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Bis 2030 sollen weitere 1000 Wohnungen weg

Premnitz Bis 2030 sollen weitere 1000 Wohnungen weg

Für Premnitz ist ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept (Insek) erarbeitet worden, das Aussagen bis 2030 macht. Es soll von den Stadtverordneten am 29. September beschlossen werden. Wichtigster Punkt: Durch den demografischen Wandel wird die Stadt so viele Einwohner verlieren, dass 1000 Wohnungen frei werden. Diese sollen möglichst alle abgerissen werden.

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Als bislang letzte Maßnahme hatte die WBG zwei Blöcke in der Nexö-Straße abreißen lassen.

Quelle: Bernd Geske

Premnitz. Setzt sich in Premnitz die demografische Entwicklung fort, wie sie von den amtlichen Stellen prognostiziert worden ist, wird die Stadt im Jahr 2030 nicht einmal mehr halb so viele Einwohner haben wie sie in ihren besten Zeiten hatte. Kurz vor der Wende gingen für Premnitz allein noch stattliche 11 200 Einwohner in die Statistik ein. Ende Dezember 2015 wurden für Premnitz einschließlich der beiden Ortsteile Döberitz und Mögelin nur noch 8 788 Bewohner gezählt. Das ergibt bei 1 417 Einwohnern in Mögelin und 683 in Döberitz für Premnitz allein nur noch 6 688 Personen. Da die gegenwärtige Prognose des Landes für die Stadt mit ihren Ortsteilen 6 860 Bewohner im Jahr 2030 vorhersagt, dürfte das für Premnitz allein weniger als 5000 Bewohner ergeben. Viel Wohnungsleerstand wäre die Folge.

Stadtverordnete sollen am 29. September das Konzept beschließen

Um so bald wie möglich auf diese Entwicklung eingestellt zu sein, hat die Stadt in den vergangenen Monaten von einem qualifizierten Büro ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept, kurz Insek genannt, erarbeiten lassen. Auf einer Einwohnerversammlung am 7. Juli war es rund 50 Interessierten vorgestellt worden. In allen städtischen Ausschüssen wurde das rund 100 Seiten lange Produkt nun schon diskutiert. Weil es keine Gegenstimmen gab, ist davon auszugehen, dass es auf der nächsten Stadtverordnetentagung am 29. September beschlossen werden kann. Da es sich um ein Integriertes Konzept handeln soll, sind sehr viele verschiedene Bereiche betrachtet worden wie Förderung von Wirtschaft und Bildung, Sicherung der sozialen und sonstigen Infrastruktur, Stärkung des Stadtzentrums und Entwicklung von nachgefragtem Wohnraum.

Man geht davon aus, dass die beiden letztgenannten Bereiche die klaren Schwerpunkte sind. Das Insek soll als Strategie- und Koordinierungsinstrument für die Stadtentwicklung dienen. Daraus geht nun hervor, dass es in Premnitz 2030 einen Überhang von rund 1000 Wohnungen geben wird. Die Ortsteile Döberitz und Mögelin sind davon so gut wie gar nicht betroffen. Als Hauptorte des künftigen Leerstands haben sich in Premnitz der Bereich Berg-/Bunsenstraße, Neue Waldstraße, Mühlenweg und Erich-Weinert-Straße herausgestellt. Das bedeute gegenwärtig noch nicht, dass genau dort demnächst viel abgerissen werde, erklärte Fachbereichsleiterin Carola Kapitza im Hauptausschuss. Der Rückbau an sich sei die Angelegenheit der beiden großen Vermieter, der Premnitzer Wohnungsbaugesellschaft (PWG) und der Wohnungsbaugenossenschaft (WBG). Bei der Erarbeitung des Konzepts sei mit ihnen zusammengearbeitet worden.

Stadtumbau in Premnitz

Abgerissen im Rahmen des Stadtumbauprogramms wurden in Premnitz bislang 758 Wohnungen.

Von 2003 bis 2013 bekam Premnitz über das Programm „Stadtumbau Ost“ Gelder in Millionenhöhe für den Rückbau leerstehender Wohnungen.

Für 2014 bis 2018 hat das Land ein neues Förderprogramm „Rückbau in kleineren Städten“ aufgelegt, in das Premnitz auch aufgenommen worden ist.

Der Anteil der älteren Bürger in Premnitz wächst stetig. Der Prozentsatz der Generation 65 + soll 2020 bei 33,8 Prozent und 2030 bei 36,9 Prozent liegen.

Erstmals hatte die Stadt 2007 ein Stadtentwicklungskonzept aufgestellt, das 2009 fortgeschrieben wurde.

Erstmals wurde für Premnitz 2007 ein Insek aufgestellt, es hatte 2009 eine erste Fortschreibung erhalten. Wie Carola Kapitza sagt, sind die Kommunen vom Infrastrukturministerium des Landes im vergangenen Jahr dazu aufgefordert worden, ihre Stadtentwicklungskonzepte auf den neusten Stand zu bringen. Diese Unterlagen werden dann künftig eine Grundlage sein, auf der vom Land die Fördermittel für den weiteren Abriss von Wohnraum vergeben werden. Wer kein Insek hat, das wissen alle Beteiligten, wird in Zukunft für Rückbauprojekte auch keine Fördermittel erhalten. Und ohne Fördermittel sind solche Maßnahmen kaum zu finanzieren.

Von Bernd Geske

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