen“, sagt Birgit Habermann, die jetzt erleichtert feststellt: „Heute können wir sagen, dass wir ein gesundes Unternehmen haben. Wir sind dankbar, dass ein Großteil der Mitarbeiter dabei mitgezogen hat.“

Rund 30 Beschäftigte sind jetzt bei der LEB tätig, in besten Zeiten waren es bis zu 48. Angefangen hatte alles kurz nach der Wende, als laufende Bildungsprojekte in den Betrieben plötzlich eine ungewisse Zukunft hatten. „Da stand man vor der Frage, ob man die Leute, die in Kursen waren, nach Hause schicken sollte oder ob es eine andere Lösung gibt“, sagt Birgit Habermann. In dieser Situation gab es dann Leute, die 1991 beherzt einen Verein gründeten, damit es weiter geht. Unterstützung kam dabei von einer Einrichtung der ländlichen Erwachsenenbildung in Niedersachsen. Alsbald hatte die frischgebackene Friesacker LEB alle Hände voll zu tun, um Menschen, die ihren Job unter anderem in der Landwirtschaft verloren hatten, umzuschulen. „Wir haben in der Zeit unheimlich viele Floristen ausgebildet“, erinnert sich die Geschäftsführerin. Weitere Berufe waren Ver- und Entsorger, Landschaftsgärtner, Maler oder Schauwerbegestalter. Das Geld dafür kam von Arbeitsamt. Tätig war die LEB schon damals nicht nur im Havelland, sondern auch in der Prignitz, in Ostprignitz-Ruppin, in Oberhavel und eine Zeit lang auch in der Uckermark.

Zum Aufgabenspektrum gehörten aber von Beginn an auch Sprachkurse. Erhalten heute Flüchtlinge Unterricht in deutscher Sprache, waren es damals vor allem Aussiedler aus den osteuropäischen Ländern. Hinzu kamen damals auch zahlreiche Beschäftigungsmaßnahmen. Es gab ein Modellprojekt „nachwachsende Rohstoffe“ zusammen mit der Humboldt-Universität und auch schon zu dieser Zeit diverse Projekte mit Schulen. So arbeiteten die Mitarbeiter unter anderem mit Schulverweigerern unter der Überschrift „Die zweite Chance“.

Dass sich die Situation zuletzt extrem zugespitzt hat, hat mehrere Gründe. „Wir waren einmal sehr groß, hatten viele Maßnahmen und einen großen Fuhrpark“, sagt Birgit Habermann. Wie sie sagte, änderten sich aber während einiger laufender Maßnahmen die Abrechnungsmodalitäten. Kraftstoffe und Reparaturen konnten nicht mehr so in Rechnung gestellt werden wie bisher. „Die Fahrzeuge waren aber trotzdem da.“ Irgendwann brachen vor allem lukrative Maßnahmen weg, neue kamen nicht genug nach. Mitte 2015 gab es 36 Mitarbeiter, aber nur Arbeit für 25. „Im Mai war die Stimmung im Keller. Wir mussten Personal abbauen, das tat weh“, sagt Birgit Habermann. Zudem wurde der Fuhrpark, zu dem sieben Fahrzeuge sowie ein Traktor gehörten, reduziert.

Sie glaubt, dass jetzt ein gesundes Verhältnis zwischen Personaldecke und Einnahmen besteht. Beschäftigungsprojekte, die in der Vergangenheit mit für das Minus gesorgt haben, machen nur noch einen Anteil von 25 Prozent am Aufgabenspektrum aus, ebenso viel wie die Sprachkurse für die Flüchtlinge. Die Hälfte der Arbeit betrifft Schulprojekte wie etwa Berufseinstiegsbegleitung oder aber „Jugend stärken im Quartier“.

Von Andreas Kaatz

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