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Bleibe für Askania-Bands gesucht

Rathenow Bleibe für Askania-Bands gesucht

In den ehemaligen Askania-Produktionsstätten gibt es ein reges kulturelles Leben. Bands nutzen die Räume, um ungestört zu proben. Damit soll Schluss sein, wenn das Areal in naher Zukunft zu einem Wohnquartier entwickelt wird. Nun soll in einem Forum nach Ausweichquartieren für die Kleinkunstszene gesucht werden.

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Etwa zehn Bands nutzen derzeit die Räumlichkeiten der ehemaligen Askania-Werke, um dort ungestört und zu günstigen Konditionen zu proben.

Quelle: Christin Schmidt

Rathenow. Die ehemaligen Askania-Werke sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu einem Hort der Rathenower Kulturszene geworden. Allein ein Dutzend Musikbands nutzt die einstigen Fabrik- und Büroräume auf dem Areal zwischen Berliner Straße und Geschwister-Scholl-Straße zum Proben. Ausgesprochen günstige Mietkonditionen machen die Liegenschaft für die Akteure attraktiv.

Dieser regen Szene – neben Bands beleben Sportvereine und einzelne Gewerbetreibende die Räumlichkeiten – droht Gefahr. Seitdem die Pläne eines Investors bekannt geworden sind, das gesamte Areal, zu dem neben den Askania-Gebäuden Liegenschaften der Fielmann AG gehören, zu erwerben, ist in der Mieterschaft Unruhe zu spüren. „Wenn das Objekt saniert wird, sind die Mieten für uns nicht mehr zu bezahlen“, befürchtet Daniel Bree, Mitglied der Band „Mehrweg“, die seit mehr als 20 Jahren einen Askaniaraum zum Proben nutzt.

Wilfried Löbel, Chef der Askania Immobilienverwaltung, sind die Sorgen seiner Mieter nicht verborgen geblieben. Und natürlich kann Löbel vor dem Hintergrund der Investorenpläne nicht versprechen, dass alles so bleibt wie es ist. Aber er will sich bemühen, den Musikern und anderen Mietern bei der Suche nach alternativen Räumlichkeiten behilflich zu sein. Weil diese Aufgabe nur gemeinsam mit anderen gelöst werden kann, hat Löbel zu einem Forum eingeladen. Unter dem Motto „Suche nach einer Bleibe für Rathenower Bands“ soll am kommenden Donnerstag über Alternativen zum jetzigen Zustand debattiert werden (siehe Infokasten).

Löbel hat neben den betroffenen Mietern Vertreter der öffentlichen Verwaltungen, Mitglieder politischer Parteien, Akteure des Unternehmervereins und Repräsentanten der Wohnungsgesellschaften eingeladen. Im offenen Gedankenaustausch soll herausgefunden werden, ob es in der Stadt Räumlichkeiten gibt, in denen die Musiker zu ähnlich günstigen Bedingungen ihrer Leidenschaft frönen können.

Im MAZ-Gespräch stellt Löbel klar, dass die Befürchtungen einiger Mieter, es könne in den nächsten Monaten mit ihren angestammten Übungsräumen zu Ende gehen, unbegründet sind. „Vor Ende des kommenden Jahres muss hier niemand raus“, sagt er. Selbst wenn der Verkauf der Liegenschaft besiegelt sei, bleibe die Askania-Immobilienverwaltung während des sich anschließenden B-Plan-Verfahrens zuständig für die Vermietung. Und da sich ein B-Plan-Verfahren mindestens über ein Jahr hinziehe, könne in dieser Zeit alles bleiben, wie es ist.

Was nichts daran ändert, dass irgendwann der Hammer fällt. Um zu verhindern, dass es zu scharfen Brüchen kommt, will Löbel die Diskussion über die Zukunft seiner Mieter jetzt schon in Gang bringen. „Viele Mietverträge laufen seit über zehn Jahren“, sagt er. Deshalb sei ihm daran gelegen, mit allen, die dazu beitragen können, einen reibungslosen Übergang hinzubekommen. Und zwar ohne zeitlichen Druck. Darum wolle er jetzt schon die Initiative ergreifen und alle mit ins Boot holen, die an konstruktiven Lösungen mitwirken wollen und können.

Am kommenden Donnerstag will Löbel den Teilnehmern des Forums zu Beginn einen kurzen Überblick über die derzeitige Situation in der Askania- Liegenschaft geben, dann aber gleich einsteigen in die Diskussion. Löbel betont im MAZ-Gespräch, dass die Veranstaltung offen sei. Jeder, der sich an der Suche nach alternativen Angeboten beteiligen wolle, sei herzlich eingeladen, dies zu tun.

Wann genau der Umbau des Areals zu einem Stadtquartier mit Wohnungen, Büro- und Handelsflächen startet, hängt vom Ausgang der Kaufverhandlungen des Investors mit den Eigentümern ab. Der Rathenower Christian Wernicke, Mitinhaber der Berliner Firma SMV, die das Vorhaben plant, rechnet noch in diesem Jahr mit einem Abschluss. Wernicke hatte versichert, dass es auch nach der Entwicklung auf dem Gelände Platz geben werde für Musik und Kleinkunst. Allerdings waren die Reaktionen der Askania-Mieter verhalten. Deshalb begrüßen sie die Suche nach einer Aternative. Zum Forum wollen sie alle kommen.

Von Markus Kniebeler

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