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Havelland Birgit Wolter ist die neue Pfarrerin in Paaren
Lokales Havelland Birgit Wolter ist die neue Pfarrerin in Paaren
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18:09 27.03.2018
Pastorin Birgit Wolter an einem ihrer Arbeitsplätze: in der Kirche von Paaren im Glien. Quelle: Marlies Schnaibel
Paaren im Glien

Er ist ideal, sagt Birgit Wolter von ihrem neuen Arbeitsplatz. Sie suchte etwas auf dem Land, aber dicht an der Heimat. Die Spandauerin wurde neue Pfarrerin in Paaren im Glien. Zuvor hatte sie 20 Jahre in Italien und in Sachsen gelebt und gearbeitet.

Die Sache mit dem Marienkäfer

„Es ist schon schön, wieder den vertrauten Klang der Sprache zu hören“, gesteht sie. Natürlich hatte sie sich an sächsische Spezialbegriffe wie das „Motschekiebchen“ für den Marienkäfer gewöhnt. Und das Wichtigste war ja längst nicht der Dialekt, das waren die Menschen. Aber ein Gefühl von Vertrautheit tut doch gut. Und das hat sie jetzt wieder. Birgit Wolter ist die neue Pfarrerin in Paaren im Glien.

Kirche St. Nikolai von Paaren im Glien steht am Dorfanger, die Kirche wurde 1886 geweiht und ist neugotischer Backsteinbau. Quelle: Marlies Schnaibel

Die Paarener hatten sich sehr bemüht, die vakante Pfarrstelle wieder zu besetzen, hatten sogar einen kleinen Werbefilm gedreht, um sich vorzustellen.

Seit November im Amt

Im Sommer vergangenen Jahres war Birgit Wolter darauf aufmerksam geworden, hatte sich beworben, einen Gemeindeabend und einen Vorstellungsgottesdienst abgehalten und im November ihre Arbeit als Pfarrerin für Paaren im Glien, für Grünefeld, Perwenitz, Börnicke und Kienberg begonnen.

„Ich bin sehr gut aufgenommen worden“, denkt sie an die ersten Begegnungen zurück. Dabei bekommen die Paarener eine Pfarrerin, die nicht unbedingt allen gängigen Vorstellungen entspricht.

Liturgie und Bürokratie

Eine unverheiratete Frau mit einem fünfjährigen Sohn, eine Frau, die ihr Studium mit einer Arbeit über die Theologie der afrikanischen Frauen abschloss, die zwölf Jahre in Italien und dann in Sachsen bei der methodistischen Kirche gearbeitet hatte. Und jetzt wieder bei der evangelischen Kirche gelandet ist. „Inhaltlich ist das dasselbe. Ich predige nix anderes“, sagt sie, „ich bin ja in der Landeskirche aufgewachsen.“ Naja, sie müsse sich wieder ein bisschen an die Liturgie gewöhnen – und auch an den vielen Papierkram.

Die Begegnung mit den Menschen

Aber das Wichtigste ist die Begegnung mit den Menschen, das weiß sie. „Ich will wissen, wer in welchem Haus wohnt“, sagt sie, auch wenn das bei fünf Dörfern etwas länger dauert. Aber sie will den Menschen nah sein. Sie selbst wohnt im alten Pfarrhaus und da hat sie erst einmal die Sprechzeiten abgeschafft.

Die Einsamkeit auf den Dörfern

„Ich bin ja eigentlich immer da. Oder mein Anrufbeantworter, ich rufe garantiert zurück“, sagt sie. Denn Arbeitsplatz einer Pfarrerin ist eben nicht nur Kirche und Pfarrhaus, Arbeitsplatz ist überall, wo Menschen sind. Und da ist sie als Großstädterin schon überrascht, wie viel Einsamkeit es auch in den Dörfern gibt.

Dass sie etwas mit Menschen machen will, war Birgit Wolter schon früh klar. Als Schülerin hat sie sich für Sprachen interessiert, auch für Geschichte und Archäologie. Eines Tages tauchte er wie eine Eingebung vor ihr auf: der Berufswunsch Pfarrerin.

Das unbekannte Falkensee

Die Wendezeit hat sie hautnah erlebt. Viel habe sie vom Osten gar nicht gewusst, erzählt sie. Der Vater stammte aus Glienicke/Nordbahn und war nach Westberlin gegangen, er hatte Angst vor dem DDR-Regime, so gab es kaum Kontakte nach Drüben. „Ich habe als Kind gar nicht gewusst, dass es Falkensee gibt“, erzählt Birgit Wolter und schüttelt selbst darüber den Kopf. Als dann im November 1989 die Grenze zwischen Spandau und Falkensee geöffnet wurde, ist auch sie mit ihrer Familie zur Falkenhagener Chaussee gezogen.

Tag des Mauerfalls

„Ganz vorsichtig haben wir uns einhundert Meter in den Osten getraut“, erzählt sie, es war aufregend und bewegend. Und noch heute bekommt sie eine Gänsehaut, wenn sie an den Tag mit all den Menschen, Trabbis und Emotionen zurückdenkt. „Heute ist alles so schön und normal“, freut sie sich. So normal, dass sie im Havelland arbeiten kann und ihre Eltern jederzeit in Spandau besuchen kann. So normal, dass die Menschen zusammenkommen können.

Dieses Zusammenkommen ist eine Aufgabe, der sie sich auch als Pfarrerin besonders verbunden fühlt. „Zuhören, ja zuhören können ist wohl eine der wichtigsten Tugenden, die man in dieser Arbeit braucht“, sagt die offene, freundliche Frau, die neben dem Zuhören aber selbst gut und gerne erzählen kann.

Frauenfrühstück und Christenlehre

Und so ist sie unterwegs: berät sich mit den Gemeindekirchenräten, liest im Kindergarten vor, lädt zum Frauenfrühstück ein, bereitet Beerdigungen vor, schreibt Predigten, hält die Christenlehre ab, arbeitet bei der Krankenhausseelsorge.

Von Marlies Schnaibel

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