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Bio-Dünger oder bedenkliche Reststoffe?

Biogasanlage in Rathenow Bio-Dünger oder bedenkliche Reststoffe?

Flüssige Gärreste aus Biogasanlagen werden derzeit wieder auf die Felder gebracht. Ein MAZ-Leser aus Rathenow möchte wissen, was drin ist im „Bio-Dünger“ und ob die Inhaltsstoffe tatsächlich unbedenklich sind für Mensch und Tier. Wir sind dem Thema nachgegangen.

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Mit einem Radlader wird Maissilage in eine Biogasanlage gefüllt.

Quelle: dpa

Rathenow. Jetzt im Frühjahr sind sie wieder unterwegs, die großen Fahrzeuge der Biogasanlagen, die Gärrestflüssigkeiten auf die Äcker bringen. „Seit etwa drei Wochen sehe ich die Lkw der Biogasanlage in Rathenow Süd, die auf den Ackerflächen zwischen Göttlin und Grütz eine Flüssigkeit versprühen“, berichtet Rudi Haupt. Er würde gern wissen, was genau in diesem flüssigen Dünger steckt und ob dieser tatsächlich unbedenklich ist.

„Ähnlich wie bei einer Kuh, die Gras frisst, Milch produziert und am Ende Abfallprodukte ausscheidet, funktioniert eine Biogasanlage. Nur das dabei keine Milch, sondern Gas in Bioqualität entsteht“, erklärt Sven Eppinger, Geschäftsführer der Rathenower GreenGas-Anlage. Während das Gas in den hiesigen Haushalten ankommt, landen die flüssigen Gärreste – bei der Kuh wäre das der Kuhfladen – auf dem Acker. „Und das ist hundertprozentiger Biodünger“, macht Eppinger deutlich.

Umfangreiche Laboruntersuchungen

Pflanzen wie Mais, Roggen, Hirse und Gras werden in Form von Silage für die Biogasgewinnung genutzt. In einem mehrstufigen Prozess wird der grüne Input vergärt. Durch biologische Prozesse und mit Hilfe von Bakterien entsteht schließlich Biogas, aber eben auch feste und flüssige Reststoffe. „Wir sind verpflichtet für das Landesumweltamt in Groß Glienicke regelmäßig Gutachten zu erstellen. Dabei müssen wir unter anderem die Herkunft der verwendeten Stoffe nachweisen und auch darlegen an welche landwirtschaftlichen Unternehmen wir die Reststoffe abgeben“, erklärt Eppinger. Außerdem führen Labors umfangreiche Untersuchungen durch. Dabei müssen die Richtlinien der Düngemittelverordnung eingehalten werden.

Beliebtes Düngemittel

Diese legt zum Beispiel Grenzwerte für Spurenelemente wie Eisen und Selen fest. „Wir liegen weit unter den festgelegten Grenzwerten“, versichert Eppinger. Das liege auch daran, dass es im Havelland weder Flugplätze, noch Schwerindustrie oder andere Einflüsse gibt, die die Umwelt und damit die Pflanzen belasten. „Unser Ausgangsmaterial ist also recht sauber und deshalb sind auch die Gärreste sauber. Zudem werden wir akribisch kontrolliert, wofür ich sehr dankbar bin. Denn auch ich möchte gesund und lange leben“, betont der Geschäftsführer. Dass der Dünger seiner Anlage „grün“ ist, beweise auch die Nachfrage der Landwirte. Vor allem jetzt im Frühjahr würde viele Betriebe nachfragen. Umsonst sind die Gärreste aber nicht.„Es gibt Abnahmevereinbarungen. Die Landwirte liefern den Input, wir bringen ihnen den Dünger.“

Im September 2009 wurde die Rathenower Anlage in Betrieb genommen. Rund 40 000 Tonnen nachwachsende Rohstoffe werden hier jährlich verarbeitet.

Von Christin Schmidt

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