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Havelland Blauschafe weiden in Schönwalde
Lokales Havelland Blauschafe weiden in Schönwalde
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00:16 22.08.2017
Mit ihrer Friedensherde zieht die Künstlerin Bertamaria Reetz durch verschiedene Ort und Deutschland und anderen europäischen Ländern.
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Schönwalde-Dorf

Sie sind nur etwa 60 Zentimeter groß, ultramarinblau und weideten schon in über 160 Städten in Deutschland und Europa. An diesem Wochenende machte die „Blaue Friedensherde“ der deutschen Künstlerin Bertamaria Reetz Station auf dem Landgut in Schönwalde-Dorf. Über 20 blaue Schafe bevölkerten die Wiese vor dem alten Gutshaus. Unter dem Motto „Alle sind gleich – jeder ist wichtig“, sollen die kleinen Polyesterschafe für ein friedliches Miteinander und Toleranz werben. Das leuchtende Blau der Herde fesselt den Blick des Betrachters und lässt ihn erst bei genauerem Hinsehen erkennen, dass es sich bei den einzelnen Herdenmitgliedern immer um ein und die gleiche Figur handelt, nur in unterschiedlicher Positionierung. Diese Erkenntnis, verknüpft mit der Symbolik der Herde für menschliches Miteinander, wird zur zentralen Botschaft des Kunstprojektes.

Blaue Farbe als Zeichen des Friedens

„Die Farbe blau ist international ein Zeichen für Frieden, es wird von der Unesco, der Europäischen Union und anderen Friedensorganisationen verwendet“, erklärt Bertamaria Reetz. Bei den meisten Betrachtern scheint der Friedensgedanke auch anzukommen. „Ich hatte in all den Jahren nur zwei negative Beispiele, sonst reagieren die Menschen durchweg positiv, vor allem Kinder gehen ganz hemmungslos auf die Schafe zu“, sagt sie.

Die Schafe weiden vor dem alten Gutshaus Quelle: Danilo Hafer

2009 wurden die Tiere in Venedig das erste Mal gezeigt. Zeither waren sie schon in vielen europäischen Städten zu Gast. Stettin, Bonn, Dessau, Brüssel, Berlin und Potsdam boten der Blauen Friedensherde bereits ein Weiderecht. „Mitglieder unseres Fördervereins haben die blauen Schafe auf einem Weihnachtsmarkt in Köln entdeckt und das Ergebnis sehen wir heute“, sagt Ingeborg Schwenger vom Landgut Schönwalde.

Die Wiese vor dem Gutshaus in Schönwalde sei genau der richtige Ort für die tierischen Friedensbotschafter, gab es doch in der Vergangenheit viel Diskussion über ein Flüchtlingsheim im Ort. Das Ergebnis waren mehrere Demonstrationen Anfang des vergangnen Jahres. „Inzwischen hat sich die Situation beruhigt, die Befürchtungen, die viele Menschen hatten, haben sich nicht bestätigt“, erklärt Ingebort Schwenger. Sie hatte sich selbst in einer örtlichen Initiative für eine angemessene Unterbringung der Flüchtlinge in der Gemeinde eingesetzt. Sie appelliere daher immer wieder an die Menschen, mit offenen Augen durch die Landschaft zu gehen und das Unbekannte kennezulernen. „Vielleicht können wir mit der Friedensherde wieder einen kleinen Anstoß geben“, so Schwenger. Denn jenseits aller ethnologischen, religiösen oder kulturellen Unterschiede und mit ihrem ganz speziellen Charme, möchten die Blauschafe Denkanstöße geben.

Kunst mit sozialem Aspekt

Dass die Schafe nun auch in Schönwalde ihre Botschaft vermitteln können, freut die Künstlerin auch aus einem persönlichen Grund. „Ich bin als 32-Jährige schwer erkrankt und wurde in dieser Zeit sehr stark von Werken Käthe Kollwitz begleitet, daher ist es sehr schön, wieder hier in dieser Region Zeit verbringen zu dürfen“, sagt sie. Die Kunst habe ihr damals Kraft gegen und das sei bis heute so geblieben. „Mir ist wichtig als Künstlerin ein Zeichen zu setzen, meine Kunst verbinde ich immer mit einem sozialen Gedanken“ erzählt sie. So werden die Friedensschafe etwa in einer Behinderwerkstatt in Köln gefertigt. Vor kurzem realisierte Reetz ein Filmprojekt mit jungen Geflüchteten. „Kinder sind für mich ein großes Anliegen, künftig würde ich mir wünschen, dass auch die Schafe noch mehr Kontakt zu Kindern und Jugendlichen haben“, so Reetz.

Wer möchte kann sich ein blaues Schaf auch in den eigenen Garten stellen. Schönwaldes Bürgermeister Bodo Oehme (CDU) nimmt gleich drei. „Die möchte ich unseren Partnerstädten in Deutschland und Polen schenken“ erklärt er. So werden de Schafe ihre Botschaft weiter tragen.

Von Danilo Hafer

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