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Birgit Behr engagiert sich in und für Ketzin

Ketzin/Havel Birgit Behr engagiert sich in und für Ketzin

In der Serie „MAZ zu Hause in...“ geht es heute um die Ketzinerin Birgit Behr. Die 57-Jährige wirkt beim Fischerfest mit, unterstützt Projekte in der städtischen Oberschule, ist Stadtverordnete und betreibt ein Kosmetikstudio.

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Birgit Behr ist in ihrem Kosmetikstudio immer mit viel Spaß bei der Sache.

Quelle: Wolfgang Balzer

Ketzin/Havel. Wenn am 20. August während des Fischerfestes einige tausend Menschen von den geschichtsträchtigen Schaubildern des Festumzuges der etwa 300 Mitwirkenden begeistert sein werden, dann hat eine Ketzinerin einen guten Job gemacht: Birgit Behr. Seit vielen Jahren kümmert sie sich ehrenamtlich um die thematische Gestaltung des Umzuges, verleiht dem Höhepunkt des größten Ketziner Volksfestes ihre ganz persönliche Handschrift.

„Nebenbei“ engagiert sich Birgit Behr im Vorstand der Handwerkskammer Potsdam, ist Stadtverordnete, Vorsitzende des Ketziner Wirtschaftsausschusses und unterstützt die Projektarbeit an der Ketziner Oberschule.

Ihre Brötchen verdient die 57-Jährige in ihrem Kosmetikstudio in der Rathausstraße. In der DDR war Kosmetikerin ein mittlerer medizinischer Beruf mit entsprechender Ausbildung. „Aber eigentlich wollte ich Maskenbildnerin bei der DEFA werden. Nur brauchte man außer einem passenden Beruf auch Beziehungen, die ich nicht hatte“, sagt Birgit Behr. Sogar Kriminalpolizistin stand in jungen Jahren auf ihrem Wunschberufszettel. Allerdings hätte sie erst einen „Schreibberuf“ wie Sekretärin lernen müssen. „Und ins Büro wollte ich nicht.“

Kosmetikerin erlernte sie gründlich, machte sich 1981 in Ketzin/Havel selbstständig. Fünf Jahre später bekam sie den Meisterbrief. „Es ist immer wieder schön zu erleben, wenn meine Kunden die Behandlung als wohltuende Entspannung empfinden und sagen: ’Kosmetik ist wie ein kleiner Urlaub’. Das motiviert mich.“

Wer fast 40 Jahre im diesem Beruf ist, kennt sich aus, weiß um die Sorgen des Berufsstandes. Den vertritt Birgit Behr nun schon in der vierten Legislaturperiode, das sind 15 Jahre, im Vorstand der Handwerkskammer Potsdam. Damit nicht genug. Birgit Behr kümmert sich seit sechs Jahren auch um die Interessen des Handwerks im Beirat der Deutschen Bundesbank, Hauptverwaltung Berlin/Brandenburg. „Ich sehe meine Aufgabe darin, mich insbesondere für die kleinen und handwerksähnlichen Betriebe stark zu machen, die nicht in den Handwerkerinnungen Mitglied sind.“

Als Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses der Stadtverordnetenversammlung sieht Birgit Behr die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt durchaus kritisch. Einerseits sei diese durch Kleingewerbe geprägt, was sich auch kaum wesentlich ändern werde, meint sie. Andererseits gebe es in Ketzin „eine recht gute Entwicklung des mit erheblichen finanziellen Mitteln geförderten Tourismus“. Ob das allein aber für die wirtschaftliche Stärke einer Kommune ausreicht, daran hat sie ihre Zweifel. Die Frage sei, wie viel finanzielle Mittel im Tourismusbereich in Ketzin künftig zu investieren sind.

Ein erhebliches Problem sieht die Kommunalpolitikerin mit der demografischen Entwicklung auf die Stadt Ketzin/Havel zu kommen. Junge Familien ziehen in die Havelstadt, aber ebenso wachse der Anteil älterer Einwohner erheblich. „Folglich nimmt der Betreuungs- und Pflegebedarf zu, ebenso der Wunsch nach entsprechendem Wohnraum“, schätzt Birgit Behr ein. „Es geht doch darum, betroffene Ketziner so lange wie möglich in ihrem gewohnten Umfeld zu betreuen. Das alles wird in den nächsten Jahren zu einem zu beachtenden Wirtschaftsfaktor“, ist sie überzeugt.

Da ihr der Schulstandort Ketzin und die gute Bildung gleichermaßen am Herzen liegen, fördert Birgit Behr Projekte an der städtischen Oberschule. Ging es dabei im Vorjahr um das ehrenamtliche Engagement der Schüler, steht jetzt die Gestaltung des Ketziner Marktplatzes im Fokus. Um das triste Erscheinungsbild des Areals, das viele Einwohner bemängeln, zu verbessern, sind Schüler aller Klassenstufen dabei, Ideen zu entwickeln. Sie fertigen entsprechende Skizzen und Modelle an, die am 19. Juli der Öffentlichkeit vorgestellt werden sollen.

Bei so viel ehrenamtlichem Wirken bleibt wenig Zeit für Hobbys. „Lesen ist noch immer meine Leidenschaft. Meist sind es historische Bücher oder Kriminalromane“, erzählt die Ketzinerin. Sie denke aber sehr wohl schon darüber nach, einige Dinge der jüngeren Generation zu überlassen: „Es kann ruhig wieder frischerer Wind in die Gremien kommen.“ Auch ihren beiden Enkelinnen möchte sie mehr Zeit widmen, „noch bevor sie erwachsen sind“.

Von Wolfgang Balzer

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