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Havelland Blasmusikanten feiern 50-jähriges Bestehen
Lokales Havelland Blasmusikanten feiern 50-jähriges Bestehen
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18:49 15.02.2017
Die Rathenower Blasmusikanten in ihrem Probenraum bei der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt. Quelle: Bernd Geske
Rathenow

Schulleiter Thomas Winterfeldt, der heute schon mal an seine Pension denken darf, gehörte als Knabe von elf Jahren zu den Jüngsten, als die Rathenower Blasmusikanten gegründet wurden. Wenn das Orchester in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiert, ist er derjenige, der am längsten dabei ist. Es war Manfred Berger, Lehrer für Akkordeon und Blechblasinstrumente, der 1967 an der Musikschule Rathenow das Blasorchester gegründet hat. Jeweils etwa zur Hälfte bestand der rund 40-köpfige Klangkörper damals aus Erwachsenen bzw. Kindern und Jugendlichen. Auftritte zu gesellschaftlichen Höhepunkten der DDR am 1. Mai, 7. Oktober und 8. Mai waren gesetzt. Feierlichkeiten der Rathenower Optischen Werke (ROW), das Großderschauer Dossefest, musikalische Fahrten auf MS Sonnenschein und Frühschoppen im Blauen Saal kamen bald hinzu.

Heute bestehen die Blasmusikanten aus 16 Akteuren, fünf Frauen und elf Männern, im Alter von 42 bis 62 Jahren. Sie kommen aus Böhne, Großwudicke, Milow, Mögelin, Premnitz, Pritzerbe, Steckelsdorf und Rathenow. Uta Prothmann, Tochter von Manfred Berger, leitet seit 1989 das Orchester. Dirigentin ist seit 2011 Gabriele Knobloch. Die Blasmusikanten verfügen gegenwärtig über ein stattliches Repertoire. Es reicht von klassischer Blasmusik, Märschen und Polka über Volkslieder und Walzer bis hin zu Schlager, Pop und Musical. Sogar die Muppetshow ist mit dabei. Das aktuelle Programm umfasst 120 Titel, was zehn Stunden Blasmusik ergeben würde. Die Kraft des Orchesters lässt aber nach zwei Stunden Konzert ein wenig nach.

Die Feuerwehr-Blasmusikanten in der Fahrzeughalle. Links Dirigentin Gabriele Knobloch, 6. von links Orchester-Leiterin Uta Prothmann. Quelle: Bernd Geske

Neben großen Zeiten haben die Rathenower Blasmusikanten auch schon einige traurige Tage erlebt. Das war so, als ihr Gründer Manfred Berger 1985 starb, und kam noch einmal, als ihr Dirigent Matthias Schmidt 2007 nach schwerer Krankheit viel zu früh verschied. In der Wendezeit 1990/1991 kam wegen der gewaltigen Veränderungen in vielen persönlichen Verhältnissen das Musizieren fast zum Erliegen. Der Tiefpunkt war erreicht, als das Orchester so klein geworden war, dass ein einziger Pkw reichte, um die ganze Kapelle nach Papenburg zu transportieren.

Nachdem die Blasmusikanten 1992 ihr Stammhaus, die Musikschule in der Großen Hagenstraße, verlassen mussten, probten sie einige Jahre in sehr beengten Verhältnissen. Einmal mehr trat die Freiwillige Feuerwehr Rathenow als Retter auf, als Stadtbrandmeister Uwe Schulze und Ortswehrführer Rainer Lemmler 1995 hier Hilfe anboten. Die Wehr machte die Blasmusikanten zu einer ihrer Abteilungen, stellte zwei Räume für Proben und Instrumente bereit und übernahm fortan bei Bedarf mit eigenen Fahrzeugen auch Transportaufgaben für ihre Musikanten.

2016 mit dem Kulturpreis der Stadt Rathenow geehrt

Die Rathenower Blasmusikanten gibt es seit Januar 1967.

Ihr Gründer war Manfred Berger, Lehrer für Akkordeon und Blechblasinstrumente an der Musikschule Rathenow.

Das Orchester hat gegenwärtig 16 Akteure, es sind fünf Frauen und elf Männer.

Leiterin ist Uta Prothmann und Dirigentin Gabriele Knobloch.

Instrumente: vier Flügelhörner, vier Trompeten, zwei Tenorhörner, zwei Tuben, ein Althorn, eine Ventilposaune, eine Zugposaune und ein Schlagzeug.

Die Blasmusikanten haben im Dezember 2016 den Kulturpreis der Stadt Rathenow erhalten.

Seit 1995 gehören sie zur Freiwilligen Feuerwehr Rathenow.

Das Festkonzert ist am 6. Mai im Restaurant Schwedendamm. Karten im Restaurant oder unter www.rathenower-blasmusikanten.de

„Wir können uns glücklich schätzen, so ein Orchester zu haben“, sagt Ortswehrführer Oliver Lienig heute, „wir sind stolz auf unsere Blasmusikanten.“ Niemand von ihnen nehme zwar als aktiver Kamerad an echten Einsätzen teil. Doch es sei immer wieder wunderbar für alle, wenn die Blasmusikanten bei Veranstaltungen der Feuerwehr oder auch Jubiläen einzelner Kameraden aufspielen.

Seine ersten Zusammenkünfte hatte das Blasorchester im Januar 1967. Ein echtes Gründungsdatum gibt es aber nicht. Der Höhepunkt des Jubiläumsjahres soll das große Festkonzert am 6. Mai im Havelrestaurant Schwedendamm sein. Traditionell spielen die Blasmusikanten auch wieder Himmelfahrt in der Stechower Gaststätte „Stadt Rathenow“ von Helga Thom. Am 17. Dezember geben sie in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche auch wieder ein Weihnachtskonzert. 2016 war dort kein einziger Platz mehr frei.

Von Bernd Geske

Die Pläne, das ehemalige ROW-Gelände rund um das Rathenower Rathaus zu einem Wohn- und Geschäftsquartier zu entwickeln, sind noch aktuell. Vor einem Kauf des Areals ist eine Schadstoffkartierung erforderlich, mit der eventuell belastete Flächen markiert werden sollen. Die Untersuchung soll im Frühjahr erfolgen.

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