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Bis Freitag wird gestreikt

Rathenower Erzieherinnen fordern Aufwertung ihres Berufsstandes Bis Freitag wird gestreikt

Mit Trillerpfeifen und Gesang zogen Dienstagvormittag mehr als 50 Erzieher durch Rathenow. Sie schlossen sich dem landesweiten Kita-Streik an, der bereits vor zwei Wochen mit einer zentralen Kundgebung in Potsdam begann. Die Beschäftigten der kommunalen Kita- und Hort-Einrichtungen der Stadt setzten den Ausstand mit einer Kundgebung auf dem Märkischem Platz fort.

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„He, ho jetzt aufwerten. Heute und nicht morgen“, forderten die Erzieherinnen singend.

Quelle: Ch. Schmidt

Rathenow. Dort hatten sich um 10 Uhr rund 50 aktive Gewerkschaftsmitglieder mit Transparenten und Unterschriftenlisten versammelt, um unter anderem am Rathaus vorbeizuziehen und lautstark auf sich aufmerksam zu machen.

„Wir fordern die Aufwertung des Erzieherberufs und eine bessere Eingruppierung für alle, was in etwa zehn Prozent mehr Lohn entspricht. Zudem müssen auch endlich Zusatzqualifikationen finanziell anerkannt werden“, erklärte Nadja Henning. Die 35-Jährige arbeitet seit zehn Jahren als Erzieherin und betreut derzeit 16 Kinder im Hort der Schollgrundschule. Seit letzter Woche ist sie Mitglied der Verdi-Fachgruppe Soziales, Kinder und Jugend West-Brandenburg und gehört zum Organisationsteam des Streiks.

Bis auf die Kita Göttlin, deren Erzieherinnen in keiner Gewerkschaft organisiert sind, hatten sich Erzieher aller kommunalen Kitas und Horte dem Streik angeschlossen. In drei Kitas und zwei Horten wurden Notgruppen eingerichtet, für Eltern, die ihre Kinder nicht anderweitig betreuen können. Die Eltern würden größtenteils positiv und verständnisvoll auf den Arbeitskampf reagieren. „Einige wünschen uns Erfolg, weil sie wissen, dass der am Ende ihren Kindern zu Gute kommt.

Kita-Notbetrieb

Die meisten Eltern hatten ihre Kinder am Dienstag privat betreut.
Wer diese Möglichkeit nicht hat, kann sein Kind in einer der drei Notkitas – Neue Schleuse, Kleine Strolche und Olga Benario – unterbringen.
Zudem gibt es im Hort der Grundschule „Am Weinberg“ und der Jahn-Grundschule einen Notbetrieb.
Zunächst müssen sich die Eltern bis Freitag auf Streik einstellen.

Aber natürlich gibt es auch Eltern die genervt sind“, berichtet Nadja Henning. Sie und ihre Mitstreiter sammelten am Dienstag auch Unterschriften für die bundesweite Petition „Eltern für ErzieherInnen“. Diese wirbt um die solidarische Unterstützung der Eltern, um die kommunalen Verhandlungspartner zu konstruktiven Verhandlungen zu zwingen. 50000 Unterschriften sind nötig, Dienstagnachmittag fehlten noch etwa 800.

Am Mittwoch wollen die Erzieher aus Rathenow ihre Kollegen in Falkensee unterstützen, wo sich rund 60 Gewerkschaftsmitglieder am Streik beteiligen. „Wir wollen gemeinsam zum Rathaus ziehen, um dem Bürgermeister unsere Forderungen deutlich zu machen“, so Henning. Am Donnerstag erfolgt dann der Gegenbesuch der Falkenseer. Für Freitag ist eine Abschlusskundgebung geplant.

Von Christin Schmidt

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